Abgang löst Rochade aus
28.04.2026 Baselbiet, Polizei, BaselbietPolizei setzt bei Kaderjobs auf interne Lösungen
Kripo-Chefin Fabienne Holland verlässt die Baselbieter Polizei. Ihr Weggang führt zu Wechseln und zwei Neubesetzungen auf Führungsebene. Dabei setzt die Polizei auf Kontinuität.
Janis Erne
Am 1. Mai ...
Polizei setzt bei Kaderjobs auf interne Lösungen
Kripo-Chefin Fabienne Holland verlässt die Baselbieter Polizei. Ihr Weggang führt zu Wechseln und zwei Neubesetzungen auf Führungsebene. Dabei setzt die Polizei auf Kontinuität.
Janis Erne
Am 1. Mai übernimmt Fabienne Holland das Kommando der Kantonspolizei Solothurn. Sie ist damit die vierte Frau in der Schweiz, die derzeit eine der 26 Kantonspolizeien führt. Für die Baselbieter Polizei bedeutet ihr Wechsel einen gewichtigen Verlust: Seit 2023 leitete Holland die Kriminalpolizei und galt als äusserst kompetente Führungskraft. Holland verfügt über einen breiten fachlichen Hintergrund. Neben der Polizeiausbildung besitzt sie das Anwaltspatent und arbeitete als Staatsanwältin. Sie kennt somit sowohl die Ermittlungsarbeit als auch die Anforderungen, um Anklagen erfolgreich vor Gericht zu bringen.
Ende März präsentierte die Polizeibeamtin letztmals die Baselbieter Kriminalstatistik. Ab Mai führt sie in Solothurn ein Korps mit rund 550 Mitarbeitenden. Der Wechsel ist auch fachlich anspruchsvoll: Die Kriminalitätsbelastung im Kanton Solothurn liegt höher als im Baselbiet, gemessen an der Anzahl Straftaten pro 1000 Einwohner. Mit den Strukturen vor Ort ist Holland bestens vertraut. Bereits von 2018 bis 2022 war sie bei der Kantonspolizei Solothurn tätig, zuletzt als Chefin der Kriminalabteilung und stellvertretende Kommandantin.
Zu aktuellen Entwicklungen sagt Holland: «Wir sehen insbesondere eine Zunahme bei Cyberkriminalität. Gleichzeitig bleiben klassische Deliktsbereiche wie Gewaltdelikte und Einbruchskriminalität relevant.» Auch die organisierte Kriminalität stelle eine Herausforderung dar. Um darauf zu reagieren, brauche es «mehr Personal, spezialisierte Fachkräfte, moderne und wirksame Hilfsmittel sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Kantonen, Bund und internationalen Partnern». Ihr Wechsel dürfte die polizeiliche Zusammenarbeit in der Region stärken.
Vorbilder seien wichtig
Holland war im Baselbiet die erste Frau an der Spitze der Kriminalpolizei und erst die zweite Frau in der Polizeileitung. Zur Rolle von Frauen im Polizeiberuf meint sie: «Für mich steht weniger mein Geschlecht im Vordergrund als die Aufgabe und die Verantwortung.» Gleichzeitig betont sie die Bedeutung von weiblichen Vorbildern und Vorgesetzten, «die Frauen auf ihrem Weg unterstützen und ermutigen».
Auch flexible Arbeitsmodelle seien wichtig, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Im Baselbiet setzt die Polizei unter anderem auf Informationsanlässe speziell für Frauen und gezielte Nachwuchsförderung. Hollands Rat an Frauen lautet: «Traut euch, Verantwortung zu übernehmen, bleibt euch selbst treu und lasst euch nicht von Rollenbildern einschränken.»
Ihr Weggang führt innerhalb der Baselbieter Polizei zu personellen Veränderungen. Ihr Nachfolger ist Vizekommandant Reto Zuber. Der Oberbaselbieter leitet die Kriminalpolizei bereits seit Anfang April und war zuvor Chef der Sicherheitspolizei. Neuer Chef der Sicherheitspolizei wird Martin Willi. Mit einem zweijährigen Unterbruch in der Privatwirtschaft arbeitet Willi seit dem Jahr 2003 für die Baselbieter Polizei. Organisatorisch unterstehen dem Polizeikommandanten Mark Burkhard sechs Einheiten, darunter die Kriminal- und die Sicherheitspolizei.



