Lesestoff für die Sommertage
14.07.2026 Baselbiet, BaselbietAcht Persönlichkeiten aus der Region stellen ihre Lieblingsbücher vor – Teil 2 von 2
Ob am See, auf dem Balkon oder im Schatten eines Baumes: Die Sommerferien sind die perfekte Gelegenheit, in spannende Geschichten einzutauchen und neue Lieblingsbücher zu entdecken. Acht ...
Acht Persönlichkeiten aus der Region stellen ihre Lieblingsbücher vor – Teil 2 von 2
Ob am See, auf dem Balkon oder im Schatten eines Baumes: Die Sommerferien sind die perfekte Gelegenheit, in spannende Geschichten einzutauchen und neue Lieblingsbücher zu entdecken. Acht Persönlichkeiten aus der Region verraten ihre ganz persönlichen Buchtipps und geben Inspiration für die schönste Lesezeit des Jahres.
Lassen Sie sich von den Empfehlungen anregen und finden Sie die passende Lektüre für entspannte Ferientage. Die «Volksstimme» wünscht Ihnen viel Vergnügen beim Schmökern.
Andrea Sulzer
Gemeindepräsidentin Waldenburg
Das grosse Spiel
Wenn Sie im wahrsten Sinne des Wortes eintauchen wollen – in die Welt der Ozeane, in den Alltag und die Kultur einer abgelegenen Insel und zugleich in die rasante Entwicklung von künstlicher Intelligenz – dann nehmen Sie «Das grosse Spiel» des US-amerikanischen Bestsellerautors Richard Powers mit. Mich haben die Perspektiven der vier sehr unterschiedlichen Protagonistinnen und Protagonisten auf die Entwicklung unserer Welt gefesselt.
Matthias Liechti
Designierter Regierungsrat (SVP)
Rückschläge und andere Erfolge
Nicht gerade ein schmeichelnder Titel – könnte man meinen. Rückschläge werden in unserer Gesellschaft meist negativ wahrgenommen. Der im Jahr 2021 verstorbene Unternehmer Jürg Opprecht, bekannt als früherer Eigentümer des Lenkerhofs, erinnert sich in seiner 2017 erschienenen Biografie an genau solche Momente und getraut sich, ihnen auch einen positiven Aspekt abzuringen. Tun auch wir gut daran, darin mehr zu sehen, als dass vermeintlich Offensichtliche?
Sandra Hughes
Schriftstellerin
Der Geschmack von Laub und Erde
Im besten Sinn irritierend: Der britische Naturkundler Charles Foster taucht in die Welt von Tieren ein. Er wohnt wie ein Dachs unter der Erde und isst Regenwürmer. Er lebt als Otter im Wasser. Foster schreibt reflektiert und unterhaltsam zugleich, und als schrullig will er nicht gelten: Er will von den Tieren lernen, als Mensch besser zu leben. Faszinierend, offensichtlich so sehr, dass eine Figur in meinem aktuellen Buch «Tessiner Verdammnis» als Dachs lebt.
Werner Ryser
Schriftsteller
Wenn die Sonne untergeht
Sommer 1933. Thomas Mann und seine Familie flüchten vor dem Terror der Nazis nach Sanarysur-Mer, wo bereits zahlreiche Grössen aus der Welt der Literatur versammelt sind. Es ist «eine Vertreibung ins Paradies». Der deutsche Autor und Journalist Florian Illies schildert mit leichter Hand eine Idylle am Mittelmeer im Schatten der sich schrecklich verändernden Lage in Deutschland. Die geflohenen Dichter ahnen, dass für lange Zeit nichts mehr sein wird, wie es war.
Maya Graf
Ständerätin BL (Grüne)
Das Radiesli stimmt mich zuversichtlich
Im Jahr 2024 arbeitete die Schweizer Journalistin Nicole Egloff jeweils drei Tage in zwölf Schweizer Bauerhofgemeinschaften mit – eine davon der Radieslihof: Sie lernt essbare Wälder, selbstgezüchtete Hofrassen und Landschaften als Wasserspeicher kennen: Vielfältige «Zukunftslabore» für eine nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft, die Hoffnung und Freude illustrieren, sichtbar in den tollen Fotos von Raphaela Graf. Eine erfrischende Sommerlektüre für draussen!
Jürg Gohl
Journalist
In einem Zug
Mit «Gut gegen Nordwind» hat der österreichische Schriftsteller und Journalist David Glattauer ein Buch für den Kanon geschaffen. Ganz so hoch ist «In einem Zug» wohl nicht einzustufen. Auf der Fahrt des Ich-Erzählers, eines Autors mit Schreibblockade, von Wien nach München, plaudert er mit der Sitznachbarin über Liebe, Beziehung, Treue, Alkohol, Beruf. Der Dauerdialog samt Kopfkino ist witzig und das Ende überrascht. Ideal für Ferienfahrten in einem Zug.
Iris Bösiger
Sängerin
Anam Cara
Ein Buch, das ich vor Jahren in einer Wühlbox gefunden habe und das ich seither immer wieder aufschlage, heisst «Anam Cara – Das Buch der keltischen Weisheit» vom irischen Philosophen John O’Donohue. Es behandelt die Verbindung zweier Menschen – sei es in Freundschaft oder Liebe – und je nach Lebenssituation lesen sich diese keltischen Weisheiten immer neu. Wenn man es, so wie ich, etwas poetischer mag, findet man an diesem Buch sicher Gefallen.
Barbara Saladin
Autorin und freie Journalistin
Reden, um nicht zu ersticken
Kürzlich habe ich «Reden, um nicht zu ersticken» gelesen, die Lebensgeschichte der jenischen Aktivistin Uschi Waser, geschrieben von Silvia Süess. Das Buch handelt von der Aktion «Kinder der Landstrasse», von Missbrauch und Heimen und vom langen Kampf einer mutigen Frau um Gerechtigkeit. Es ist alles andere als eine seichte Sommerlektüre, sondern vielmehr ein wichtiger und packender Beitrag gegen das Vergessen eines dunklen Kapitels der jüngsten Schweizer Geschichte.
















