Nachfolger von Reber wird kaum Baudirektor
17.03.2026 Baselbiet, Baselbiet, PolitikZurzeit stehen bei mindestens zwei Regierungsräten die Weichen Richtung Direktionswechsel
Bei der Regierungsratswahl im Juni wird nur ein Sitz neu besetzt: jener von Bau- und Umweltschutzdirektor Isaac Reber. Doch wer gewählt wird, übernimmt nicht zwingend seine Direktion ...
Zurzeit stehen bei mindestens zwei Regierungsräten die Weichen Richtung Direktionswechsel
Bei der Regierungsratswahl im Juni wird nur ein Sitz neu besetzt: jener von Bau- und Umweltschutzdirektor Isaac Reber. Doch wer gewählt wird, übernimmt nicht zwingend seine Direktion – die Neuverteilung der Departemente könnte in der Regierung erneut zu Verschiebungen führen.
Thomas Gubler
Mittlerweile ist klar, dass am kommenden 14. Juni nur ein Regierungsrat gewählt wird. Für weitere Rücktritte im Hinblick auf dieses Datum ist der Zug aus terminlichen Gründen abgefahren. Das heisst: An diesem Datum wird der Nachfolger – eine Nachfolgerin steht nicht (mehr) zur Disposition – von Regierungsrat Isaac Reber (Grüne) gewählt.
Doch obschon Reber der Bauund Umweltschutzdirektion (BUD) vorsteht, heisst das nicht, dass automatisch auch ein BUD-Vorsteher gewählt wird. Isaac Reber musste das seinerzeit selbst erfahren, als er 2011 anstelle des abgewählten BUD-Vorstehers Jörg Krähenbühl (SVP) in die Regierung kam.
Die Bürgerlichen verhinderten damals, dass der ausgebildete Raumplaner Reber die BUD übernehmen konnte und schickten an seiner Stelle die freisinnige Sabine Pegoraro in die Bau- und Umweltschutzdirektion.
Reber musste dagegen mit der Sicherheitsdirektion (SID) Vorlieb nehmen und erhielt seine Wunschdirektion erst acht Jahre später. Ein Entscheid, mit dem man später auch in bürgerlichen Kreisen nicht mehr so glücklich gewesen war. Doch das ist ein anderes Thema. Jedenfalls wäre es nicht erstaunlich, wenn auch jetzt kein Baudirektor, sondern möglicherweise wieder ein SID-Chef oder möglicherweise ein Vorsteher der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) gewählt würde.
Zurzeit präsentiert sich die Situation in der Regierung wie folgt: Finanzdirektor Anton Lauber («Mitte») dürfte im Herbst seiner Karriere kaum noch eine andere Herausforderung suchen. Thomi Jourdan (EVP) könnte angesichts der Herausforderungen in der Spitalpolitik und den diesbezüglichen Auseinandersetzungen mit Basel-Stadt die Volkswirtschaft- und Gesundheitsdirektion (VGD) kaum verlassen, ohne dass man ihm dies in der Öffentlichkeit als «Davonlaufen» vorhalten würde.
Kathrin Schweizer in die BUD?
Bleiben also Kathrin Schweizer (SP) und Markus Eigenmann (FDP). Von Kathrin Schweizer weiss man, dass bei ihrer Wahl 2019 die BUD und die Finanz-und Kirchendirektionen (FKD) zu ihren Favoriten gehörten. Daran dürfte sich, wenn man sich in SP-Kreisen umhört, bis heute nichts geändert haben, auch wenn sie nach anfänglichen Schwierigkeiten («Märkli»- oder Spielgeld- Affäre im Jahr 2020, bei der ein Knabe von der Polizei festgenommen worden war) schliesslich doch noch gut in der SID angekommen ist.
Von ihrer Ausbildung ebenso wie von ihrer früheren Tätigkeit her brächte Kathrin Schweizer sicher gute Voraussetzungen als BUD-Vorsteherin mit. Sie studierte Biologie und Physik im Nebenfach und absolvierte ein Nachdiplomstudium Umwelt an der Fachhochschule. Vor ihrer Wahl in die Baselbieter Regierung war Kathrin Schweizer als Projektleiterin im Planungsamt des Basler Bau- und Verkehrsdepartements tätig.
Markus Eigenmann, diplomierter Elektroingenieur ETH und Unternehmer, dürfte aller Voraussicht nach seine Regierungsratskarriere kaum in der BKSD beenden. Doch nach dem Rücktritt von Monica Gschwind stand für den Arlesheimer mangels Wechselgelüsten bei den Bisherigen schlicht nichts anderes zur Verfügung. Grundsätzlich wären Eigenmann ebenso wie Schweizer sowohl in der Finanz- wie in der Baudirektion denkbar.
Eigenmann wartet in der BKSD
Verschiedene Gründe sprechen derzeit jedoch eher für einen Wechsel von Kathrin Schweizer in die BUD. Demgegenüber dürfte Markus Eigenmann noch eine gewisse, wenn auch absehbare Zeit ausharren. Denn ob der 65-jährige Anton Lauber im März 2027 nochmals zu den Gesamterneuerungswahlen antritt, ist im Moment noch ungewiss, und wenn ja, dürfte er kaum die Amtsperiode beenden.
Zum einen ist die Finanzdirektion so etwas wie ein FDP-Stammland (Adrian Ballmer, Hans Fünfschilling, Paul Nyffeler). Zum anderen ist die BUD seit längerer Zeit eine Art Lieblingszielscheibe der Baselbieter Wirtschaftskammer. Da scheint es doch eher fraglich, ob die Freisinnigen diese Direktion für ihren Regierungsrat wirklich anstreben sollen.
Dann vielleicht doch lieber noch ein bisschen auf die ebenso einflussreiche, aber möglicherweise weniger «heisse» Finanzdirektion warten. Übrigens erhielt auch Hans Fünfschilling seinerzeit erst nach zwei Jahre in der Erziehungsdirektion die von ihm bevorzugten «Finanzen».
Fazit: Philipp Schoch oder Matthias Liechti, der aller Wahrscheinlichkeit am 23. März von der SVP als Regierungsratskandidat nominiert werden dürfte, wird wahrscheinlich die Sicherheitsdirektion übernehmen müssen.
