Biber im Frenkental
22.01.2026 BaselbietWie gross die Population ist, ist noch unklar Ein Foto auf «Facebook» zeigt, wie ein Biber den Stamm einer Weide fast «durchgeraffelt» hat. Warum er dies jetzt tut und wie stark sich die Biberpopulation in unserer Region ausbreitet, weiss Dominik Hügli von der ...
Wie gross die Population ist, ist noch unklar Ein Foto auf «Facebook» zeigt, wie ein Biber den Stamm einer Weide fast «durchgeraffelt» hat. Warum er dies jetzt tut und wie stark sich die Biberpopulation in unserer Region ausbreitet, weiss Dominik Hügli von der Biberfachstelle beider Basel.
Brigitt Buser
Esther Jost aus Waldenburg hat unweit der Station Lampenberg an der Vorderen Frenke die Frassspuren eines Bibers entdeckt und ein Bild davon auf «Facebook» gepostet. Die Reaktionen waren erfreulich, auch wenn das Bild auf den ersten Blick etwas erschreckend wirkte. Ein User meinte, man sollte die Bäume einhagen.
«Möchte man wertvolle Bäume schützen, ist dies ein gängiges Vorgehen. Doch von einem Schaden ist in diesem Fall nicht die Rede. Die Natur wird sich rasch wieder erholen, insbesondere Weiden schlagen bald wieder aus», sagt Dominik Hügli von der Biberfachstelle beider Basel. «Wir versuchen, bei Bibertätigkeiten aktiv zu vermitteln, wissen wir doch, dass ein auf diese Weise abgeholzter Baum als nicht alltäglich wahrgenommen wird.»
Im Winter auf Nahrungssuche
Biber halten keinen Winterschlaf, nicht einmal eine Winterruhe. Sie müssen sich daher auch ausserhalb der Vegetationszeit auf Nahrungssuche machen. Als reine Vegetarier ist das kein einfaches Unterfangen: Im Januar verfügt das noch vorhandene Gras über wenig Nährstoffe. Insbesondere an kalten Wintertagen benötigt der Biber jedoch viel Energie.
Deshalb hat er die Fähigkeit, mit seinen scharfen Zähnen Bäume zu fällen, um an nährstoffreicheres Futter zu kommen. Bevorzugtes Holz ist jenes der Weide, denn Biber wissen ganz genau, dass dieses weich ist und ein Durchraspeln des Stammes leichter geht als bei anderen Baumarten. Ist die Weide gefällt, so trennen sie Äste ab und legen mit ihnen in Winterquartiernähe einen Vorrat an. Hier ernähren sie sich dann bei Bedarf von der Rinde sowie von Knospen. Ein Vorteil ist, dass die Knospen der Salweide schon in einem fortgeschrittenen Stadium sind und daher für den Biber wohl den ersten Leckerbissen dieses Jahres darstellen.
Ob es sich bei dem Biber bei der Station Lampenberg um ein Einzeltier handelt oder um eine Familie, konnte Experte Dominik Hügli auf Anfrage noch nicht sagen. Laut Berichten sind dort bis zum Jahr 2023 aber sicher Einzeltiere vorhanden. Es kann natürlich auch gut sein, dass sich in den vergangenen beiden Jahren eine Familie gebildet hat. Dann wäre die Weide nicht nur wegen Hungers gefällt worden; vielleicht werden weitere Äste später auch für einen Dammbau genutzt. «In unserer Region ist die Biberpopulation bis anhin noch auf einem tiefen Niveau stabil, und wir gehen nicht davon aus, dass sich dies in den nächsten Jahren gross ändern wird. Grund dafür ist die Topologie unserer Region, die für den Biber nicht gleich optimal ist wie in anderen Regionen der Schweiz. Daher wird es noch dauern, bis er die hintersten Winkel der Flussläufe erobert hat und vielleicht auch seine Bautätigkeiten sichtbar werden. Wir von der Biberfachstelle sind froh um alle Sichtungen und beraten gerne bei Fragen. Zum Thema Biber bieten wir zudem auch regelmässig Führungen an», erklärt Hügli.
Zudem fallen Biber leider auch immer wieder dem Verkehr zum Opfer oder sie sterben bei den doch auch heftigen Revierkämpfen untereinander. Auf die Frage, ob zugefrorene Flüsse für Biber eine Gefahr darstellen, sagt Hügli, dass Beobachtungen in Österreich gezeigt haben, dass durch die ständige Aktivität der Tiere die Wasseroberfläche kaum zufrieren kann. Und wenn doch, dann können Biber sie bis zu einer gewissen Eisdicke problemlos durchstossen.

