Hyrox, Funktionalität und Gemeinschaft
12.02.2026 Gesundheit, BaselbietFitness-Trends erreichen auch die Region
Was früher vor allem aus Geräten, Gewichten und individuellen Trainingsplänen bestand, wird heute zunehmend vielseitiger. Funktionelles Training, Gruppendynamik und neue Wettkampfformate prägen den Fitnessalltag. Ein Blick in ...
Fitness-Trends erreichen auch die Region
Was früher vor allem aus Geräten, Gewichten und individuellen Trainingsplänen bestand, wird heute zunehmend vielseitiger. Funktionelles Training, Gruppendynamik und neue Wettkampfformate prägen den Fitnessalltag. Ein Blick in drei lokale Fitnesscenter.
Wendy Maltet
Trotz neuer Formate ist das klassische Krafttraining keineswegs auf dem Rückzug. Im Gegenteil: In vielen Studios bildet es weiterhin das Fundament.
Bei der update Fitness AG (Standorte in Zunzgen und Liestal) beobachtet Geschäftsführer Michael Ammann, dass insbesondere Geräte- und Freihanteltraining stark gefragt bleiben, ergänzt durch Cardiotraining. Neue Trends würden zwar wahrgenommen, sprächen aber nicht alle gleichermassen an. «Der zentrale Unterschied zu klassischem Fitness- oder Krafttraining liegt darin, dass sich Teilnehmende direkt mit anderen messen können», erklärt Ammann. «Dieser Wettkampfcharakter schafft zusätzliche Motivation, spricht aber vor allem eine bestimmte Zielgruppe an.»
Ähnlich tönt es auch bei Fit-4-ever in Sissach. Dort sei funktionelles Krafttraining derzeit besonders beliebt, ebenso freies Training mit viel Abwechslung. «Viele wollen nicht mehr nur Maschinen abarbeiten, sondern sich richtig auspowern und vielseitig trainieren», sagt Lilly Wisler von Fit-4-ever.
Laufen und Übungen kombiniert
Formate wie Hyrox, die Laufen mit funktionellen Kraft- und Ausdauerübungen kombinieren, sind derzeit stark präsent, nicht zuletzt wegen Social Media und internationalen Wettkämpfen. In der Region wird das Interesse durchaus wahrgenommen, wenn auch differenziert.
Im Performance Center Sissach spürt man laut Rebekka Nachbur deutlich mehr Nachfrage nach leistungsorientierten, abwechslungsreichen Trainingsformen. «Hyrox steht sinnbildlich für funktionelle Kraftausdauer: ein zentraler Bestandteil unseres Konzepts», sagt sie. Entsprechende Trainingsformen mit ähnlichen Elementen seien bereits etabliert, ein gezielter Ausbau werde geprüft. Entscheidend sei jedoch, dass Qualität und Sicherheit im Vordergrund stünden.
Bei update Fitness zeigt sich der Hyrox-Hype vor allem bei ambitionierten Sportlerinnen und Sportlern, etwa im Zusammenhang mit regionalen Wettkämpfen. «Insbesondere durch den Wettkampf in St. Gallen ist – wie schon im vergangenen Jahr – ein spürbares Interesse bei einer bestimmten Zielgruppe vorhanden», so Michael Ammann.
Gemeinschaft als Schlüsselfaktor
Was alle drei Studios verbindet, ist die wachsende Bedeutung von Gemeinschaft. Ob Gruppentrainings, Challenges oder gemeinsame Ziele – Fitness wird zunehmend als soziales Erlebnis verstanden. «Wenn Gleichgesinnte im gleichen Raum an ähnlichen Zielen arbeiten, wirkt sich das sehr positiv auf die Motivation aus», sagt Ammann weiter.
Auch Wisler von Fit-4-ever beobachtet diesen Effekt: «Zusammen schwitzen, sich gegenseitig pushen oder bei kleinen Challenges mitmachen, motiviert enorm. Nicht jeder braucht Wettkampf, aber das Gemeinschaftsgefühl zieht fast alle mit.»
Im Performance Center in Sissach wird diese Dynamik gezielt genutzt. Rebekka Nachbur betont, dass gemeinsame Erlebnisse und Events eine zusätzliche Verbindlichkeit schaffen, vergleichbar mit Volksläufen im Laufsport, die zwar Wettkampfcharakter haben, aber dennoch breit zugänglich sind.
Neben Hyrox rücken weitere Themen stärker in den Fokus: Mobility, Recovery, Prävention, Mental Health und betreutes Training in Kleingruppen. Gerade diese Aspekte gelten als nachhaltig. «Qualität steht über Trends, schliesst diese aber nicht aus», sagt Nachbur. Kurzlebige Formate mit reinem Showcharakter würden dagegen meist schnell wieder verschwinden. Auch Wisler ist überzeugt, dass alles rund um funktionelles Training, Gesundheit und Regeneration bleiben wird. «Reine Hypes ohne Mehrwert sind meist schnell wieder weg.»
Ein Rat zieht sich durch alle Gespräche: Wer unsicher ist, soll Neues ausprobieren – aber ohne Druck. «Wenn die körperliche Verfassung es zulässt, ist ein Probetraining der beste Weg, um herauszufinden, ob ein Format wirklich passt», sagt Ammann. Oder wie es Wisler formuliert: «Man muss nicht sofort in den Wettkampfmodus. Am wichtigsten ist, dass es Spass macht und langfristig motiviert.»

