Frontalangriff auf Service public
Die sogenannte Halbierungsinitiative ist kein harmloser Sparvorschlag, sondern ein Frontalangriff auf den medialen Service public. Nach dem klaren Nein zu «No Billag» 2018 folgt nun der nächste Versuch, die SRG ...
Frontalangriff auf Service public
Die sogenannte Halbierungsinitiative ist kein harmloser Sparvorschlag, sondern ein Frontalangriff auf den medialen Service public. Nach dem klaren Nein zu «No Billag» 2018 folgt nun der nächste Versuch, die SRG finanziell auszuhungern. Schon heute muss die SRG bis 2029 rund 270 Millionen Franken einsparen, 900 Stellen fallen weg. Wird die Initiative angenommen, sind weitere 1500 Vollzeitstellen betroffen. Das ist kein Reformschritt, das ist ein Kahlschlag. Der gesetzliche Leistungsauftrag wäre nicht mehr erfüllbar, die Vielfalt und Qualität unabhängiger Berichterstattung massiv beschädigt.
Gerade in unsicheren Zeiten brauchen wir verlässliche Informationen. Die SRG ist das einzige Medienhaus, das die Schweiz in vier Sprachen informiert und alle Landesteile erreicht. Wer diesen Pfeiler schwächt, schwächt die Demokratie. In einer Welt, in der Algorithmen, Gerüchte und finanzstarke Akteure die öffentliche Meinung verzerren, ist professioneller Journalismus kein Luxus, sondern eine öffentliche Aufgabe – wie Bildung oder Infrastruktur. Qualität braucht Rückhalt, nicht Misstrauen. Da braucht es wuchtige Ablehnung.
Urs Roth, Landrat SP, Niederdorf