Das heisseste Festival aller Zeiten
30.06.2026 Bezirk Sissach, Kultur, Sissach«Jazz uf em Strich» bot bunten Stil-Mix bei Höchsttemperaturen
Funk, Salsa, Bossa Nova und Singer-Songwriter-Punk-Rock-Pop. Die 18. Ausgabe des Sissacher «Jazz uf em Strich» in der aufgeheizten Begegnungszone erfreute das Publikum mit einem bunten Mix aus Musikstilen.
...«Jazz uf em Strich» bot bunten Stil-Mix bei Höchsttemperaturen
Funk, Salsa, Bossa Nova und Singer-Songwriter-Punk-Rock-Pop. Die 18. Ausgabe des Sissacher «Jazz uf em Strich» in der aufgeheizten Begegnungszone erfreute das Publikum mit einem bunten Mix aus Musikstilen.
Iris Bösiger
An der Bahnhofstrasse konnte man noch nicht viel davon ahnen, doch nach ein paar Schritten um die Ecke Richtung «Cheesmeyer» stand sie – die Bühne, auf welcher auch heuer wieder Bands bis spät in die Nacht ihre Songs zum Besten geben würden. Kurz nach sieben Uhr erklangen bereits die ersten scharfen Töne, gespielt von der Oltner Band «Happy Home Funk Unit», die sich, wie es ihr Name verrät, mit Haut und Haaren dem Funk verschrieben hat.
Die sieben versierten Musiker wurden von Andrea Janser als Lead-Sängerin unterstützt, die mit ihrer tiefen und starken Stimme überzeugte. Viele der Titel wurden vom Publikum erkannt, wie der Evergreen «Move On Up» von Curtis Mayfield.
Auf diesen energiegeladenen Auftakt folgte die Combo «Pedro Libre and his Friends». Nicht, dass es nötig gewesen wäre, aber die Truppe heizte dem Publikum mit ihren Salsa- und Bossa-Nova-Songs zusätzlich ein. Zum Ausgleich sang Pedro Libre seine eigenen Songs in Mundart, was auf musikalischer Ebene sehr erfrischend daher kam.
Auf die Tanzfläche!
Die Band glänze durch ein hervorragendes Zusammenspiel, das augenscheinlich sehr mühelos daher kam. Einige der, über den Daumen gepeilt, 300 Besucherinnen und Besucher zog es entsprechend auch auf die Tanzfläche vor der Bühne.
Das Duo «SCHERBEcontraBASS» aus Lübeck rundete den Abend ab. Ihre Texte und ihre Melodien erinnern an die rebellischen Songs aus den 1970er- und 1980er-Jahren; an die Zeit, als der Vietnamkrieg in aller Munde war und man dem Kapitalismus den Kampf angesagt hatte. Themen von früher – vielleicht aktueller denn je. Das Publikum hat sich in diesen Zeilen wiedergefunden, mitgesungen und mitgefiebert.
Man darf sagen, dass dieser Abend sehr viele musikalische Bedürfnisse abgedeckt hat und alles andere als konventionell war. «Es ist eher ungewöhnlich, ein Festival in dieser Reihenfolge auszuführen», sagte Veranstalter Stefan Zemp zu seinem Programm. «Die ersten beiden Bands füllten die Bühne durch Anzahl und Instrumente. ‹SCHERBEcontraBASS› waren zu zweit und haben das Publikum nach viel Funk und Salsa wieder etwas zurück gebracht – back to the roots und alltäglichen Themen, mit denen wir uns alle befassen.» Für Zemp ein grandioser Abschluss für diesen Abend.
Auch die Musikerinnen und Musiker seien begeistert von der Atmosphäre inmitten denkmalgeschützter Gebäude und hätten während ihrer Konzerte sehr viel Spass gehabt, so der Veranstalter weiter. Fans, die von weiter her anreisten, waren positiv überrascht von Sissach, das sie vorher nicht kannten.
Heiss, heiss, heiss
Vor den Kulissen lief alles so, wie es sollte. Es gab Würste und eine Bar mit einer Auswahl an Getränken. Rotwein wurde kaum verkauft, dafür eine riesige Menge an Wasser und Bier. Einige Stammgäste seiner Veranstaltung sind laut Zemp nicht erschienen – aber wer kann es ihnen verdenken: Die Bühne und fast der ganze Platz waren zum Glück bei Beginn der Konzerte im Schatten, aber bei einer solchen Hitzewelle kann jeder und jedem ein Kränzchen gewunden werden, der sich überhaupt nach draussen wagt.
Und somit kann man ohne Übertreibung sagen, dass die 18. Ausgabe des «Jazz uf em Strich» das heisseste Festival war, das jemals in Sissach stattgefunden hat.

