Die Büchel-Burg kommt ins Fernsehen
06.03.2025 ZunzgenGemeinderat will mit dem Kanton eine Lösung suchen
ch. Das Seilziehen um die Burg auf dem Büchel geht weiter. Der Zunzger Gemeinderat geht vorderhand nicht auf die Aufforderung des Baselbieter Bauinspektorats ein, die Baute bis Ende März abreissen zu ...
Gemeinderat will mit dem Kanton eine Lösung suchen
ch. Das Seilziehen um die Burg auf dem Büchel geht weiter. Der Zunzger Gemeinderat geht vorderhand nicht auf die Aufforderung des Baselbieter Bauinspektorats ein, die Baute bis Ende März abreissen zu lassen. Stattdessen möchte er zusammen mit dem Kanton eine Lösung finden, um die von der Bevölkerung liebgewonnene Büchel-Burg noch möglichst lange erhalten zu können. Dies hat der Zunzger Gemeinderat laut Präsident Hansruedi Wüthrich am Montag beschlossen, nachdem er sich zusammen mit den Erbauern über die Aufforderung zum Rückbau ausgetauscht hatte.
Dass der Gemeinderat versucht, die Lebensdauer der Holzburg zu verlängern, entspreche einerseits einem ausdrücklichen Wunsch der Bevölkerung, sagt Wüthrich. Andererseits wäre mit 19 anderthalb Meter tief in den Boden getriebenen Bohr-Ankern der von der Kantonsarchäologie beklagte Schaden an der historischen Stätte bereits angerichtet, sofern es ihn tatsächlich gebe. Bleibe die Baute länger stehen, werde die mutmassliche Beschädigung des Büchels dadurch nicht grösser. Das Bauinspektorat stützt die Ablehnung des nachträglich eingereichten Baugesuchs zum Erhalt der Büchelburg bis im Herbst 2028 nicht zuletzt auf die Feststellungen der Archäologen.
Deren Darstellung, wonach der Büchel wegen der Burg nicht begehbar sei, widerspricht Wüthrich: Der Weg zur Hügelkuppe sei frei, man könne auf dem Bänkli Platz nehmen und auch um die Baute mit 6 mal 6 Metern Grundfläche herum gehen. Der Büchel sei nach wie vor ein beliebtes Ziel von Spaziergängern.
Beitrag in «Schweiz aktuell»
Nach Beiträgen in mehreren lokalen Medien über die Büchel-Burg in einer rechtlichen Dunkelgrauzone – der Gemeinderat hat ohne Rücksprache mit dem Kanton eine kommunale Baubewilligung ausgestellt – ist auch das Schweizer Fernsehen auf den Knatsch ums neue Zunzger Wahrzeichen aufmerksam geworden. Am vergangenen Freitag führte der Gemeindepräsident einen Journalisten von «Schweiz aktuell» auf das «corpus delicti» und durchs Dorf, damit sich dieser ein Bild von der Burg und von der Stimmung verschaffen konnte. Die Sendung wird voraussichtlich heute Abend auf «SRF 1» ausgestrahlt.
Die Zeit für den Dreh habe er sich gerne genommen, sagt Hansruedi Wüthrich. Denn damit stehe Zunzgen über die Region hinaus im Schaufenster, was ihn als «Breesi» freue. Zudem komme in den Interviews, die der «SRF»-Mitarbeiter führte, klar zum Ausdruck, dass die Zunzgerinnen und Zunzger grossmehrheitlich hinter der Burg stehen. Nicht nur: Unter den zahlreichen Gruppen und Vereinen, denen seit dem Dorffest für einen Ausflug oder Apéro Einlass in die Burg gewährt wurde, seien auch Auswärtige gewesen – unter anderem Polizisten aus dem Kanton Basel-Stadt.
Ob die Karte Sympathie sticht, wird sich im Gespräch zeigen, zu dem der Gemeinderat das Bauinspektorat nun einlädt. Wüthrich ist sich darüber im Klaren, dass die Gemeinde das schlechtere Blatt hat: «Wir wissen, dass das Gebäude nicht zonenkonform ist.» Umso mehr hofft er auf eine einvernehmliche Lösung. Über weitere Schritte habe der Gemeinderat noch nicht entschieden. Bleibt «Liestal» hart und steht die Burg Ende März noch, wird das Bauinspektorat nach der Abriss- «Einladung» eine Verfügung erlassen, die von der Gemeinde angefochtern werden kann.