«Früher habe ich Punkrock gehört»
16.01.2026 BaselbietNadine Vinzens, DJane, Schauspielerin und Model legt in Sissach auf
Die multitalentierte Ex-Miss Schweiz betritt heute einmal mehr die Bühne der «Schickeria» in Sissach und erzählt, wie sie unbeirrt und trotz Widrigkeiten ihren Weg stets mit Freude und Elan gegangen ...
Nadine Vinzens, DJane, Schauspielerin und Model legt in Sissach auf
Die multitalentierte Ex-Miss Schweiz betritt heute einmal mehr die Bühne der «Schickeria» in Sissach und erzählt, wie sie unbeirrt und trotz Widrigkeiten ihren Weg stets mit Freude und Elan gegangen ist.
Iris Bösiger
Frau Vinzens, wie sind Sie ins neue Jahr gestartet?
Nadine Vinzens: Sehr gut. Ich durfte zum Jahreswechsel in der Old Fashion Bar in Zürich auflegen und konnte den Abend mit meinen Freunden und meinem Partner verbringen. Was nicht selbstverständlich ist, da wir beide beruflich oft unterwegs und dann auch getrennt sind.
Wie ist Ihre Affinität zur Musik entstanden?
Die Musik habe ich tatsächlich nicht vom Elternhaus mitbekommen. Mein Interesse dafür hat sich schon früh von alleine entwickelt. Bereits als Vierjährige wollte ich auch nach Amerika und eine Schauspielschule absolvieren. Meine Wünsche und Träume konnte ich früh klar äussern. Als Kind habe ich Schlagzeug gespielt und später waren meine Freunde immer Musiker. Das war ein Zufall, aber das hat mich der Musik immer näher gebracht, bis der Drang, selber Musik zu machen, überhandnahm und ich mir das DJ-Handwerk selbst beigebracht habe. Dadurch habe ich auch viele DJs kennengelernt, die mir Tipps geben konnten. Später wurde ich auch von Grössen wie «Avicii» gepusht und durfte viele gute Erfahrungen sammeln.
Was für Musik hören Sie privat?
Ich höre genau die Musik, die ich auch auflege. Früher, als Jugendliche, habe ich viel Punkrock und Rock gehört, das mag ich heute immer noch sehr. Aber Techno, Tech-House und auch Hard Techno sind meine Leidenschaft. Ich habe mich immer auf der härteren Seite der Musik bewegt, auch privat.
Was reizt Sie an der Tätigkeit einer DJane?
Die Menschen und die Energie, die entsteht. Einfach eine gute Zeit haben, Party machen und tanzen. Ich kann die Leute damit glücklich machen und durch die Musik eine Verbundenheit schaffen.
Sie haben 15 Jahre in Los Angeles gelebt. Wie kam es dazu?
Wie gesagt, bereits als kleines Mädchen wollte ich Schauspielerin werden. Mit 13 oder 14 habe ich viel Theater gespielt und liess mich nie von dieser Zukunftsvision abbringen. Nach meiner Wahl zur Miss Schweiz im Jahr 2002 konnte ich mir meinen Kindheitswunsch erfüllen und in Los Angeles meine Schauspielausbildung absolvieren. Ich bin eine grosse Verfechterin davon, seinem Gespür zu folgen. Durch diesen Schritt bin ich eingetaucht in die Filmwelt und hatte die Chance, bei vielen Produktionen dabei zu sein. So zum Beispiel auch in einer Folge «C.S.I New York» oder im Film «Surrogates» mit Bruce Willis. Auch in Musikvideos von Britney Spears und dem Rapper Young Jeezy habe ich mitgewirkt.
Was unterscheidet das Film- vom Musikgeschäft?
Ich denke, dass die Entertainment-Industrie in allen Bereichen etwa gleich tickt. Schade ist, dass viel zu viel verglichen und gegeneinander gearbeitet wird. Es sollte doch ein Miteinander sein. Aber so läuft es halt, und gerade deshalb ist es wichtig, dass man sich nicht beirren lässt und Beurteilungen über sein Talent oder seine Erscheinung ignoriert. Die Musikbranche ist da vielleicht nicht ganz so extrem. Bis jetzt habe ich da vorwiegend gute Erfahrungen gemacht – im Gegensatz zur Filmindustrie.
Das heisst?
Es ist mir mehrfach passiert, dass sich Männer aus der Branche gemeldet haben. Zuerst loben sie dein Talent, bieten dir Möglichkeiten an. Dann folgt eine Art Casting. Nach dem zweiten Treffen wird schnell klar, dass sie ihre Machtposition ausnutzen. Man wird nur weitergebracht, wenn man mit ihnen ins Bett steigt. Nicht einmal dann wäre irgendein Erfolg gewährleistet. Man wird immer wieder als Lustobjekt behandelt und nur auf sein Äusseres reduziert. Ich habe mich zum Glück nie zu so etwas drängen lassen und ich habe mir durch solche Dinge auch nie die Freude und Lust an diesem Beruf nehmen lassen.
Sie sind vielfältig unterwegs.
Ist das Ihr Ausgleich oder braucht es da Ausgleich?
Falls ich Ausgleich brauche, liebe ich es, in die Natur laufen oder wandern zu gehen. Zum Entspannen schaue ich mir auch gerne Filme an und ich koche sehr gerne. Ich probiere immer neue Dinge aus und kann es auch mit Humor nehmen, wenn ein Rezept einmal daneben geht.
ach 15 Jahren in den USA wieder in die Schweiz zurückzuziehen, dürfte eine grosse Umstellung sein. Was fehlt Ihnen? Was ist hier besser?
Meine Familie ist da. Das ist ein enormes Plus. Auch die Schweizer Küche hat mir gefehlt. Schöne Berge kann ich auch in den Staaten sehen – ein paar Stunden aus dem sommerlichen Wetter fahren und Skifahren gehen, war in Amerika ein Highlight. Aber die Alpen sind halt trotzdem einfach anders verankert bei mir. Was mir in der Schweiz etwas fehlt, ist diese Verfügbarkeit aller Dinge rund um die Uhr. Nach einem Gig bin ich einmal fast zwei Stunden herumgefahren auf der Suche nach Zahnpasta. In L.A. konnte ich mir um drei Uhr früh um die Ecke neue Kleider kaufen. Auch das Meer und die sommerliche Temperatur fehlen mir. Mein Leben hätte sich eventuell stärker Richtung L.A. entwickelt, wenn ich hier nicht meine jetzige Liebe gefunden hätte.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Möglichst glücklich und gesund durchs Leben zu gehen. Ich habe keine grossen Pläne, ich lasse das Leben auf mich zukommen. Vielleicht entwickle ich noch ganz andere Interessen und lerne noch viele neue Dinge. Wer weiss.
Heute treten Sie in Sissach auf.
Was darf das Publikum erwarten?
Coole Musik, gute Stimmung und free Drinks für die Ladys. Anschliessend an meinen Auftritt in der «Schickeria» bin ich von 1 bis 4 Uhr früh im «Joker» in Sissach zu sehen und zu hören. Ich freue mich auf eine Nacht mit viel Tanzen.


