«Sind mir froh, nid z Sissech z sy»
19.02.2026 Bezirk LiestalRotstab-Cabaret präsentiert viele lokale Themen
Das Rotstab-Cabaret der gleichnamigen Liestaler Clique zeigt mit seiner diesjährigen Ausgabe eine ganz neue Art Vorfasnachtsveranstaltung. Ein roter Faden führte durch einen unterhaltsamen Abend, der bis nach Sissach und ...
Rotstab-Cabaret präsentiert viele lokale Themen
Das Rotstab-Cabaret der gleichnamigen Liestaler Clique zeigt mit seiner diesjährigen Ausgabe eine ganz neue Art Vorfasnachtsveranstaltung. Ein roter Faden führte durch einen unterhaltsamen Abend, der bis nach Sissach und Zunzgen reichte.
Hanspeter Thommen
Um aktuell und attraktiv zu bleiben, ist Neues gefragt. Deshalb luden die Verantwortlichen des Rotstab-Cabarets interessierte Mitglieder der gleichnamigen Liestaler Clique in ein Restaurant ein, um gemeinsam solche Ideen zu entwickeln. Heraus kam für das Cabaret 2026 wirklich etwas ganz Neues.
Bei allen Vorfasnachtsveranstaltungen reihen sich einzelne Nummern aneinander ohne einen direkten Zusammenhang. Beim Rotstab-Cabaret, das diese Woche stattfindet und am Montag Premiere feierte, zieht sich heuer ein roter Faden, ja eine komplette Geschichte, durch den Abend. Sonnen-Wirt Franz wollte seiner aus Basel stammenden Frau Sonja zum 60. Geburtstag ein besonderes Geschenk machen: eine Fasnachts-Stubete. Da es aber eine Überraschung sein sollte, mussten die an der Stubete teilnehmenden Formationen heimlich im Restaurant proben.
Bevor das Publikum in diese Geschichte eintauchen konnte, eröffneten die Stedtli-Singers den Anlass mit einer auf das Baselbiet bezogene Version des ESC-Hits «Made in Switzerland». An diesem Abend hiess es «Das isch Baselbiet».
Dann ging es los. Eine Menge zu tun hatte der Oberkontrolleur der Stadt, René Frei, gespielt von Thomas von Arx. Alles musste kontrolliert werden, von der Höhe des Bierzapfhahns bis zum Versmass der Schnitzelbänke. Wenn es ihm etwas zu viel wurde, meinte er resigniert: «Es ist ein harter Job, aber einer muss ihn ja machen.»
Einen Lacher auf sicher hatten die Tambouren als miniaturisierte Banntägler mit ihrem Trommelsolo «Jack Daniels». Lokal und regional mit internationalen Seitenhieben breiteten die Schnitzelbänkler «Die Rabeschwarze» ihre Schwingen aus.
Eine überraschende Rückkehr
Zwischen den «Probeauftritten» der Formationen nahm die Geschichte um die Stubete ihren Lauf. Als eine Horde auffällig gekleideter Damen den «Rhysprung» pfeifend einen Junggesellinnen-Abschied feierten, platzte Wirtin Sonja der Kragen.
Sie packte ihren Koffer und ging zurück nach Basel. Die Proben gingen trotzdem weiter. Aus dem Fünflibertal zu Besuch kam die Guggenmusik «Rambassadore» und versetzte das Publikum in Festlaune.
Die Proben in der Beiz zeigten viele Facetten. Tambourinnen und Tambouren spielten in Glitzerhoodies den «Sopimus», eine Kleingruppe des Stamms spielte schwarz gekleidet mit Kopflaternen den «Seibi», und die «Abgsaite» brachten Sünden des vergangenen Jahres zum Vorschein. Eine vermeintliche Heilsarmee-Angehörige beklagte sich mit Leonard Cohens «Hallelujah» über die unvorsichtigen Velofahrer. Als sich ein Gast mit der Elektro-Gitarre dazugesellte, wurde es rockig, sehr zum Vergnügen des Publikums.
Nach der überraschenden Rückkehr von Wirtin Sonja, die Liestal nun doch als wunderbaren Ort erkannte, schloss sich die Geschichte mit einem Happy End. Im Anschluss daran präsentierte die «Rotstab-Clique» ihr diesjähriges Sujet. Aufs Korn genommen werden die aus dem Boden schiessenden Lieferbetriebe, sei es für Pakete oder für Essen. Unter dem Sujettitel «D’Rotstab bringt’s» kamen Pfeiferinnen und Tambouren in rotschwarzen Anzügen als Lieferserviceleute daher. Sie spielten das wunderbare «Nunnefirzli». Im Epilog begab sich die Service-Angestellte «Muggehirni» auf Jobsuche.
Eine Beatles-Hommage
Doch fertig war damit der Abend noch lange nicht. Pfeiferinstruktor Paul Wilman arrangierte mehrere Beatles-Songs zu einem unterhaltsamen Medley. Es sei ein rechtes Stück Arbeit gewesen, meinte er gegenüber der «Volksstimme». Doch die Arbeit hat sich gelohnt. Um die «Fab Four» scharten sich Tambouren und Pfeiferinnen als Hippies und spielten virtuos deren Hits. Den Abschluss des Medleys bildete der Titel «Hey Jude», den die eintretenden Stedtli-Singers übernahmen mit «Hey du».
Und sie sangen gleich weiter. In gewohnter und beliebter Manier besangen sie originell und professionell Themen wie Influencer, Schulfranzösisch, die Büchelburg in Zunzgen und spezielle Bauten in Sissach. Sie schlossen ab mit dem Spruch: «Sind mir froh, dass mir nid z Sissech sy, sondern z Lieschtel». In diesem Sinne freut sich Liestal auf die kommenden Fasnachtstage.



