Lidl will mehr Lagerräume
10.03.2023 Bauprojekte, Böckten, Wirtschaft, Bezirk SissachLadenerweiterung erfordert Quartierplan-Mutation
Eine Mutation des Quartierplans ist notwendig, damit Lidl in Böckten ihr Ladenlokal erweitern kann. Das Mitwirkungsverfahren bei der Bevölkerung ist gestartet. Rechtsgültig werden die Planungsdokumente erst, wenn Gemeindeversammlung und ...
Ladenerweiterung erfordert Quartierplan-Mutation
Eine Mutation des Quartierplans ist notwendig, damit Lidl in Böckten ihr Ladenlokal erweitern kann. Das Mitwirkungsverfahren bei der Bevölkerung ist gestartet. Rechtsgültig werden die Planungsdokumente erst, wenn Gemeindeversammlung und Regierungsrat dem Ganzen zustimmen.
Willi Wenger
Lidl Schweiz möchte ihr Ladenlokal an der Hauptstrasse in Böckten erweitern. Es sollen zusätzliche Kühlund Lagerräume sowie eine Backstube realisiert werden. Eine Vergrösserung der Verkaufsfläche ist nicht vorgesehen. Aufgrund des kantonalen Raumplanungs- und Baugesetzes muss jedoch in einer ersten Phase der «Quartierplan Lidl» mutiert werden. Aktuell läuft das Mitwirkungsverfahren bei der Bevölkerung, die in der Folge an einer Gemeindeversammlung über die Mutation zu entscheiden hat. Sagt der Böckter Souverän Ja, können die Planungsdokumente mit der regierungsrätlichen Genehmigung rechtsgültig werden.
Nicole Graf, Mediensprecherin von Lidl Schweiz, sagt, dass die jetzt eingeleiteten Verfahren notwendig und normal seien. «Dieselbe Vorgehensweise wäre im gleichen Fall auch in anderen Gemeinden und Kantonen üblich.» Der geplante Umbau befindet sich gemäss Graf auf gutem Weg.
Die Medienstelle ergänzt auf Anfrage, dass Lidl Schweiz sehr zuversichtlich sei, das Bauprojekt realisieren zu können. Geplant sei eine Verfahrensdauer von circa einem Jahr, sagt Graf, und so gesehen sei ein Baubeginn im aktuellen Jahr nicht geplant.
Erweiterung schon lange geplant
Beim Bauvorhaben handelt es sich um einen eingeschossigen Anbau für die Lagerung und Aufbereitung der Backwaren. Dies ermögliche es Lidl Schweiz, eine noch attraktivere Präsentation der Waren für die Kundschaft sicherzustellen und gleichzeitig die internen Prozesse optimieren zu können, so Graf. Lidl Schweiz hält zur Investitionssumme fest, dass diese gut 900 000 Franken betrage.
Lidl Schweiz hat bereits vor gut zwölf Jahren im Nachgang zur damaligen Eröffnung die Absicht geäussert, die Filiale, so wie jetzt geplant, geringfügig zu erweitern. Der damalige neue Quartierplan wurde vonseiten des Kantons jedoch nicht genehmigt, da der Nachweis in Bezug der Fahrzeug-Stellplätze nicht erbracht wurde.
Dieser Nachweis ist neu vorhanden, auch wenn das Projekt eine geplante Reduktion um 11 auf 78 Parkplätze vorsieht. Gemäss Planungsbericht der Sutter Ingenieur- und Planungsbüro AG mit Sitz in Arboldswil stelle dies kein Problem dar. «Selbst zu Zeiten mit dem höchsten wöchentlichen Kundenaufkommen wird noch annähernd die Hälfte der Parkplätze frei sein. Auch bei absoluten Spitzentagen dürfte noch mindestens ein Drittel der Parkplätze frei sein», beurteilt die Sutter Ingenieur- und Planungsbüro AG die Situation.
Könnte beim Status quo bleiben
Gemeindepräsident Elmar Gürtler sieht der Quartierplan-Mutation zuversichtlich entgegen. Auch für ihn ist das aktuelle Verfahren «völlig normal». Das Projekt ist für Gürtler ein von langer Hand gut vorbereitetes vernünftiges Geschäft. In Bezug des Zeitrahmens hat dieser einen sportlichen Terminplan vor Augen. «Vielleicht reicht es sogar, die Unterlagen der Juni-Gemeindeversammlung zum Beschluss vorzulegen.» Nach dieser «Gmäini» erfolgt die gesetzliche Planauflage mit Einsprachemöglichkeit, ehe der Regierungsrat darüber befinden wird.
Lidl Schweiz verfügt über fünf Filialen im Kanton, neben Böckten eine in Binningen, Lausen, Pratteln und Zwingen. In Basel wird eine Filiale geführt. Mediensprecherin Graf hält schliesslich fest, dass, sollte das Projekt in Böckten nicht realisiert werden können, es beim Status quo bleibe.