Raumplanung für alle
24.01.2023 Bezirk Waldenburg, ReigoldswilAnregungen der Bevölkerung an Workshop aufgenommen
Der Richtplan von Reigoldswil war am Samstag Thema eines Workshops. Bei konstruktiven Gesprächen sind von der Bevölkerung viele Anregungen gemacht worden, die der Gemeinderat wohlwollend zur Kenntnis nahm. Eine Arbeitsgruppe wird das ...
Anregungen der Bevölkerung an Workshop aufgenommen
Der Richtplan von Reigoldswil war am Samstag Thema eines Workshops. Bei konstruktiven Gesprächen sind von der Bevölkerung viele Anregungen gemacht worden, die der Gemeinderat wohlwollend zur Kenntnis nahm. Eine Arbeitsgruppe wird das Ganze nun auswerten.
Willi Wenger
Der heutige Richtplan von Reigoldswil ist bereits über 20 Jahre alt. Die Raumplanung habe seit damals wesentliche Änderungen erfahren, sagte Gemeindepräsident Fritz Sutter am Samstag am Rande eines Raumplanungs-Workshops mit interessierten Einwohnerinnen und Einwohnern. Auch aufgrund des Bundesgesetzes über die Raumplanung von 2014 müssen neue Ziele definiert werden. Diese betreffen unter anderem Massnahmen gegen die Zersiedelung. Die Siedlungsentwicklung müsse vermehrt nach innen gelenkt und der Qualität des Siedlungsraums mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Beides habe den Gemeinderat dazu veranlasst, die Aktualisierung des kommunalen Richtplans zügig in Angriff zu nehmen, so Sutter weiter.
Dies ist nun am Wochenende geschehen. Die Bevölkerung kam in Scharen, um sich einzubringen; für Eltern mit kleinen Kindern wurde eigens ein Hütedienst eingerichtet. Der Gemeinderat war sehr erfreut, dass mehr als 70 Personen die Gelegenheit nutzten, sich zu ihren Bedürfnissen und Ideen zu äussern. Schliesslich soll ein breit abgestütztes Koordinationsinstrument für die Gemeindeentwicklung entstehen. In Reigoldswil standen viele Themenfelder auf der Tagesordnung, unter anderen die Entwicklung des Dorfkerns und das lokale Gewerbe, die Entwicklung der gemeindeeigenen Parzelle 415 mit dem heutigen Gemeindezentrum, das Wohnangebot für Jung und Alt, Tourismus, Verkehr, Nachhaltigkeit, Natur und Landschaft, Bildung oder Soziales.
Vieles war am Ende des Tages nicht neu, aber doch formulierten die Besucherinnen und Besucher neue Visionen mit letztlich mahnenden Worten. In der «Hitparade der Wünsche» ganz oben stand als Leuchtturmprojekt die Parzelle 415. Das dortige Gemeindezentrum soll nach dem Willen des Gemeinderats zurückgebaut werden. Die Bevölkerung wünscht sich dort eine Gemischtnutzung mit Wohnungen, einem Gesundheitszentrum, einem Begegnungsort für Jung und Alt und das vor allem ohne oberirdische Parkplätze. Im Zentrum, aber nicht nur dort, sollen verkehrsberuhigende Massnahmen, etwa mit Tempo 20, fixiert werden.
Durchgrünen und entsiegeln
Nachhaltigkeit war generell ein grosses Thema am Samstag. Angeregt wurden die Förderung von Solar- und sogar Windenergie sowie die Entsiegelung des Bodens. Gefordert wurde auch eine «Durchgrünung», wo dies vernünftig und machbar sei. Auch für das Parkierungsproblem aufgrund des Wochenendtourismus wurde eine Lösung gewünscht. Dass das Wohnangebot verbessert werden sollte, war unbestritten, speziell betreffend Alterswohnungen oder betreutes Wohnen im Alter. Vieles wurde an der Veranstaltung auch gewürdigt. So das Schul- oder Vereinsangebot, die Einkaufsmöglichkeiten, die Kindertagesstätte, die Wohnqualität, die Lage mit vielen Sonnenhängen, der Wärmeverbund oder der gut ausgebaute öffentliche Verker.
Der Gemeinderat habe mit dem Workshop die Anliegen der Bevölkerung gehört und er nehme diese ernst, versicherte Präsident Fritz Sutter. Er zeigte die kommenden Schritte auf und hielt fest, dass es in Reigoldswil keine Denkverbote gebe. Mit Freude sagte er, dass einige der gehörten Anregungen für den Gemeinderat neu seien. Etwa folgende: Man solle doch prüfen, ob man nicht an Wochenenden das Parkhaus der Bachem AG in Bubendorf benutzen könnte, um von dort mit Zubringerbussen die Touristinnen und Touristen nach Reigoldswil zu bringen.


