Museum.BL erhält Prix Expo 2025
31.12.2025 Bezirk LiestalAusstellung «Fix it!» ausgezeichnet
Das Museum.BL in Liestal ist für seine Ausstellung «Fix it! Vom Glück des Reparierens» mit dem Prix Expo 2025 ausgezeichnet worden. Die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz würdigt damit eine interaktive Schau, die ...
Ausstellung «Fix it!» ausgezeichnet
Das Museum.BL in Liestal ist für seine Ausstellung «Fix it! Vom Glück des Reparierens» mit dem Prix Expo 2025 ausgezeichnet worden. Die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz würdigt damit eine interaktive Schau, die zeigt, wie Reparieren funktioniert.
Martin Stohler
Mit der aktuellen Sonderausstellung «Fix it! Vom Glück des Reparierens» zeigt das Museum.BL, wie kaputte Dinge geflickt werden können. Dafür erhielt es im Dezember den diesjährigen Prix Expo der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz.
Die Ausstellung setzt das Thema «Reparieren» auf vielfältige Weise um. Sie gibt uns Einblick in unsere natürliche Umwelt, in der Spinnen ihre Netze flicken oder Vögel ihre Nester ausbessern. Sie lädt zu einem Besuch bei einer Schneiderin ein oder lässt einen Steinmetz schildern, wie er eine zerfallene Mauer ausbessert. Einen etwas makaberen Anstrich erhält die Ausstellung durch einen Totenschädel, der bei Ausgrabungen in der Liestaler Stadtkirche gefunden wurde. Dieser weist ein markantes Loch auf. Die Verletzung war allerdings nicht tödlich; im Laufe des Heilungsprozesses verwuchsen die Knochenränder, wie sich erkennen lässt.
«Fix it!» ist aber auch eine Ausstellung zum Mitmachen. Die Besucherinnen und Besucher können Werkzeuge und Reparaturtechniken ausprobieren und Materialien kennenlernen. Nachmittags ab 13 Uhr stehen ihnen auch Reparatur-Profis mit Tipps zur Seite, wenn sie sich an die verschiedenen Reparaturaufträge machen.
Der Anstoss zur Ausstellung kam von Pit Schmid, dem Leiter Ausstellen und Vermitteln des Museums. «Pit Schmid», sagt Museumsleiter Marc Limat, «ist seit seiner Kindheit Reparateur aus Berufung und flickte alles, was in Familie und Freundeskreis nicht mehr funktionierte.» Die «Mach»- beziehungsweise «Mitmach»-Komponente war denn auch von Anfang an ein wichtiger Teil des Ausstellungskonzepts.
Kultur des Reparierens
Der Prix Expo wird jährlich verliehen und ist mit 10 000 Franken dotiert. Mit ihm zeichnet die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) jeweils «die beste naturwissenschaftliche Ausstellung der Schweiz» aus. 2025 bewarben sich zwölf Ausstellungen um den Preis. Mit der Preisvergabe an das Museum.BL für die Ausstellung «Fix it!» würdigt die Jury «ein ambitioniertes und inspirierendes Projekt, das sich der Kultur des Reparierens widmet und dabei die Absurdität von Überkonsum und Verschwendung der intrinsischen Funktionsweise des Lebendigen gegenüberstellt, das von Natur aus auf Reparatur und Regeneration beruht». Der Jury gefiel auch «die hohe Relevanz» des Ausstellungsthemas, das zentrale Herausforderungen der heutigen Nachhaltigkeitsdebatte widerspiegle.
In seiner Ansprache zur Preisverleihung sagte Jury-Präsident Nicolas Kramar, die Ausstellung behandle das Thema nicht nur aus soziologischer und ökologischer Sicht. Sie sei vor allem auch eine naturwissenschaftliche Ausstellung. «Um zu reparieren, reicht guter Wille allein nicht aus.» Man müsse verstehen, wie Dinge funktionieren. Die Ausstellung mache uns bewusst, dass in jedem Objekt Physik, Chemie und Materialwissenschaften steckten. Sie zeige, «dass wissenschaftliche Erkenntnisse unverzichtbar sind, um die Lebensdauer unserer Güter zu verlängern».
Grosses Lob fand Nicolas Kramar auch für die Art und Weise, wie das Publikum in die Ausstellung miteinbezogen wird. Dies schaffe eine einzigartige Atmosphäre in den Ausstellungsräumen. Es sei eine exzellente Idee, zur Betreuung der Ausstellung und in den Workshops Seniorinnen und Senioren einzusetzen. Dies schaffe einen echten Austausch zwischen den Generationen.
Noch ein Wort zur Akademie der Naturwissenschaften Schweiz: Diese wurde im Jahr 1815 von 36 Männern aus Genf, der Waadt und aus Bern als Allgemeine Schweizerische Gesellschaft für sämtliche Naturwissenschaften gegründet. Ihren aktuellen Namen hat sie seit 2004.
Grosse Freude
Vor zehn Jahren ist das Museum.BL schon einmal mit dem Prix Expo ausgezeichnet worden. Damals erhielt es den Preis für die Ausstellung «Die Kirsche … und eine Blueschtfahrt nach Tokyo». Umso mehr freut man sich über die erneute Auszeichnung. Pit Schmid, Leiter Ausstellen und Vermitteln, bemerkt dazu: «Wir erhielten den Preis von einer Fachjury, die aus Kolleginnen und Kollegen besteht, die mit denselben Herausforderungen arbeiten und im Rahmen ihrer Jurytätigkeit jedes Jahr zahlreiche Ausstellungen beurteilen. Das berührt uns sehr und freut uns enorm.»
Nicht nur bei der Jury, auch beim Publikum kommt «Fix it!» gut an. Museumsdirektor Marc Limat sagt, die Reaktionen seien aussergewöhnlich zahlreich und positiv. Die Leute kämen rasch miteinander ins Gespräch, erzählten einander Reparaturgeschichten und unterhielten sich über Technik, Handwerk und industrielle Produktion. «Nicht selten», weiss Marc Limat, «wandern die Gespräche von Gesellschaftsfragen zu philosophischen Grundsatzdiskussionen.»
Das Preisgeld will das Museum. BL für ein verstärktes Rahmenprogramm und Workshops verwenden. Die Ausstellung dauert noch bis zum 30. August 2026.
museum.bl.ch


