«Nassschnee gut» für einen Tag Oberbaselbiet
13.01.2026 BaselbietEs herrschte Hochbetrieb an den lokalen Skiliften
Die Skilifte in der Region durften am Sonntag nach reichhaltigen Schneefällen den ersten Betriebstag dieses Winters verzeichnen. Die weisse Pracht reichte allerdings nur für einen Ski-Tag.
Peter ...
Es herrschte Hochbetrieb an den lokalen Skiliften
Die Skilifte in der Region durften am Sonntag nach reichhaltigen Schneefällen den ersten Betriebstag dieses Winters verzeichnen. Die weisse Pracht reichte allerdings nur für einen Ski-Tag.
Peter Sennhauser
Hunderte von Ski- und Snowboardfahrern strömten am Wochenende auf die Pisten der Skigebiete im Jura: nach Langenbruck in die «Obere Wanne», auf die «Hohe Winde» bei Beinwil SO oder auf die Schafmatt bei Oltingen.
Dort hatte die Skiriege Oltingen erst am Sonntagmorgen entschieden, die Anlage in Betrieb zu nehmen: «Es standen noch einige Renovationsarbeiten an, die wir am Sonntagmorgen erledigen und dann testen konnten, ob alles funktioniert», erzählt Vorstandsmitglied Joe Haag. Nach neun Uhr morgens habe man dann entschieden, die Anlage in Betrieb zu nehmen. «Um das zu vermelden, mussten wir zuerst ins Dorf hinunter», denn im Skigebiet gibt es keinen Mobilfunkempfang.
Pistenfahrzeug nicht in Betrieb
Die Sozialen Medien sorgten aber zum Erstaunen und zur Freude der Skiriege binnen weniger Stunden für einen gehörigen Zulauf an Publikum: «Eine Zahl ist schwer zu schätzen, zweihundert Leute waren es aber mit Sicherheit», berichtet Haag.
Und das, obwohl die Piste nur festgetreten und nicht mit dem alten Pistenfahrzeug habe präpariert werden können: «Damit wir das einsetzen können, brauchen wir schon 40 Zentimeter Schneedecke.»
Da Tage mit ausreichend Schneedecke für den Wintersport im hiesigen Jura Saison für Saison seltener werden, freuten sich auch die anderen Betreiber über 20 bis 35 Zentimeter Neuschnee, die in der Nacht auf Sonntag fielen: Die «Hohe Winde» bei Beinwil konnte mit rund 400 Personen nahezu einen Besucherrekord verzeichnen. Im Interview mit «Tele Basel» zeigte sich Verwaltungsratspräsident Pascal Obrist stolz auf ein rundes Dutzend Helferinnen und Helfer, das die halbe Nacht gearbeitet habe, um die Pisten zu präparieren und die Zufahrt zum Parkplatz zu ermöglichen.
Mit dem einen Betriebstag hat sein Skilift das selbstgesetzte Minimalziel von zwei Betriebstagen pro «Saison» bereits zur Hälfte erreicht; ob es diese Woche nochmals zu einer Inbetriebnahme der Anlage reicht, bestimmen die Temperaturen. Ähnlich sieht es in Langenbruck in der «Oberen Wanne» aus, wo Peter Hammer die höher gelegene Piste seines Skigebiets weiter betreibt und sich ebenfalls über den Schneetag freute: Eben noch hatte er schweren Herzens den unteren Lift abbauen müssen, so dass jetzt nur noch mit dem Auto auf den Parkplatz beim oberen Lift gelangen kann, wer hier skifahren möchte. Umso mehr freut sich Wanner über den Sonntag. Auch er konnte am Wochenende noch nicht sagen, ob die Anlage nochmals in Betrieb genommen werden könnte. Angesichts der Wetteraussichten für morgen und bis und mit Samstag ist aber eher mit grünen Hängen zu rechnen: Die Temperaturen erreichen tagsüber bis zu 9 Grad, und statt Schneefall gibt es im ganzen Baselbiet Regen (siehe Wetterbericht Seite 8).
Lieber Spenden als Ticketverkauf
In Oltingen hingegen ist der Fall klar, sagt Haag: «Mit der Wärme und dem Wind ist der Schnee leider blitzschnell weg.» Zumindest diese Woche werde es keinen zweiten Skitag geben in Oltingen.
Aber schon der erste hat sich gelohnt: Nicht nur wegen der glücklichen Gesichter – obwohl die Skiriege keine Tickets verkauft für ihre Dienste. Sie sammelt stattdessen Spenden bei den Besuchern. Das habe zwei Vorteile, meint Haag: Zum einen spare man sich eine Person, die Tickets verkaufen müsste. Zum anderen zeigten sich die Besucher, angetan von der freiwilligen Leistung der Helfer, durchaus grosszügig. «Wir können uns nicht beklagen, sondern möchten uns bedanken», sagt Haag.


