Börsengang der Rauscher & Stoecklin AG soll im Dezember erfolgen
Der geplante Börsengang verschafft dem Sissacher Transformatorenbauer Rauscher & Stoecklin leichteren Zugang zu Kapital für die Umsetzung seiner Wachstumsstrategie. Ab dem 13. Dezember soll die Aktie ...
Börsengang der Rauscher & Stoecklin AG soll im Dezember erfolgen
Der geplante Börsengang verschafft dem Sissacher Transformatorenbauer Rauscher & Stoecklin leichteren Zugang zu Kapital für die Umsetzung seiner Wachstumsstrategie. Ab dem 13. Dezember soll die Aktie an der SIX Swiss Exchange gehandelt werden.
Christian Horisberger
Die Rauscher & Stöcklin AG (R&S-Gruppe) ist der Börse einen Schritt näher. Gestern hat die VT5 Acquisition Company AG, welche die Aktien des Sissacher Transformatorenbauers für 274 Millionen Franken übernehmen will, den sogenannten Prospekt veröffentlicht, welcher den Anlegern vor einem Börsengang die Beurteilung des Wertpapiers und des Emittenten ermöglichen soll. Es ist der offizielle Start der Übernahmeprozedur.
Das sogenannte Spac-Unternehmen VT5 wurde einzig zu dem Zweck gegründet und an der Börse kotiert, um ein prosperierendes Unternehmen zu finden und es durch eine Übernahme auf dem schnellsten Weg an die Börse zu führen (siehe «Volksstimme» vom 3. November, Seite 3). Die Übernahmekandidatin wird im Prospekt als wachsendes und profitables Unternehmen beschrieben. Die R&S-Gruppe habe in den ersten neun Monaten dieses Jahres einen Nettoumsatz von 162,3 Millionen Franken und eine EBITDA-Marge (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen im Verhältnis zum Umsatz) von 18,7 Prozent erzielt und strebe ein jährliches Umsatzwachstum von 10 Prozent an.
Laut VT5-Verwaltungsratspräsident Heinz Kundert bietet die Übernahme der R&S-Gruppe den Investoren Zugang zu einer aufstrebenden Wachstumsbranche. Als attraktive Ergänzung zur Schweizer Börse bezeichnet Gregor Greber, Initiator des Spac und Verwaltungsrat von VT5, im Prospekt die R&S.
Die Führungskräfte von VT5 und der R&S-Gruppe sind gestern in Zürich vor die Medien getreten. Gegenüber der «Volksstimme» betonte Markus Laesser, CEO der R&S-Gruppe, dass Sissach als Produktionsstandort nicht nur weiter bestehen bleibe, sondern ausgebaut werde. Zur Steigerung des Outputs investiere man in neue Maschinen und für die Produktion werde eine dritte Schicht eingeführt. 14 neue Mitarbeitende seien dafür bereits verpflichtet worden. Zudem werde in Sissach ein «Engineering-Zentrum für Ölkompetenz» für die ganze Gruppe aufgebaut.
In Polen realisiert das Unternehmen aktuell ein weiteres Werk für Öltransformatoren, das speziell die neu zu erschliessenden Märkte Deutschland, Baltikum und Skandinavien beliefern soll, wie Laesser weiter ausführt. Der Investitionsentscheid für dieses Werk sei bereits vor anderthalb Jahren gefallen. Damals hatte VT5 noch kein Auge auf R&S geworfen. Die ersten Trafos sollen das neue Werk 2024 verlassen. Durch die Produktionssteigerung, höhere Effizienz und einen insgesamt wachsenden Markt wird ein jährliches Umsatzwachstum von 10 Prozent ab 2025 angestrebt. Dass diese Erwartung erfüllt wird, liegt in der Verantwortung von Markus Laesser: Er bleibt CEO der R&S-Gruppe. Als Zeichen, dass er voll hinter der Transaktion steht, werde er sich nun mit einem «signifikanten Betrag» am Unternehmen beteiligen.
Die weiteren Schritte der Übernahme werden noch in diesem Jahr vollzogen. Am 11. Dezember wird der VT5-Verwaltungsrat seinen Aktionären die Übernahme der R&S-Gruppe vorlegen, verbunden mit einer Aktienkapitalerhöhung. Im Fall der Genehmigung wird die VT5 Acquisition Company AG in R&S Group Holding AG umbenannt und an der SIX Swiss Exchange neu unter RSGN gehandelt. Handelsstart des Papiers ist voraussichtlich der 13. Dezember.