Bei der SVP gibt es nur eine Kandidatur für den Regierungsrat
Matthias Liechti, Landrat aus Rümlingen und ehemaliger Gemeindepräsident, wird wohl für die SVP in den Wahlkampf ziehen. Er ist der einzige Bewerber innerhalb der Partei. Der Bankangestellte hat es jedoch ...
Bei der SVP gibt es nur eine Kandidatur für den Regierungsrat
Matthias Liechti, Landrat aus Rümlingen und ehemaliger Gemeindepräsident, wird wohl für die SVP in den Wahlkampf ziehen. Er ist der einzige Bewerber innerhalb der Partei. Der Bankangestellte hat es jedoch nicht einfach gegen Philipp Schoch.
Thomas Gubler und Janis Erne
Immerhin einen Vorteil hat die SVP. Anders als die Grünen wissen deren Mitglieder bei der Nomination ihres Regierungsratskandidaten am 23. März, wer ihr Gegner ist. Dabei ist allerdings jetzt schon klar: Wenn die SVP Grünen-Kandidat Philipp Schoch schlagen und im Herbst in die Regierung zurückkehren will, kann sie dies nur mit einer breit akzeptierten Kandidatur schaffen. Und eigentlich konnte der entsprechende Kandidat, da sowohl Landratspräsident Reto Tschudin (Lausen) als auch Gemeindepräsident Johannes Sutter (Arboldswil) abgesagt haben, nur Matthias Liechti sein.
Denn seit gestern steht fest: Liechti, Landrat aus Rümlingen und ehemaliger Gemeindepräsident, ist der einzige Kandidat. Dies teilte SVP-Präsident Peter Riebli auf Anfrage der «Volksstimme» mit, nachdem die Bewerbungsfrist am Wochenende abgelaufen war. Für Liechti ist es innerhalb kurzer Zeit der zweite Anlauf, Regierungsrat zu werden. Er wollte im vergangenen Jahr Nachfolger von Ex-Bildungsdirektorin Monica Gschwind (FDP) werden, unterlag bei der parteiinternen Ausscheidung jedoch knapp Caroline Mall, die im Dreikampf mit Markus Eigenmann (FDP) und Sabine Bucher (GLP) chancenlos blieb.
Allerdings dürfte auch Matthias Liechti gegen das politische Schwergewicht aus Pratteln keinen leichten Stand haben. Grünen-Kandidat Philipp Schoch liess am Donnerstagabend jedenfalls keinen Zweifel daran aufkommen, dass er alles geben werde. Zwar spricht für Liechti, dass mit ihm das Oberbaselbiet weiterhin in der Regierung vertreten wäre, an politischer Erfahrung kann er es mit Schoch jedoch nicht aufnehmen. Zudem ist der SVP-Politiker, der im Landrat als stiller Schaffer im Hintergrund gilt, im unteren Kantonsteil noch wenig bekannt. Eine Wahl Liechtis wäre nur über eine reibungslos funktionierende bürgerliche Allianz aus SVP, FDP und «Mitte» zu erreichen.
Würde die SVP bei der Ersatzwahl am 14. Juni erneut leer ausgehen, hätte dies erhebliche Auswirkungen auf die Gesamterneuerungswahlen des Regierungsrats vom Frühling kommenden Jahres. Sollte es dann oder allenfalls ein oder zwei Jahre später zu einer Vakanz kommen – im Vordergrund stünde rein vom Alter her ein Rücktritt von Finanzdirektor Anton Lauber («Mitte») –, wäre mit einem eigentlichen Hauen und Stechen zu rechnen. Würde die «Mitte» zugunsten der SVP verzichten? Wohl kaum. Und fast schon sicher wäre dann ein Angriff der SP, die mit einem zweiten Regierungssitz die Baselbieter Bürgerlichen in der Regierung marginalisieren könnte. Bis dahin kann jedoch noch viel passieren.