Eigenartige Solidarität
Es gibt wohl wenige Menschen in der Schweiz, die das tragische Ereignis in Crans-Montana unberührt gelassen hat. So wird sich auch Stadträtin Pascal Meschberger intensiv mit dem Thema befasst und dabei Überlegungen ...
Eigenartige Solidarität
Es gibt wohl wenige Menschen in der Schweiz, die das tragische Ereignis in Crans-Montana unberührt gelassen hat. So wird sich auch Stadträtin Pascal Meschberger intensiv mit dem Thema befasst und dabei Überlegungen angestellt haben, wie es um die Sicherheit in Liestal bestellt ist. Soweit kann ich die Gedanken nachvollziehen.
Doch die Absicht, gegenüber einer Vielzahl von Verstorbenen und Verletzten ein Zeichen der Solidarität zu setzen, und die Durchführung des Kienbesenumzugs infrage zu stellen, überspannt den Bogen massiv. Diese Überlegung entspricht keineswegs einer differenzierten und zu Ende gedachten Massnahme – aus meiner Perspektive ein veritabler Schnellschuss! Denn damit wird, gedanklich, Missbrauch mit einem Kulturgut betrieben, dessen Risiken bekannt sind und die mit grossem organisatorischen und personellen Aufwand aufgefangen werden.
Parallelen zum tragischen Ereignis von Crans-Montana kann ich keine erkennen. Dort haben verschiedene Institutionen und Funktionäre versagt. Gerade am Chienbäse-Umzug zeigt sich, ob die Zuschauenden die erforderliche Sensibilität mitbringen und sich durch geeignete Kleidung und durch rücksichtsvolles Verhalten auszeichnen. Dann wird dieser Brauchtum noch viele Jahre Bestand haben.
Rolf Senn-Gasser, Liestal