Massives Leitungsleck behoben
30.12.2022 Bezirk Waldenburg, Bretzwil, GemeindenGemeinde verlor stündlich 1600 Liter Trinkwasser
Vergangene Woche meldete die Gemeinde Bretzwil, dass wegen eines unbekannten Lecks in den Wasserleitungen jede Stunde rund 1600 Liter Trinkwasser verloren gingen. Die Suche nach dem Leck benötigte zwei Nächte.
André ...
Gemeinde verlor stündlich 1600 Liter Trinkwasser
Vergangene Woche meldete die Gemeinde Bretzwil, dass wegen eines unbekannten Lecks in den Wasserleitungen jede Stunde rund 1600 Liter Trinkwasser verloren gingen. Die Suche nach dem Leck benötigte zwei Nächte.
André Frauchiger
Bretzwil ist das westlichste Oberbaselbieter Dorf mit rund 750 Einwohnerinnen und Einwohnern. Es ist von der Natur verwöhnt: Zwei eigene Wasserquellen machen die Gemeinde zum Selbstversorger beim Trinkwasser. Aber wie andere Gemeinden hat auch Bretzwil darauf zu achten, dass das Wasserleitungssystem intakt ist, damit möglichst kein Wasser verloren geht beziehungsweise ungewollt versickert.
Vor Weihnachten hatte Bretzwil mit genau diesem Problem zu kämpfen: Routinemässige Messungen ergaben, dass rund 1600 Liter Wasser pro Stunde verloren gingen. Innert 24 Stunden sind das über 38 000 Liter. Für Gemeindeverwalter Rolf Schweizer und seine Wasser-Fachleute stand deshalb fest: Es muss irgendwo bei den insgesamt 5,8 Kilometer langen Wasserleitungen ein Leck geben. Ein massives Leck, da es sich bei den 1600 Litern um rund einen Viertel des durchschnittlichen täglichen Verbrauchs in Bretzwil handelt. Sobald Wasser nach aussen, also an die Erdoberfläche dringt, ist ein Leck leicht auszumachen und zu reparieren.
Doch nirgends gab es Hinweise auf austretendes Wasser. Deshalb blieb den Verantwortlichen nichts anderes übrig, als zu nächtlicher Stunde, wenn von der Bevölkerung kaum Wasser verwendet wird, das Wasser in den verschiedenen Quartieren mit speziellen Messgeräten auf den Schiebern zu messen und auf das Geräusch von durchlaufendem Wasser zu achten.
Wasserversorgung gewährleistet
Bei den ersten Nachtmessungen zwischen 2 und 3 Uhr «ergab sich kein schlüssiges Ergebnis», wie Gemeindeverwalter Rolf Schweizer festhält. Deshalb mussten in der nächsten Nacht nochmals Messungen durchgeführt werden. Diesmal mit Erfolg: Der Ort des Leitungsbruchs konnte ermittelt werden. Er befand sich an der Hauptstrasse, im Gebiet Mettenbühl, in der Nähe der alten «Chesi» Richtung Seewen. Es gelang, das Leck kurz vor Weihnachten, bis zum 23. Dezember, zu reparieren.
Dass eine Leck-Suche zwei Nächte dauert, ist eher ungewöhnlich. Jährlich gibt es in Bretzwil im Durchschnitt drei bis vier Leitungsbrüche, meist dringt Wasser an die Oberfläche. Der Ort des Geschehens ist dann offensichtlich und die Reparatur kann unverzüglich in Angriff genommen werden. Die Kosten für die Behebung eines Leitungsbruchs belaufen sich durchschnittlich auf rund 6000 Franken.
Wie Gemeindeverwalter Rolf Schweizer erklärt, ist es aber immer ein Abwägen, ob sich die Reparatur einer alten Leitung aus finanzieller Sicht lohnt – oder ob besser eine neue eingebaut wird. Er schätzt aber, dass im Lauf der kommenden 20 Jahre alle alten Leitungen in den Gemeindestrassen erneuert werden müssen – Schritt für Schritt, im Rahmen der ordentlichen Budgets. Die auftretenden Schäden an den Leitungen seien vergleichbar mit solchen in anderen, ungefähr gleich grossen Gemeinden. Es bestehe kein Grund zur Sorge: Die Trinkwasserversorgung sei auf jeden Fall gewährleistet.