Ehret das fasnächtliche Schaffen!
06.01.2026 BaselbietPlakettenausgabe in Sissach, Gelterkinden, Liestal und Thürnen
Mit dem Sissacher Fasnachtssujet wird das Engagement der Aktiven gewürdigt. Auf der Gelterkinder Plakette wird die neue Grüngut-Entsorgung auf die Schippe genommen, die Liestaler Fasnächtler sorgen sich um ...
Plakettenausgabe in Sissach, Gelterkinden, Liestal und Thürnen
Mit dem Sissacher Fasnachtssujet wird das Engagement der Aktiven gewürdigt. Auf der Gelterkinder Plakette wird die neue Grüngut-Entsorgung auf die Schippe genommen, die Liestaler Fasnächtler sorgen sich um die defekte Uhr am «Törli» und die Thürner sorgen sich ums «Warteckstübli».
Christian Horisberger
Ab dieser Woche sind im Oberbaselbiet die Plaketten für die kommende Fasnacht vom Sonntag, 22. Februar bis Mittwoch, 25. Februar (in Sissach bis am Donnerstag), im Verkauf. «Handgmacht» ist das Sujet der Sissacher Fasnacht 2026. Die Fasnachtsplakette zeigt einen grossen Waggiskopf, einen Pinsel und einen Hammer, was darauf hinweist, wie viele Dinge an der Fasnacht handgemacht sind, wie viel Zeit die Aktiven für ihre Passion investieren und mit wie viel Liebe zum Detail sie arbeiten. Die Notenlinien weisen auf die Guggenmusiken hin, der Pinsel auf die Malerarbeiten an den Wagen, Larven und Helgen, und mit dem Hammer wird gebaut. Der Pinsel steht in Flammen, was sinnbildlich für das «Chluuri» steht.
Er habe sich für dieses Sujet entschieden, um die Arbeit, die Zeit und auch das finanzielle Engagement zu würdigen, das die Aktiven in die Fasnacht investieren, begründet der Vorstand der Fasnachtsgesellschaft Sissach seine Wahl. Es zeige auch, dass die Fasnacht noch etwas Reales, Handgemachtes sei und sich nicht durch Maschinen, Computer und KI ersetzen lasse: «Man muss sich treffen, aus dem Haus gehen und gemeinsam etwas bewerkstelligen.» An diesem Gedanken fand der FGS-Vorstand Gefallen. Er hoffe, dass auch die Schaulustigen am Umzug etwas genauer hinschauen werden, um zu erkennen, mit wie viel Liebe zum Detail und Aufwand gebaut, genäht und geübt wurde. Man werde dabei feststellen können, dass die Fasnacht aus weit mehr besteht als aus Party, Lautstärke und Süssigkeiten. Den Wettbewerb gewonnen hat Patrizia Schafroth aus Itingen, Mitglied der «Chluuribouer». Ihren Entwurf hat der Vorstand aus insgesamt 13 eingesandten Vorschlägen ausgewählt.
Die Sissacher Plakette ist in Gold (35 Franken), Silber (13 Franken)und Kupfer (9 Franken) erhältlich. Verkaufsstart ist der morgige 7. Januar (19 Uhr). Erhältlich ist sie bei allen zur FGS gehörenden Gruppierungen.
Achtung Kontrolle
Das Sujet der Gelterkinder Fasnacht 2026 lautet: «Alles wird kontrolliert.» Auf der Plakette geht es um die neue Gebühr für die Grünabfuhr in Gelterkinden. Sie zeigt eine Alte Tante, die ihren Abfall zur Entsorgungsstelle bringt, und von einem Kontrolleur empfangen wird. Der Waggis zeigt seine Bewilligung, dass er entsorgen darf. Der Ueli wacht über das Prozedere und lacht vor sich hin.
«Wir finden, das Sujet passt auch sehr gut zu den neuen Wagenvorschriften, die nun von den Fasnachtskomitees kontrolliert werden müssen», schreibt dazu der Vorstand der Gelterkinder Fasnacht zur Plakette, die von Anita Gasser aus Gelterkinden gestaltet worden ist.
Die Plakette wird in Gold für 33 Franken und in Silber für 13 Franken angeboten und ist ab dem kommenden Samstag im Verkauf.
Uhr am «Törli»
Aus 29 Eingaben hat das Fasnachtskomitee Liestal den Vorschlag von Denise Steiner aus Liestal zum Su-
jet der kommenden Fasnacht erkoren. Es lautet: «D’Zyt stoht still.» Die Plakette zeigt die Uhr am Liestaler «Törli» und darüber anstelle des heiligen Georgs einen «Chienbäseträger». Der Vers zum Sujet lautet:
D’Zyt im Stedtli die stoht still,
will die alti Mechanik vo dr Törliuhr nümme will.
Es blibt denn au so, Stund um Stund und eusi Törliuhr duet d’Zyt nümm kund.
Übers Neujohr, bis zu dr Fasnachtszyt, chömme si mit dr Reparatur nitt wyt. Und me macht sich langsam Sorge, es isch halt nitt eifach, so alti Ersatzteili z’bsorge.
Doch halt, stopp – isch es denn würklich so schlimm,
mol d’Zyt lo z’stoh, au wenn me nitt will?
Mir renne vo Termin zu Termin und rase durs Läbe,
sind immer hindedri, au wenn mir alles gäbe!
Und au wenn mir im Stress sind, so chönne mir’s doch nit lo si,
Tiktok, Whatsapp, Instagram, mir luege trotz allem «nur schnäll dri».
Do isch’s doch au mol schön, wenn d’Zyt blibt stoh,
villicht erscht, wenn me muess, cha me das wieder verstoh.
Me hett denn d’Glägeheit zum Innehalte und sich nit lo ablänke
und villicht au d’Möglichkeit, zum öbbis Negativs ins Guetä umzdänke.
Wie euse Chienbäseträger uf dr Plagette, wo in d’Rolle vom Drachtetöter schlüpft
und anstatt dr Drache z’töte, sis Füür zum Azünde vom Chienbäse nützt.
Haltet doch au mol inne, in dere Zyt, wo so schnell duet vergoh,
lueget um euch ume und düend alles für eimol hinter euch loh.
S’Läbe isch so schön und schins hei mir nur eins,
gniesse mirs doch, chömme zämme und nähme mol eins.
Es isch aber trotzdem toll, dass d’Mechanik jetzt wieder duet goh
und me sich uff d’Zeiger vo eusere Törliuhr cha verloh.
So wüsse mir au an dr Fasnacht, wenn’s Zyt isch, im Stedtli ane- oder izstoh
und au, wenn me villicht langsam wieder mol setti dra dänke heime z’go.
In däm Sinn, gniesse mir d’Lieschtler Fasnacht, liebi Fasnächtler und Gescht,
chömme zämme, sind gsellig und beläbe euses traditionelle Fescht.
Denise Steiner hat den mit 500 Franken dotierten Liestaler Wettbewerb bereits zum vierten Mal gewonnen. Die Plakette mit ihrem Sujet ist ab sofort in Kupfer (10 Franken), Silber (16 Franken) und Gold (44 Franken) im Verkauf.
Die Thürner Fasnachtsgesellschaft Aerdwybli gibt seit 1979 jeweils eine Plakette heraus, deren Sujet ebenfalls in einem Wettbewerb ermittelt wird. Dieses Jahr hat der Aerdwybly-Vorstand die Eingabe von Raphael Martin aus Itingen, der bei der Gugge Aerdwybli Schränzer mitwirkt, zum Thürner Sujet erkoren. Es lautet: «Scho wider zuä» und bezieht sich auf die Dorfbeiz Warteckstübli, die erneut geschlossen ist. Die Plakette zeigt einen Waggis, der ein leeres Bierglas hält, versehen mit der Aufschrift «Warteck». Das Motiv steht dafür, dass die Fasnächtler derzeit in ihrer Stammbeiz weder Sitzungen abhalten noch nach der Guggen-Probe oder dem Wagenbau dort einkehren können.
Die Thürner Plakette gibt es in drei Ausführungen: Kupfer für 8 Franken, Silber für 10 Franken und Gold (koloriert) für 20 Franken. Sie kann bezogen werden bei den Aktivmitgliedern der Aerdwybli, bei der Bäckerei Brot & So in Thürnen. Ausserdem gibt es in der Woche vom 2. bis zum 8. Februar einen Haustürverkauf.
Die Produktion der Oberdörfer Plakette befindet sich auf der Zielgeraden, für die Präsentation in der heutigen «Volksstimme» hat es aber nicht gereicht. Wir werden sie am Donnerstag vorstellen.



