«Die Rückkehr zum Wesentlichen ist ein Muss»
09.06.2026 BaselbietLVB-Präsident Philipp Loretz äussert sich im Interview zu den vielen Baustellen an den Schulen
Die Schulen im Baselbiet stehen vor vielen Herausforderungen: überhitzte Schulzimmer, sinkende Sprachkompetenzen, ein überladener Lehrplan und eine Integrative Schule, die an ...
LVB-Präsident Philipp Loretz äussert sich im Interview zu den vielen Baustellen an den Schulen
Die Schulen im Baselbiet stehen vor vielen Herausforderungen: überhitzte Schulzimmer, sinkende Sprachkompetenzen, ein überladener Lehrplan und eine Integrative Schule, die an ihre Grenzen stösst. Philipp Loretz, Präsident des Lehrerinnen- und Lehrervereins Baselland, fordert eine «mutige Kurskorrektur».
Pascal Kamber
■ Herr Loretz, wie oft sind Sie im Schulzimmer schon ins Schwitzen gekommen?
Philipp Loretz: Kürzlich war es wieder knapp über 30 Grad, also klar über dem vom Staatssekretariat für Wirtschaft empfohlenen Grenzwert von 28 Grad. In den vergangenen Jahren waren bis zu 15 Prozent der Unterrichtszeit von Hitzeperioden betroffen, das ist eindeutig zu viel. Unter solchen Bedingungen können sich Schülerinnen und Schüler kaum konzentrieren; wirkungsvoller Unterricht ist stark erschwert – und solche Hitzephasen dürften eher noch zunehmen.
■ Der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland (LVB) hat im Jahr 2023 Messungen in den Schulzimmern durchgeführt und das Problem aufgezeigt. Trotzdem wird die Hitze jeden Sommer aufs Neue diskutiert. Wie frustrierend ist das?
Im Kanton Baselland ist das Thema politisch unbestritten. Inzwischen sind mehrere Vorstösse überwiesen worden. Und man achtet bei Sanierungen und Neubauten darauf, dass aktive Luftzirkulations- und Kühlsysteme eingebaut werden. Das Problem liegt eher bei den kurzfristigen Massnahmen. Wenn den Schulen empfohlen wird, bei Hitze mit den Klassen in den Keller oder in den Wald zu gehen, sind das Verlegenheitslösungen, die wir nicht mehr hören wollen.
■ Welche kurzfristigen Massnahmen schweben Ihnen vor?
Sinnvoller wären Nachtauskühlung der Schulhäuser durch Sicherheitspersonal, eine flexible Anpassung der Unterrichtsorganisation, abgestimmt auf die jeweilige Altersstufe, und ab sofort ein konsequenter Schutz schwangerer Lehrerinnen bei Temperaturen über 28 Grad, wie es das Gesetz verlangt. Bis alle Schulhäuser energetisch saniert sind, braucht es pragmatische Übergangslösungen – zum Beispiel Klimaanlagen, gespeist von Photovoltaikanlagen auf dem Schulhausdach. Das fordert auch der Dachverband der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer. Kein Gesetz verbietet im Baselbiet den Einbau von Klimaanlagen. Wenn wir nun nicht vorwärtsmachen, erzähle ich jedes Jahr das Gleiche – und wir diskutieren schliesslich auch nicht darüber, ob man im Winter heizen soll.
■ Was braucht es, damit diese Vorschläge umgesetzt werden?
Ein Teil des Problems liegt in den Zuständigkeiten. Die Bau- und Umweltschutzdirektion kümmert sich um die Gebäude, die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion um das Pädagogische. Die ehemalige Bildungsdirektorin Monica Gschwind hat eine bessere Koordination angestossen. Ihr Nachfolger Markus Eigenmann treibt diese Zusammenarbeit nun voran, um das Hitzeproblem zu lösen. Eine andere Hürde sind die Finanzen: Die Gemeinden sind Träger der kommunalen Schulen, viele Kassen sind bereits stark belastet. Es braucht finanzielle Unterstützung durch den Kanton, damit die erforderlichen Investitionen in den Hitzeschutz zu stemmen sind. Daran führt kein Weg vorbei. Die Alternative wäre, dass in rund 15 Prozent der Schulzeit kein lernwirksamer Unterricht stattfinden kann. Das wäre kein verantwortungsvoller Umgang mit dem Bildungsfranken.
■ Für hitzige Debatten sorgt auch das Frühfranzösisch. Ein Bericht des Kantons zeigt: Nur 57 Prozent der Schülerinnen und Schüler erreichen die Grundkompetenzen. Ist das Modell «Frühfranzösisch» gescheitert?
Der LVB hat bereits bei der Einführung des Frühfranzösisch kritisch darauf hingewiesen, dass es unter diesen Rahmenbedingungen nicht funktionieren wird. Die damals verordneten Lehrmittel «Mille feuilles» und «Clin d’oeil» waren viel zu schwierig, nicht altersgerecht und boten keine aufbauende Systematik. Die von den Pädagogischen Hochschulen propagierte Mehrsprachigkeitsdidaktik konnte ihre Versprechungen nicht einlösen. Beim Spracherwerb liegt immer noch ein grundlegendes Missverständnis vor: Jedes Kind lernt seine Muttersprache, weil es diese stundenlang und über Jahre hört. Manche Politiker glauben immer noch, ein Kind lerne eine Sprache schneller, wenn es früh damit anfängt. Das muttersprachliche Lernen kann man in der Schule aber nicht imitieren. Zwei Lektionen pro Woche als «Sprachbad» zu verkaufen, ist schlicht Unsinn. Für ein echtes immersives Lernen bräuchte es 10 bis 15 Wochenlektionen und Französischlehrpersonen mit muttersprachlichen Kompetenzen. Und selbst wenn man das wollte, wäre das weder realistisch noch finanzierbar. Die Menge an Lehrpersonen mit den erforderlichen Qualifikationen gibt der Markt nicht her.
■ Befürworter des Frühfremdsprachenkonzepts, die sich auf den Bericht des Kantons berufen, sagen, dass es kaum eine Rolle spielt, wann Kinder mit dem Französischlernen beginnen.
Warum stört Sie diese Aussage?
Der Bericht zeigt, dass Frühfranzösisch ab der 3. Klasse funktionieren könnte, wenn sämtliche der folgenden Voraussetzungen erfüllt wären: ausreichend qualifizierte Lehrpersonen mit sehr guten Französischkenntnissen, genügend Lernzeit, altersgerechte Materialien und kleine Lerngruppen. Gleichzeitig gibt es bislang keine einzige Studie, die einen nachweislichen Vorteil eines Französischstarts im Alter von 8 Jahren belegen würde. Deshalb finde ich es problematisch, wenn daraus der Schluss gezogen wird, das Einstiegsalter spiele keine Rolle. Mit derselben Logik könnte man ebenso gut fragen, warum man überhaupt am Start in der 3. Klasse festhalten will, wenn der Startzeitpunkt doch nicht ausschlaggebend sein soll.
■ Fordert die heutige Sprachenstrategie der Volksschule die Schülerinnen und Schüler zu stark?
Rund 40 Prozent der Kinder in der Volksschule wachsen fremdsprachig auf, sie lernen zu Hause eine andere Muttersprache. Im Kindergarten erlernen sie Mundart und in der Schule die Unterrichtssprache, also Deutsch. Ab 8 Jahren kommt Französisch hinzu, und ab 11 Jahren Englisch. Welches Kind kann das unter diesen Bedingungen leisten? Der Dachverband hat dieses Problem mittlerweile ebenfalls erkannt. Eine Kurskorrektur dürfte unumgänglich sein. Eine halbherzige Fünfsprachigkeit ist nicht zielführend.
■ Das klingt eher nach einem «Übungsabbruch» als nach einer Fortsetzung des Frühfranzösisch.
Die Primarschule ist überfrachtet. Jetzt braucht es keine «Pflästerlipolitik», sondern eine echte Entlastung. Vor diesem Hintergrund wäre es sinnvoll, eine Fremdsprache in die Oberstufe zu verschieben. Einige kantonale Parlamente haben das bereits so entschieden, im Baselbiet steht dieser Schritt noch zur Diskussion. Gleichzeitig ist es zentral, die Unterrichtssprache konsequent zu fördern. Sie ist der Schlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe und einem selbstbestimmten Leben.
■ Sie fordern, dass sich die Primarschulen wieder auf das Wesentliche fokussieren sollen. Wie meinen Sie das konkret?
Die Schule hat den Kernauftrag, Grundkompetenz zu vermitteln: verstehendes Lesen, kohärentes Schreiben, präzises Reden und grundlegendes Rechnen. Daneben muss genügend Zeit vorhanden sein für altersgerechte und spannende Sachthemen, kreativgestalterische Fächer und Bewegung. In den vergangenen Jahren wurde der Fächerkanon in der Primarschule aber stetig ausgeweitet: Frühfranzösisch, Frühenglisch, Natur-Mensch-Gesellschaft, Medien und Informatik. Der überfrachtete Lehrplan führt zu Beliebigkeit und erschwert einen aufbauenden Unterricht. Momentan befindet sich die Schule in einem politisch verordneten «Sightseeing-Modus». Können entsteht aber nicht im Vorbeigehen, sondern durch Übung, und dafür braucht es Zeit.
■ Viele Schülerinnen und Schüler beherrschen einen elementaren Grundwortschatz nicht mehr. Was ist hier schiefgelaufen?
Der Sprachzerfall ist Realität, das zeigen die «Pisa»- und ÜGK-Resultate. Das hat einerseits mit der Überfrachtung zu tun. Andererseits stellen wir fest, dass den Schülerinnen und Schülern Tausende gelesener Seiten fehlen. Es gibt bereits Studien, die zeigen, dass Kinder ihre Muttersprache nicht mehr richtig lernen, weil manche Eltern zu Hause eher auf das Smartphone schauen, statt miteinander und mit ihren Kindern zu reden. Die Schule kann solche Defizite nur bedingt wettmachen. Ein strukturierter, geführter Unterricht mit vielen angeleiteten und festigenden Übungsphasen ist entscheidend, damit die Kinder sprachlich profitieren.
■ Wieso tun sich Schülerinnen und Schüler so schwer damit, einen längeren Text zu lesen?
Die Aufmerksamkeitsspanne hat in den vergangenen Jahren massiv abgenommen. Beim endlosen Scrollen auf dem Handy oder dem Tablet ziehen unzählige Miniclips an uns vorbei. Die meisten dauern nur ein paar Sekunden. Das Gehirn hat sich daran gewöhnt. Entsprechend anstrengend ist es geworden, einen längeren Text oder gar ein Buch zu lesen. Das braucht anhaltende Konzentration. Wenn diese fehlt, wird es natürlich schwierig, durchzuhalten und einen Text wirklich zu erfassen.
■ Wie kann man diesen Sprachzerfall stoppen?
Der Kanton hat im Rahmen von «Zukunft Volksschule» ein Projekt zur Leseförderung auf die Beine gestellt. Kinder mit Lesedefiziten sollen früh entdeckt und spezifisch gefördert werden. Auch das Leseerlebnis soll so gefördert werden. An meiner Schule setzen wir das so um: Zu einer bestimmten Zeit lesen alle – von der Schulleitung bis zu den Schülerinnen und Schülern – in ihrer persönlichen Lektüre. In diesen stillen Phasen sind alle konzentriert bei der Sache und merken, wie toll Lesen sein kann. Kürzlich kam eine Schülerin zu mir und sagte: «Dank Ihnen habe ich zu Hause das erste Mal ein eigenes Buch gelesen.» Das ist doch wunderbar!
■ In der Kritik steht auch die Integrative Schule. Für Roland Stark, ehemaliger Präsident der Basler SP, hat dieses Modell auf der ganzen Linie versagt. Sie bremse die leistungsstarken und benachteilige die schwachen Schülerinnen und Schüler. Wie sehen Sie das?
Es ist ein bisschen spitz formuliert. Aber: Die Integrative Schule in der jetzigen Form funktioniert definitiv nicht so, wie man sich das vorgestellt hat. Sie wurde eingeführt im Wissen, dass es nicht genug schulische Heilpädagoginnen und Heilpädagogen gibt. Entsprechend gross ist die Belastung für Lehrpersonen, insbesondere der Klassenlehrpersonen. Wir vom LVB stehen grundsätzlich zur Idee der Integration. Man muss aber die Fälle individuell anschauen. In manchen Situationen gelingt die Integration gut, in anderen nicht. Wichtig ist, dass jedes Kind bestmöglich gefördert wird. Dafür braucht es vielfältige Lösungen. Im Baselbiet haben wir glücklicherweise noch Kleinklassen. Sie wurden bewusst nicht abgeschafft, weil klar ist, dass manche Kinder eine ganz enge und fachkundige Begleitung in einem geschützten Rahmen brauchen. In der Regelklasse würden sie untergehen, das wäre das Gegenteil von Integration.
■ Was kann die Politik hier tun?
Im Baselbiet sind zwei Vorstösse hängig: Einer von Miriam Locher von der SP, die inzwischen Nationalrätin ist, und einer von Anita Biedert von der SVP – das ganze politische Spektrum ist also vertreten. Miriam Locher fordert, die Kaskade hin zu einer separativen Beschulung den heutigen Bedürfnissen anzupassen und einen früheren Ausstieg aus den integrativen Angeboten zu ermöglichen. Anita Biedert verlangt die Einführung von Förderklassen auf Primar- und Sekundarschulstufe I für verhaltensauffällige Schülerinnen und Schüler. Beide Vorstösse wurden deutlich überwiesen. Politisch tut sich also etwas. Nun hat der Kanton aber festgestellt, dass die Kosten für die Sonderschule deutlich gestiegen sind. Als Reaktion will man Kinder wieder vermehrt in Regelklassen integrieren. Die Belastungen für alle Beteiligten werden also nicht weniger.
■ Wegen der hohen Belastung steigt die Frustration bei den Lehrpersonen. Ist der Beruf noch attraktiv genug?
In der öffentlichen Wahrnehmung hat sich das Bild des Lehrberufs schon verändert. Eine LVB-Umfrage unter mehr als 1000 Lehrpersonen hat gezeigt, dass die Belastungsfaktoren in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen haben. Genannt wurden etwa der stetig wachsende administrative Aufwand und die hohe Sitzungsdichte als Folge einer ausufernden Schulentwicklung. Zeit, die besser in das Kerngeschäft investiert würde. Aufgrund der Teilautonomie muss zudem jede Schule unzählige grundlegende Konzepte jeweils selbst neu entwickeln. Neben dem überfrachteten Lehrplan und den Herausforderungen durch die Integrative Schule fordern auch gesellschaftliche Entwicklungen die Schule: Die Flüchtlingskrisen, die Zunahme psychischer Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen, die Folgen der Digitalisierung und wachsende Ängste wegen der instabilen politischen Lage gehen an die Substanz.
■ Das klingt nicht nach bester Werbung für den Lehrerberuf.
Grundsätzlich finde ich, dass Lehrerin oder Lehrer nach wie vor ein abwechslungsreicher und kreativer Beruf ist. Besonders faszinierend ist für mich, Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 bis 15 Jahren zu unterrichten, zu begleiten und unmittelbar mitzuerleben, wie sie sich vom Kind zum jungen Erwachsenen entwickeln.
■ Hat die gesunkene Attraktivität dazu geführt, dass im Kanton Baselland zu wenig Lehrpersonen verfügbar sind?
Sie hat sicher dazu beigetragen. Es gibt auch ganz praktische Gründe: Die Babyboomer gehen in Rente, gleichzeitig nimmt die Schülerzahl zu. Das fehlende Personal führt in gewissen Fächern zwangsläufig dazu, dass manchmal Lehrpersonen eingesetzt werden, die die qualitativen Anforderungen nicht erfüllen. Der Kanton Zürich bot beispielsweise fünftägige Crashkurse an, nach denen man bereits unterrichten durfte. Das hat mit Qualität nichts mehr zu tun. Im Baselbiet achtet man mittels Monitoring grundsätzlich darauf, wie gut Lehrkräfte ausgebildet sind. Dank der Massnahmen, die noch unter der früheren Bildungsdirektorin Monica Gschwind getroffen wurden, hat sich die Lage spürbar entspannt. An der Primarschule bewerben sich mittlerweile wieder mehrere Personen auf eine Stelle. In den Fächern Französisch und Informatik ist es jedoch weiterhin schwierig, genügend qualifiziertes Personal zu finden. Als ich mich im Baselbiet zum ersten Mal beworben hatte, waren 50 Mitbewerber im Rennen …
■ Was erhoffen Sie sich vom neuen Bildungsdirektor Markus Eigenmann (FDP), damit diese Baustellen der Volksschule behoben werden?
Wir hatten einen sehr guten Einstieg mit ihm. Er zeigt sich offen für unsere Inputs. Auffallend ist, dass Markus Eigenmann sehr zielgerichtet vorgeht und bestens vorbereitet an den Sitzungen erscheint, das ist wirklich beeindruckend. Ich hoffe, dass er als ehemaliger Elektroingenieur insbesondere das Hitzeproblem pragmatisch angeht. Und dass er, wie seine Vorgängerin Monica Gschwind, alle Beteiligten aktiv miteinbezieht, um tragfähige Lösungen zu finden. Wir sind aber zuversichtlich und freuen uns auf eine produktive und konstruktive Zusammenarbeit mit Markus Eigenmann.
■ Wie stark muss man sich angesichts der vielen Probleme Sorgen machen um die Schulen im Baselbiet?
Wenn man alle Herausforderungen betrachtet, ist mir schon ein bisschen mulmig zumute. Es braucht eine mutige Kurskorrektur und eine Besinnung auf das Wesentliche. Unsere Botschaft lautet: «Reduce to the max.» Die Schule ist nicht die Reparaturwerkstatt der Gesellschaft. Die Pädagogischen Hochschulen müssen deshalb über die Bücher. Sie müssen die Kritik von Studierenden und aus der Praxis endlich ernst nehmen! Der LVB fordert zum Beispiel, dass alle Dozierenden für Fachdidaktik über entsprechende Unterrichtserfahrung in den Fächern und Stufen verfügen, für die sie ausbilden.
■ Wie zuversichtlich sind Sie, dass die Schule diese Hürden meistern kann?
Nach Jahrzehnten von Grossreformen ist das Bildungssystem in eine Schieflage geraten. Zuversichtlich stimmt mich, dass in weiten Teilen der Politik inzwischen angekommen ist, wie zentral die Grundkompetenzen sind. Jetzt braucht es aber mehr als Worte. Es braucht eine mutige Kurskorrektur. Pädagogisches Wunschdenken muss konsequent durch Realitätssinn ersetzt werden. Im Zentrum stehen die Stärkung der Lehrpersonen, eine praxisnahe Ausbildung, stabile Bindungen und – allen voran – die Verantwortung gegenüber unseren Kindern und Jugendlichen. Denn jedes Kind geht nur einmal zur Schule.
Zur Person
kam. Philipp Loretz ist 55 Jahre alt und wohnt in Seewen (SO). Er ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern. Er ist ausgebildeter Sekundarlehrer in den Fächern Deutsch, Französisch und Englisch. Seit 1999 unterrichtet der gebürtige Solothurner an der Sekundarschule Aesch. Seit 2014 ist Loretz Mitglied der Geschäftsleitung des Lehrerinnen- und Lehrervereins Baselland, seit 2022 steht er dem LVB als Präsident vor. Im Mai 2020 wählte ihn der Landrat zudem in den Baselbieter Bildungsrat.

