Hitzeflaute am Sommermarkt
25.06.2026 Bezirk Sissach, Kultur, SissachEin schwieriger Start in die neue Markt-Ära nach der Wiedereinführung
Nach zweijähriger Pause startet der Sissacher Sommermarkt in die nächste Runde. Dicht gefüllt und voller Trubel ist die Begegnungszone aber nicht. Die Hitze macht den Tag auch für die Standbetreiber nicht ...
Ein schwieriger Start in die neue Markt-Ära nach der Wiedereinführung
Nach zweijähriger Pause startet der Sissacher Sommermarkt in die nächste Runde. Dicht gefüllt und voller Trubel ist die Begegnungszone aber nicht. Die Hitze macht den Tag auch für die Standbetreiber nicht einfach.
Lea Wieser
Das Team von «Paul’s Konfitüren» versucht, die Hitze mit Ventilatoren und einer Kühlplane auf dem Standdach erträglicher zu machen. Solche Bilder hat man am gestrigen Sommermarkt mehrfach gesehen. Nachdem der Markt vor allem aufgrund eines Mangels an Besuchern für zwei Jahre gestrichen war, hat er gestern zum ersten Mal wieder stattgefunden – mit neuem Marktchef und angepasstem Konzept.
Der gestrige Tag hat gewiss nicht die einfachsten Voraussetzungen für diesen Wiedereinstieg geboten: Bei 35 Grad in praller Sonne schien den Menschen sogar die Lust auf Glace vergangen zu sein. Sowohl das Team der «rollenden Gelateria» als auch Adam Borek von «Guidos Coffeebar» erzählen, sie hätten um einiges weniger Kundinnen und Kunden als an anderen Märkten. Der Grund sei überwiegend die Hitze.
Aber auch die Konkurrenz der insgesamt 8 Glacestände mache ihnen zu schaffen. Borek sagt, der Markttag laufe für ihn katastrophal. Er sei vor der Pause jahrelang am Sommermarkt in Sissach vertreten gewesen und habe früher immer viel Glace verkauft. Auch der Frühlings- und Herbstmarkt liefen gut, aber im Sommer komme er nächstes Jahr nicht wieder.
Benjamin Lüchinger von «Lüchinger SoftIce» hat es besser getroffen. Mit seinem Standort – seit Jahren derselbe
– direkt am Eingang der Begegnungszone sei er für viele der erste Halt. Für das heisse Wetter laufe es okay, auch Lüchinger finde es aber zu warm.
Auch Wurstwetter scheint es nicht zu sein. Der Stand der «Metzgerei Zimmermann» aus Gelterkinden laufe eher gemütlich, sagt Mitarbeiter Illio Fabbri. Beim Herbstmarkt erleben sie jedes Jahr einen richtigen Ansturm. Damit könne man den Mittwoch nicht vergleichen.
«Spätes Ende gehört dazu»
Das Team von «Paul’s Konfitüre» erzählt, nicht nur in Sissach blieben die Besucherinnen und Besucher aus. Auch am Dienstag beim «Regio-Märt» in Reinach sei wenig los gewesen. Doch selbst an Märkten, die gut besucht sind, blieben die Verkaufszahlen bescheiden, berichtet Renate Dill von «Kork Accessories». Das erklärt sich Fabio Höltschi von «El Tucan» mit der aktuellen politischen Weltlage. Besonders 2026 sei ein schwieriges Jahr für Marktverkäuferinnen und Marktverkäufer. Einerseits, weil die Menschen nicht mehr so kauffreudig seien, andererseits sei der Gewinn viel weniger gut einschätzbar als noch vor ein paar Jahren.
Der Marktchef Mario Gratzer zumindest zieht für den Sommermarkt eine recht positive Bilanz. Die meisten Marktverkäufer seien zufrieden. Die Hitze habe selbstverständlich einen Einfluss auf die Besucherzahl gehabt. Sie habe besonders am Nachmittag für eine Flaute gesorgt. Am Morgen seien hingegen genug Menschen auf dem Markt gewesen.
Für Renate Dill ist der Markt in Sissach zusätzlich deshalb anstrengend, weil er bis 18.30 Uhr dauert, während die meisten Märkte in der Schweiz um 17.00 Uhr zu Ende sind. Ihr sei das zu lang, besonders da ab dem späteren Nachmittag kaum mehr neue Leute dazustossen. So werden die Markttage mit frühem Aufstehen und später Heimreise extrem lang. Für Mario Gratzer gehört die Uhrzeit jedoch zum Charakter des Sommermarkts. Er habe früher schon bis 18.30 Uhr gedauert und soll es auch weiterhin.



