Die «Volksstimme» auf «Instagram»?
Vor Kurzem sagte meine Tochter zu mir: «Du kannst mir ‹Instagram› nicht verbieten. Die ‹Volksstimme› ist doch auch dort. Dort informiere ich mich.» Dieser Satz hat mich ...
Die «Volksstimme» auf «Instagram»?
Vor Kurzem sagte meine Tochter zu mir: «Du kannst mir ‹Instagram› nicht verbieten. Die ‹Volksstimme› ist doch auch dort. Dort informiere ich mich.» Dieser Satz hat mich nachdenklich gemacht.
Seit einiger Zeit wird immer intensiver über die Risiken von Social Media für Kinder und Jugendliche gesprochen. Plattformen wie «Instagram», «Tiktok» oder «Facebook» sind darauf ausgelegt, Nutzer möglichst lange im endlosen Scrollen zu halten. Mehrere Länder haben deshalb bereits reagiert und den Zugang für Minderjährige eingeschränkt. Auch in der Schweiz fordert die von Guido Fluri lancierte Internet-Initiative mehr Verantwortung der Plattformen. Doch aus der Sicht eines Kindes ist die Situation einfach: Wenn sogar eine vertrauenswürdige Lokalzeitung auf diesen Plattformen präsent ist, dann können sie so problematisch nicht sein. Genau darin liegt das Problem. Es geht nicht in erster Linie um einzelne Inhalte. Es geht um das Signal.
Die Präsenz einer Zeitung verleiht einer Plattform Legitimität. Als Mutter frage ich mich deshalb: Welches Zeichen senden wir unseren Kindern, wenn sogar die «Volksstimme» dort vertreten ist?
Brigitte Auer, Gelterkinden