Brand in Bubendorf: Vier Männer festgenommen

  09.02.2026 Baselbiet

Nach dem Brand in einer Gewerbeliegenschaft an der Wattwerkstrasse in Bubendorf sind die Löscharbeiten am Montagabend gegen 21 Uhr beendet worden. Die letzten Einsatzkräfte konnten einrücken, nachdem rund 150 Angehörige mehrerer Feuerwehren in der akuten Phase vor Ort im Einsatz gestanden hatten.

Die Brandursache ist noch unklar. Spezialisten der Baselbieter Polizei haben die Ermittlungen aufgenommen, eine Brandstiftung kann derzeit nicht ausgeschlossen werden. In diesem Zusammenhang hat die Polizei vier junge Männer festgenommen. Die Baselbieter Staatsanwaltschaft  hat gegen die Beschuldigten Verfahren eröffnet und wird beim Zwangsmassnahmengericht Untersuchungshaft beantragen. Weitere Angaben zur mutmasslichen Täterschaft macht die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

Zur Klärung der Brandursache sucht die Polizei Zeugen. Personen, die im Bereich des Brandortes Beobachtungen gemacht oder Videoaufnahmen haben, werden gebeten, sich bei der Einsatzleitzentrale in Liestal zu melden

Was ist passiert?

Eine Polizeipatrouille, die zu einem anderen Einsatz unterwegs war, entdeckte am Montag Morgen um ca. 4 Uhr die Flammen im Gewerbehaus an der Wattwerkstrasse, östlich der Migros unmittelbar an den Geleisen der Waldenburgerbahn. Die Behörden warnten mit einem Alarm auf Alertswiss; das Tal war nördlich der Brandstelle bis nach Liestal weit in den Morgen hinein mit dickem Rauch gefüllt. Asche und Brandrückstände waren auf den Feldern bis zum Hof Obere Wanne zu sehen.

Der Brand im südlichen Teil des langezogenen Gebäudes hatte sich rasch ausgeweitet und führte zu einer starken Rauchentwicklung. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand ein Teil des Gebäudes bereits in Vollbrand. Die Feuerwehr rückte mit einem Grossaufgebot der Stützpunktfeuerwehren Wildenstein, Liestal, Sissach und Pratteln aus  und konnte den Brand nach rund drei Stunden unter Kontrolle bringen und löschen.

Waldenburgerbahn: Busbetrieb bis Donnerstag

Für den Berufsverkehr entstanden grosse Behinderungen: Die Kantonsstrasse zwischen Bad Bubendorf und Hölstein war bis mittags gesperrt. Aufgrund der grossen Hitzeentwicklung ist auch die Infrastruktur der Waldenburgerbahn in Mitleidenschaft gezogen worden. Sie wird mehrere Tage lang auf dieser Strecke mit Bussen geführt werden müssen. Laut Mitteilung der Baselland-Transport AG wurde ein Fahrleitungsmast unmittelbar neben der Brandstätte verformt, die elastischen Zwischenlagen beim Gleis seien geschmolzen und müssten getauscht werden. Die Arbeiten wolle man gewissenhaft machen, erklärt BLT-CEO Frédéric Monard: «Das sind Anlagenteile im Unterbau, die man nicht ohne weiteres beurteilen kann.» Die BLT hoffe, bis Donnerstag den Betrieb auf der ganzen Strecke wieder aufnehmen zu können. Derzeit wird der Abschnitt Lampenberg bis Liestal mit Bussen bedient. 

Automobilisten mussten am Vormittag weite Umwege über Diegten oder Reigoldswil in Kauf nehmen. 

Der Einsatz dauerte am Montagmorgen weiterhin an. Nach Angaben der Einsatzleitung wurden keine Personen verletzt. Die Ursache des Brandes ist derzeit noch unklar. Spezialisten der Polizei haben Ermittlungen aufgenommen, um den Hergang abzuklären. 

In dem Gewerbegebäude waren gemäss «Googlemaps» eine Autogarage, ein Metallbaugeschäft, die Niederlassung einer Solarfirma und weitere Unternehmungen untergebracht. Dominic Mühlemann, Inhaber der gleichnamigen Metallbaufirma, sagte auf Anfrage, dass er derzeit noch nicht wisse, wie es für ihn und seinen Mitarbeiter weitergehe: Die gesamte Infrastruktur sei verloren. Glück im Unglück hat der Carrosseriespezialist und «Dellendoktor» Mattias Scheuhammer: «Zwar ist meine Ausrüstung weg», sagt er zwar, aber «ich kann mein Gewerbe zur Not auch mobil betreiben.» Er arbeite bereits an einem konkreten Plan. Stark betroffen ist die Garage Nikocevic, die im südlichsten Teil der Halle in mehreren Modulen eingemietet war. 

«Greenplaces» ist eine Immobilienunternehmung mit Sitz in Lausanne, die an elf Standorten in der Schweiz modular aufgebaute Gewerbeliegenschaften betreibt – «die neue Generation grüner Gewerbeimmobilien», heisst es auf der Website. Die Halle in Bubendorf wies 40 Einheiten mit je rund 165 Quadratmetern Fläche und separatem Eingang auf, die auch kombiniert werden konnten. Rund die Hälfte der Module dürfte dem verheerenden Brand zum Opfer gefallen sein. Die Greenplaces-Hallen sind explizit nachhaltig konzipiert und setzen auf Holz als Baustoff, Solaranlagen auf dem Dach und Isolationsverglasung. Von der Firma war niemand für eine Stellungnahme erreichbar.


Image Title

1/10

Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote