SVP greift Grünen-Sitz an
13.02.2026 BaselbietParteien bringen sich in Stellung
Die Rücktrittsankündigung von Isaac Reber sorgt in den Parteien für Bewegung. Für die SVP ist klar: Sie will den frei werdenden Sitz für sich beanspruchen.
tho. Der Baselbieter GLP-Co-Präsident Thomas ...
Parteien bringen sich in Stellung
Die Rücktrittsankündigung von Isaac Reber sorgt in den Parteien für Bewegung. Für die SVP ist klar: Sie will den frei werdenden Sitz für sich beanspruchen.
tho. Der Baselbieter GLP-Co-Präsident Thomas Tribelhorn formulierte es gestern auf Anfrage scharf: Er halte es für eine «Unart», dass die Parteienlandschaft mit der Rücktrittsankündigung von Isaac Reber nun bereits wieder in den Wahlkampf eintreten müsse. Dies nur kurz nach der Ersatzwahl für die zurückgetretene Regierungsrätin Monica Gschwind (FDP) und so kurz vor den Gesamterneuerungswahlen im April 2027: «Dieser Dauerwahlkampf ist eine Zumutung – auch fürs Stimmvolk.»
Ebenfalls überrascht äussert sich SVP-Präsident Peter Riebli über Rebers Rücktritt kurz vor den Gesamterneuerungswahlen, doch sein Blick richtet sich rasch nach vorne: «Auf jeden Fall wird die SVP Baselland bei der Ersatzwahl vom 14. Juni antreten.» Die SVP, die 2023 ihren Sitz nach dem Rücktritt von Thomas Weber an Thomi Jourdan (EVP) verloren hat, gehöre als wählerstärkste Partei wieder zurück in die Regierung.
Fähige Leute gebe es in seiner Partei genug. Riebli nennt unter anderen den Rümlinger Landrat Matthias Liechti, Caroline Mall, die bei der Gschwind-Ersatzwahl – erfolglos – angetreten war oder den Lausner Reto Tschudin, der derzeit den Landrat präsidiert. Tschudin gilt in der Partei schon länger als Kronfavorit, allerdings kommt ihm das bis Ende Juni laufende Landratspräsidium etwas in die Quere. Tschudin zur «Volksstimme»: «Ich habe Interesse.» Man müsse nun die Ausgangslage und alle möglichen Kandidaturen in der Parteileitung diskutieren.
Fest steht bereits, dass die Grünen Rebers Sitz in den eigenen Reihen behalten wollen. Isaac Rebers Rücktritt komme für die Parteileitung nicht überraschend, und man habe schon zahlreiche Gespräche mit potenziellen Nachfolgerinnen und Nachfolgern geführt, sagt Parteipräsident Michael Durrer. Als Favoritin gilt – von aussen betrachtet – Florence Brenzikofer, die Nationalrätin aus Oltingen. «Ich werde mir das übers Wochenende intensiv überlegen und am Montag meinen Entscheid bekanntgeben», so Brenzikofer auf Anfrage.
Grössere Chancen für die Grünen
Als weitere denkbare Kandidatinnen und Kandidaten der Grünen nennt Durrer den ehemaligen Landratspräsidenten und aktuellen Prattler Gemeinderat Philipp Schoch, die Waldenburger Gemeindepräsidentin Andrea Sulzer, Fraktionschef Stephan Ackermann sowie Peter Hartmann, den Landratspräsidenten des abgelaufenen Amtsjahrs. Nun werde die Partei einen Aufruf starten, sich zu melden. Nach den Fasnachtsferien wird die Mitgliederversammlung entscheiden, wer antreten darf.
Seine Partei habe keinen Einfluss auf den Zeitpunkt von Rebers Rücktritt genommen, sagt Durrer, macht aber keinen Hehl daraus, dass er die Chancen der Grünen für den Sitzerhalt bei einer Ersatzwahl höher einschätzt als bei den nächsten Gesamterneuerungswahlen. Die Kandidatur der Grünen werde bestimmt breite Unterstützung von links bis zu den Mitteparteien erfahren, wenn es zum Duell Grüne gegen SVP komme.
Ob die GLP, deren Kandidatur von Sabine Bucher zuletzt von den Grünen unterstützt wurde, bei dieser Allianz mitmacht, steht noch nicht fest: «Wir werden diskutieren, ob wir selbst antreten werden», sagt GLP-Co-Präsident Thomas Tribelhorn.
Hingegen keine allzu grossen Diskussionen dürfte es bei der FDP geben, wie Präsident Melchior Buchs sagt. Er gehe im Moment davon aus, dass seine Partei nach dem erfolgreichen Wahlkampf für Markus Eigenmann verzichten und die SVP-Kandidatur unterstützen werde.
