PFAS in Baselbieter Weinen nachgewiesen
06.02.2026 RegionDeutlich höhere Werte als im Trinkwasser
tho. Das kantonale Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat Baselbieter Weine auf Rückstände sogenannter PFAS-Chemikalien untersucht – und solche gefunden. Anlass für die Analyse ...
Deutlich höhere Werte als im Trinkwasser
tho. Das kantonale Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat Baselbieter Weine auf Rückstände sogenannter PFAS-Chemikalien untersucht – und solche gefunden. Anlass für die Analyse war, dass solche Stoffe bereits zuvor in Weinen aus anderen Regionen und Ländern nachgewiesen worden waren. Ziel der Untersuchung sei gewesen, «einen ersten Überblick über den PFAS-Gehalt von Baselbieter Wein zu erhalten», heisst es im kürzlich publizierten Bericht.
Untersucht wurden 20 Rot- und Weissweine vor allem mit Jahrgang 2022 von 17 Winzern aus dem Baselbiet. In allen Proben wurde Trifluoressigsäure (TFA) nachgewiesen, eine besonders langlebige Substanz aus der PFAS-Gruppe. Die Werte lagen gemäss Bericht zwischen 44 und 279 Mikrogramm pro Liter, im Durchschnitt bei 115 Mikrogramm pro Liter. «Die festgestellten TFA-Konzentrationen sind vergleichbar mit bereits veröffentlichten Daten aus der Westschweiz und aus Deutschland», ist dem Bericht zu entnehmen.
Trinkwasser ist weniger belastet
Auffällig ist der Vergleich mit dem Trinkwasser: Laut Untersuchung liegen die TFA-Gehalte im Wein «zehn- bis hundertfach höher» als jene, die im Baselbieter Trinkwasser gemessen wurden. Neben TFA fanden die Fachleute auch einige weitere Stoffe aus der riesigen Gruppe der sogenannten Ewigkeitschemikalien, allerdings nur in sehr geringen Mengen.
Zur Herkunft der unerwünschten Stoffe macht der Bericht keine abschliessenden Angaben. Als mögliche Ursachen nennt die Untersuchung Einträge aus der Atmosphäre, etwa durch Kältemittel, sowie den Einsatz PFAS-haltiger Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft, die sich im Boden abbauen und so in die Trauben gelangen könnten. Um dies genauer abzuklären, seien weitere Untersuchungen nötig. Rechtliche Konsequenzen hat der Befund derzeit keine. Für PFAS oder TFA in Wein existieren weder in der Schweiz noch in der Europäischen Union gesetzliche Höchstwerte. Sollten solche künftig einmal eingeführt werden, müssten die Ergebnisse neu beurteilt werden, hält der Bericht fest.
Die Datenlage zu PFAS und TFA in Wein ist laut dem Bericht bisher dünn. Untersuchungen von historischen Weinproben aus Deutschland mit Jahrgang 1946 bis 2024 zeigten, dass die TFA-Konzentration ab 1970 bis 2010 leicht zugenommen hat, ein deutlicher Anstieg sei dann ab 2010 erfolgt.
