Angestellte der Sekundarschule nutzen Gratis-Parkplätze in Wohnquartieren
Das neue Parkregime in Sissach sorgt auch im Nachbardorf für Diskussionen. Mitarbeitende der Sekundarschule stellen ihre Autos vermehrt auf Gratis-Parkplätzen in Zunzger Wohnquartieren ab. Die Folge: ...
Angestellte der Sekundarschule nutzen Gratis-Parkplätze in Wohnquartieren
Das neue Parkregime in Sissach sorgt auch im Nachbardorf für Diskussionen. Mitarbeitende der Sekundarschule stellen ihre Autos vermehrt auf Gratis-Parkplätzen in Zunzger Wohnquartieren ab. Die Folge: Die Parkfelder sind tagsüber fast durchgehend besetzt.
Janis Erne
Wer an Arbeitstagen in Sissach sein Auto parkieren will, muss überall im Dorf Gebühren zahlen. Diese neue Regelung ist seit dem 1. Oktober in Kraft – und nach etwas mehr als einem Monat zeigt sich: Das Regime wirkt über die Gemeindegrenzen hinaus. Auch im Nachbardorf Zunzgen sind die Folgen spürbar.
Seit die Parkplätze auf dem «Schickeria»- und dem «Kunsti»-Areal kostenpflichtig sind, weichen Angestellte der Sekundarschule Sissach vermehrt auf Zunzger Quartierstrassen aus. Die Benutzung der dortigen Parkfelder ist nämlich gratis. Betroffen sind der Aufgendsweg, der parallel zum Areal der Sekundarschule verläuft, sowie Teile der angrenzenden Querstrassen.
Wie die «Volksstimme» erfahren hat, sind die Parkmöglichkeiten dort tagsüber meist ausgeschöpft. Ein Augenschein am vergangenen Freitagnachmittag bestätigte dieses Bild. Während alle 15 Parkfelder im Zunzger Quartier besetzt waren, waren der Schickeria-Parkplatz und jener auf dem Schulareal jeweils nur halb voll.
Die Anwohner in Zunzgen stört das. Für sie ist es dadurch schwierig, Besuchern einen kostenlosen Parkplatz in der Nähe ihres Hauses anzubieten. Mehrere Betroffene haben sich diesbezüglich beim Gemeinderat gemeldet. Abends, wenn verschiedene Sportvereine in der Umgebung aktiv sind, ist das Problem weniger ausgeprägt. Dies, weil die Sissacher Parkplätze dann gratis sind.
Für den Zunzger Gemeinderat kam die Entwicklung nicht überraschend. In einer kürzlich veröffentlichten Mitteilung schreibt er, dass man bereits bei der Ankündigung der Ausweitung der Parkgebühren in Sissach mit einer Verlagerung in die Zunzger Wohngebiete gerechnet habe. Entsprechende Massnahmen würden deshalb geprüft, heisst es in der Mitteilung weiter.
Gemeinderat arbeitet an Konzept
Auf Anfrage der «Volksstimme» erklärt Gemeindepräsident Hansruedi Wüthrich, der Gemeinderat könne die Unzufriedenheit der betroffenen Einwohner nachvollziehen. Man beobachte die Lage und arbeite ohnehin an einem neuen Parkplatzkonzept für das ganze Dorf. Dabei werde auch die Situation in den Quartieren nahe der Sissacher Grenze angemessen berücksichtigt.
Bescheid weiss auch die Sekundarschule Sissach. Rektor Matthias Schafroth räumt ein, dass die Situation für die Anwohner in Zunzgen nicht ideal sei. Man habe das Schulpersonal frühzeitig über das neue Sissacher Parkregime informiert und darauf hingewiesen, dass Monats- und Jahreskarten erhältlich sind. Die Parkplätze auf dem Schulareal, die dem Kanton gehören, sind schon länger kostenpflichtig. Laut Schafroth beziehen die meisten Sekundarschul-Mitarbeitenden, die mit dem Auto pendeln, eine Parkkarte. Es gebe aber Ausnahmen – und wo jemand sein Auto abstelle, könne die Schulleitung letztlich nicht vorschreiben.