Eine «Gaststube für Freunde»
09.01.2026 BubendorfFriedmanns übernehmen das «Heimelig»
Der langjährige Küchenchef des «Bad Eptingen», Emmanuel Friedmann, und seine Frau Simone stürzen sich als Wirtepaar in ein neues Projekt.
Peter Sennhauser
«Immer, wenn wir ...
Friedmanns übernehmen das «Heimelig»
Der langjährige Küchenchef des «Bad Eptingen», Emmanuel Friedmann, und seine Frau Simone stürzen sich als Wirtepaar in ein neues Projekt.
Peter Sennhauser
«Immer, wenn wir bei Riesens waren, dachten wir danach: So eine Gaststätte, das wär’s!», erklärt Simone Friedmann. Klein, gemütlich und stilvoll ist das Restaurant im Herzen von Bubendorf – ein Blick auf «Tripadvisor» entlarvt es als Geheimtipp: Wenige, aber ausschliesslich hervorragende Kritiken hat das Wirtepaar Hannes und Marianne Riesen über viele Jahre erhalten. Jetzt hören die beiden auf: «Wir schliessen unser ‹Heimelig› auf April 2026», steht fast etwas verschämt der Hinweis auf der Website mit den Öffnungszeiten. Sie habe davon noch nichts gewusst, sagt Simone Friedmann auf Anfrage der «Volksstimme», «als ich mir bei einem unserer letzten Besuche ein Herz gefasst und Marianne Riesen gefragt habe, wie es bei ihnen weitergehe. Da sagte sie mir, dass sie gleichentags die Kündigung des Pachtvertrags zur Post gebracht habe.»
Aus dem Abschluss wird damit ein (fast) nahtloser Übergang: Das «Heimelig» schliesst im April seine Türen, dann wird in der Küche ein neuer Herd eingebaut und im Juni wollen Emmanuel und Simone Friedmann das kleine Lokal als Zwei-Personen- Betrieb wieder eröffnen. «Allenfalls brauchen wir noch etwas Hilfe in der Küche, aber die Gaststube habe ich im Griff», sagt Simone Friedmann – sie hat eigens für das Projekt das Wirtepatent erworben. «Nicht ganz so easy, wie ich dachte», sagt sie: «Ich bin ja vom Fach, habe ich gemeint. Aber in einem Monat alle die Dinge von Rechnungslegung bis zum Arbeitsrecht zu erlernen, mit denen ich bisher ja kaum zu tun hatte, war doch ein rechtes Stück.»
Keine Gault-Millau-Punkte
Der Name des Restaurants werde weiterhin Programm sein, verspricht Friedmann: «Es ist so klein, dass wir gewissermassen Freunde bewirten und nicht Gäste.» Die Küche werde von ihrem Mann in bewährter Tradition schweizerisch-französisch gehalten: Ein «cooles» Grundprodukt mit Raffinesse und passenden Beilagen, aber ohne viel Schnickschnack: «Wir sind nicht auf der Jagd nach Gault-Millau-Punkten», sagt Simone Friedmann.
Sie freut sich spürbar auf den neuen Lebensabschnitt. Zusammen mit ihrem Mann hatte sie fast 20 Jahre lang im Landgasthof Bad Eptingen bei Heinz Schwander gewirkt. Als Schwander den Betrieb vor zwei Jahren an einen Luzerner Unternehmer verkaufte, versprach dieser zunächst, es werde sich gar nichts ändern. Dennoch kam es in den ersten paar Monaten zu einigen Abgängen, darunter eben auch Emmanuel und Simone Friedmann.
