Magdalena Rutz, Liestal
15.01.2026 Bezirk LiestalUnser Mitglied Dr. jur. Magdalena Rutz ist kurz vor Weihnachten, am 21. Dezember 2025, im Alters- und Pflegeheim Frenkenbündten gestorben. Wir verlieren mit Magdalena eine leise, aber wichtige Stimme, die in den vergangenen Jahren leider nicht mehr vernehmbar war.
Vielen Mitgliedern ...
Unser Mitglied Dr. jur. Magdalena Rutz ist kurz vor Weihnachten, am 21. Dezember 2025, im Alters- und Pflegeheim Frenkenbündten gestorben. Wir verlieren mit Magdalena eine leise, aber wichtige Stimme, die in den vergangenen Jahren leider nicht mehr vernehmbar war.
Vielen Mitgliedern geht es wie mir, wenn ich nach Erinnerungen im Kontakt mit ihr nachfrage. Sie war stets eher still, zurückhaltend und bescheiden in ihrem Auftreten. Als ich sie zum ersten Mal an einer Sektionsversammlung traf, wurde sie mir von einer Genossin vorgestellt mit den Worten: «Du weisst schon, wer das ist?» So habe ich erfahren, dass Magdalena eigentlich als Bundesrichterin in Lausanne hätte wirken können, wenn sie es nur gewollt hätte.
Ihre immensen juristischen Kenntnisse, ihr präzises Denken und ihr ausserordentliches Gedächtnis hätten sie bestens dazu befähigt. Sie bevorzugte es aber, in ihrem Amt als Gerichtsschreiberin am Baselbieter Obergericht (heute Kantonsgericht) zu walten. Ihre schier unerschöpflichen Kapazitäten wurden von verschiedenen Fachleuten an Gerichten, Verwaltungen und Anwaltsbüros in der ganzen Schweiz gerne beansprucht.
Sie publizierte auch wissenschaftliche Artikel in Fachzeitschriften. Einige Jahre war sie Mitglied der Eidgenössischen Datenschutzkommission. Zu ihrer Pensionierung 2004 wurde in der Reihe «Recht und Politik» im Verlag des Kantons Basellandschaft die Festschrift «Im Namen des Obergerichts» mit Beiträgen von vielen namhaften Juristinnen und Juristen herausgegeben. Damit wurde ihr eine sehr verdiente Ehrung erwiesen.
Magdalena Rutz war aber nicht nur wissenschaftliche Juristin. Sie lebte ihre humanistische, auf christlichen Grundwerten basierende Haltung auch in ihrem Leben. Sie war durch und durch Sozialdemokratin. Ihr Einstehen für Gerechtigkeit und sozialen Ausgleich hat sie in Diskussionsbeiträgen an den Sektionsversammlungen und bei der Ausübung ihres Amts als Einwohnerrätin zum Ausdruck gebracht. Sie stellte unbeirrt ihre Fragen und konnte hartnäckig sein, wenn sie mit den Antworten nicht zufrieden war. Ihr Engagement für das Gemeinwohl konnte sie auch als Mitglied des Stiftungsrats des APH Frenkenbündten und in der Kirchenpflege einbringen.
Im persönlichen Kontakt haben wir Magdalena sehr liebenswürdig, zugewandt und interessiert erlebt. Wenn sie angesprochen wurde, nahm sie sich gern Zeit für einen Schwatz, und das war immer mehr als oberflächlicher Smalltalk. Es wurden politische Vorlagen erörtert. In den vergangenen Jahren konnte auch ihre Begeisterung für Roger Federers Karriere zum Thema werden. So behalten wir sie in Erinnerung. Der Familie entbieten wir unsere Anteilnahme.
Marianne Quensel, SP Baselland und Sektion Liestal und Umgebung
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