Das Marabu reicht jungen Leuten die Hand
18.08.2023 Bezirk Sissach, Gelterkinden, Kultur«Young Marabu» soll Jugendliche und junge Erwachsene für Kulturevents begeistern
Junge Menschen trifft man im Marabu selten. Zu selten, wie die Zukunftskonferenz findet. Deshalb wurde «Young Marabu» aus der Taufe gehoben: eine Gruppe, die Junge beim Organisieren von Kulturanlässen ...
«Young Marabu» soll Jugendliche und junge Erwachsene für Kulturevents begeistern
Junge Menschen trifft man im Marabu selten. Zu selten, wie die Zukunftskonferenz findet. Deshalb wurde «Young Marabu» aus der Taufe gehoben: eine Gruppe, die Junge beim Organisieren von Kulturanlässen unterstützt.
Barbara Saladin
Das Marabu ist ein fester Bestandteil im Kulturleben des Oberbaselbiets. Doch weil das vielseitige Programm – mit Ausnahme des Kinderkinos – vor allem von Publikum über 40 Jahren besucht wird, gibt es ein neues Projekt: «Young Marabu». Dessen Ziel ist es, junge Menschen ins Marabu zu locken, und zwar gleich in dreierlei Hinsicht: als Publikum, als Künstlerinnen und Künstler und als Eventorganisatorinnen und -organisatoren.
Die Idee für das neue Gefäss wurde von der Zukunftskonferenz angestossen, die im vergangenen Frühherbst stattgefunden hat, wie Ursula Biland-Thommen, Mitglied des Projektteams, sagt: «Dabei geht es ganz konkret darum, die bei uns fehlende Altersgruppe der 16- bis 25-Jährigen anzusprechen.» Das Angebot, so sieht es das Konzept vor, sollen diese dabei gleich selber auswählen und organisieren können.
Die vierköpfige Projektgruppe, die neu die Anlaufstelle der jungen Kulturaffinen ist, besteht neben Biland-Thommen aus Cynthia Coray, Simon Fankhauser und Manuel Bösiger. Letzterer ist mit 24 Jahren selber Vertreter der angesprochenen Generation. «Ich fand das eine coole Sache», sagt er. «Gerne helfe ich mit, dass die Jungen etwas auf die Beine stellen können.» Das Projektteam stehe unterstützend zur Seite, etwa bei der Geldsuche, und das Marabu stelle beispielsweise das Barpersonal zur Verfügung, ergänzt Bösiger. Das Lokal erhalten die Jungen mietfrei, bloss eine Reinigungspauschale müsse entrichtet werden. Die erforderliche Selbstständigkeit soll einen Lerneffekt bei den jungen Erwachsenen haben. Und natürlich erhofft man sich Nachwuchs für das Marabu-Team.
Interesse ist vorhanden
Zur Bekanntmachung des neuen Gefässes wurden verschiedene Jugendorganisationen eingeladen. Sowohl diese als auch private Gruppierungen erhalten die Möglichkeit, das Marabu als Eventlokal zu benutzen. Offen ist man für alle Arten von Kultur – ob Konzert, Theater, Lesung, Kino oder anderes. «Alle Veranstalterinnen und Veranstalter aus dem Baselbiet mit innovativen Ideen können auf uns zukommen», sagt Bösiger. Einzige Kriterien: Die Veranstaltung muss ins Marabu-Programm passen.
Die Resonanz war bisher positiv. «Wir wurden sogar ein wenig von Anfragen überrollt», sagt Biland. Die ersten kamen schon herein, als die Projektgruppe sich noch am Konstituieren war. Die erste Veranstaltung fand am 1. Juli statt. An dieser «Music Night», wie das Programm hiess, standen drei junge Bands auf der Marabu-Bühne. Am 26. August werden sich dann fünf Bands am «Marabu Band Battle» messen. Und am 16. September gastiert das Baselbieter Jugendtheater für eine Vorstellung im Marabu.
Das Interesse und das Bedürfnis seien also da, freuen sich Biland und Bösiger. Nun gehe es darum, das Angebot noch weiter zu verbreiten, dies beispielsweise über die Sozialen Medien. «Geplant sind etwa vier bis sechs Veranstaltungen jährlich. Wir haben ja auch nicht unendlich Kapazität, und die Agenda des Marabus ist schon recht vollgepackt», sagt Biland. Doch es gehe ja auch nicht darum, möglichst viele Veranstaltungen laufen zu lassen, sondern möglichst gute: «Wenn es funktionierende Anlässe gibt, ist das die beste Werbung. Davon wird das Projekt leben.»
Der Kanton Baselland unterstützt «Young Marabu» finanziell. Interessierte können sich direkt über die E-Mail-Adresse youngmarabu@marabu-bl.ch melden.

