Imelda Bischof macht das Rennen
29.09.2026 Bezirk Liestal, Politik, Baselbiet, Gemeinden, WahlenParteilose setzt sich bei Gemeinderats-Ersatzwahl knapp durch
Imelda Bischof schafft im zweiten Wahlgang den Sprung in den Bubendörfer Gemeinderat. Die 41-jährige Unternehmensberaterin gewinnt das Duell gegen Marco Simoniello von der SVP hauchdünn mit nur gerade 26 Stimmen ...
Parteilose setzt sich bei Gemeinderats-Ersatzwahl knapp durch
Imelda Bischof schafft im zweiten Wahlgang den Sprung in den Bubendörfer Gemeinderat. Die 41-jährige Unternehmensberaterin gewinnt das Duell gegen Marco Simoniello von der SVP hauchdünn mit nur gerade 26 Stimmen Vorsprung.
Pascal Kamber
Der Gemeinderat von Bubendorf ist wieder komplett. Im zweiten Wahlgang hat die parteilose Imelda Bischof den Sprung in die Dorfexekutive geschafft. Der Entscheid fiel am Sonntag allerdings denkbar knapp: Bischof erhielt 567 Stimmen, ihr Konkurrent Marco Simoniello (SVP) 541 Stimmen. «Ich freue mich riesig und bin dankbar für die Unterstützung», sagt Bischof auf Anfrage der «Volksstimme». Für die 41-jährige Unternehmensberaterin warben GLP, SP, EVP und Grüne.
Bischofs Erfolg bildet den Abschluss einer unterhaltsamen Gemeinderats-Ersatzwahl in Bubendorf. Diese wurde nötig, weil der bisherige Amtsinhaber Patrick Liechti im Frühling seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte. Nach beruflichen Veränderungen wollte der FDP-Politiker jedoch den Schritt wieder rückgängig machen und kandidierte deshalb für seine eigene Nachfolge. Im ersten Wahlgang landete Liechti abgeschlagen auf dem dritten Platz und zog sich danach aus dem Rennen zurück.
Vor dem zweiten Wahlgang geriet Imelda Bischof als Präsidentin des Gewerbe- und Industrievereins Bubendorf und Umgebung (GIV) in die Kritik. Der aktuell zweiköpfige Vorstand hatte seine Präsidentin zur Wahl empfohlen. Diese Aktion stiess vielen Vereinsmitgliedern sauer auf (siehe «Volksstimme» vom 18. September). Geschadet hat sie Bischof indes nicht, wie sich nun zeigt. «Ich hatte den Eindruck, dass diese Geschichte medial grösser bewertet wurde, als dass sie bei den stimmberechtigten Personen angekommen ist», sagt sie. Dafür spricht auch, dass von den freisinnigen Stimmen, die im ersten Wahlgang auf die Kandidaten von SVP und FDP verteilt waren, nun einige ins Lager von Bischof gegangen sein müssten. Zudem war die Wahlbeteiligung mit 40 Prozent deutlich höher als noch im August (22 Prozent).
Enttäuscht und motiviert
Ob Bischof GIV-Präsidentin bleibt, ist offen. Sie wolle abklären, ob sich das Amt mit jenem als Gemeinderätin vereinbaren lasse. Ebenfalls zu klären ist, welches Ressort die frisch Gewählte übernimmt. «Mich interessiert das Ressort Soziales und Alter von meinem Vorgänger Patrick Liechti, aber natürlich gilt das Anciennitätsprinzip. Ich bin auch offen für andere Ressorts», sagt Bischof.
Gross ist die Enttäuschung bei SVP-Kandidat Marco Simoniello. «Es war sehr knapp. Ich bin aber dankbar für das Vertrauen und den Zuspruch, den ich erhalten habe. Das motiviert mich, in der Kommunalpolitik dranzubleiben», sagt der 30-jährige Elektro-Projektleiter. Im Frühling kandidierte Simoniello bereits für einen Sitz in der Gemeindekommission, verpasste aber auch damals das absolute Mehr. Es gelte nun zu analysieren, warum es nicht gereicht habe, und wie er künftig noch mehr Menschen erreichen könnte: «Am Ende haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger so entschieden, das akzeptiere ich selbstverständlich.»
Drei Dörfer müssen nachwählen
je. Bei mehreren Gemeinderatswahlen in Oberbaselbieter Gemeinden konnten die vakanten Ämter am Sonntag (noch) nicht besetzt werden. In Böckten, wo ein Mandat in der Dorfexekutive zu vergeben ist, erreichte niemand das absolute Mehr von 143 Stimmen. Peter Fiechter erhielt 113 Stimmen, Ermin Kumalic 98 und Zeliha Uysal 63. Die Stimmbeteiligung lag bei 48,6 Prozent. Damit wird ein zweiter Wahlgang nötig, bei dem das absolute Mehr wegfällt und derjenige gewinnt, der die meisten Stimmen holt. Ob alle drei Kandidierenden nochmals antreten, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Auch in Seltisberg (ein freier Sitz) fiel mangels offizieller Kandidaturen noch keine Entscheidung. Das absolute Mehr von 81 Stimmen wurde deutlich verfehlt. Am meisten Einzelstimmen erhielt Simon Wahl mit 14, weitere Stimmen entfielen auf verschiedene Personen. In Wittinsburg müssen gleich zwei Gemeinderatssitze neu besetzt werden. Auch dort gab es keine offiziellen Kandidaturen und daher keine erfolgreiche Wahl. Die Nachwahlen sind jeweils für den 29. November angesetzt.
Immerhin: Erfolgreich verlief die Ersatzwahl für das Gemeindepräsidium in Kilchberg: Karin Güdel wurde mit 74 von 75 gültigen Stimmen gewählt. Die Stimmbeteiligung lag laut Gemeinde bei knapp 54 Prozent.

