Parkraumbewirtschaftung Sissach
03.02.2026 BRIEFEWeiss ist das neue Blau
Weiss ist nicht gleich Weiss, das weiss jetzt der Autor dieser Zeilen.
Wohnhaft in Basel, fuhr ich nach Sissach zu einem Termin in der Felsenstrasse 3. Ich parkierte mein Auto auf einem Parkfeld beim Kino Palace. Ich kannte es ...
Weiss ist das neue Blau
Weiss ist nicht gleich Weiss, das weiss jetzt der Autor dieser Zeilen.
Wohnhaft in Basel, fuhr ich nach Sissach zu einem Termin in der Felsenstrasse 3. Ich parkierte mein Auto auf einem Parkfeld beim Kino Palace. Ich kannte es als blaues Parkfeld, nun aber waren die Parkfelder dort weiss eingefärbt. Generell, dachte ich, brauche ich die Parkscheibe bei einem weissen Parkfeld nicht zu stellen, sofern nichts anderes signalisiert ist. Zumindest in der Stadt wird dies so praktiziert. Auch der Gastgeber, wohnhaft an der Felsenstrasse und Sissacher Bürger, meinte, dass ich nichts tun müsse, wenn ich mein Auto auf diesen Parkplätzen abstelle.
Wie falsch er doch lag: Als ich zu meinem Auto zurückkehrte, waren alle Parkplätze besetzt und an jedem Auto prangte eine Parkbusse: 40 Franken für «Nicht oder nicht gut sichtbares Anbringen der Parkscheibe am Fahrzeug». Ich schaute mich um und konnte keinen Hinweis entdecken, dass hier die Parkscheibe gestellt werden muss.
Ich fragte bei der Gemeinde nach. Die zuständige Mitarbeiterin meinte, die Busse könne nicht zurückgenommen werden. Dies sei jetzt die neue Parkraumbewirtschaftung hier in der Gemeinde. Und übrigens sei bei der Einfahrt in die Felsenstrasse ein Hinweis auf die Parkscheibenpflicht angebracht. Doch fragte mich die Frau, von wo ich in die Felsenstrasse eingefahren bin. Dies lässt den Schluss zu, dass die neuen Pflichten nicht in allen Zufahrten in das Quartier signalisiert sind. Und ja, es sei ihr bekannt, dass etliche Sissacher noch nicht mitbekommen hätten, dass eine neue Parkordung eingeführt wurde. Ich solle meinem Gastgeber doch mitteilen, dass vor seiner Liegenschaft eine Parkscheibe gestellt werden muss.
So geht das in Sissach also: Besucher werden von der Gemeinde als Informationsorgane benutzt. Na ja … Mit dem Wissen um einen tollen Laden, eine gute Beiz, die dem Dorf die Krone richtet, um das Henkermuseum, den «Cheesmeyer» und die netten Leute in Sissach nehme ich die schon bezahlte Busse gelassener. Ich verbuche sie als «Subvention» einer klammen Gemeinde und nehme die Erkenntnis mit: In Sissach ist Weiss das neue Blau.
Christian Roth, Basel
