Langsamer über die Eichhöhe
28.10.2022 Baselbiet, BretzwilDer Pass darf nur noch mit Tempo 60 befahren werden
Weil es auf der Eichhöhe immer wieder beinahe zu Unfällen kam, ersuchte die Gemeinde Bretzwil den Kanton um eine Temporeduktion. Neu gilt auf dem unübersichtlichen Strassenabschnitt Tempo 60 statt 80.
Janis ...
Der Pass darf nur noch mit Tempo 60 befahren werden
Weil es auf der Eichhöhe immer wieder beinahe zu Unfällen kam, ersuchte die Gemeinde Bretzwil den Kanton um eine Temporeduktion. Neu gilt auf dem unübersichtlichen Strassenabschnitt Tempo 60 statt 80.
Janis Erne
Auf der Eichhöhe muss die Fahrgeschwindigkeit gedrosselt werden. Seit Kurzem darf der 686 Meter hohe «Pass» zwischen Bretzwil und Reigoldswil nur noch mit 60 statt wie bis anhin mit 80 Kilometern pro Stunde überquert werden. Die Polizei hatte durch das Tiefbauamt entsprechende Signalisationen anbringen lassen. Die Temporeduktion erfolgte auf Antrag der Gemeinde Bretzwil, wie Polizeisprecher Adrian Gaugler festhält.
Zwar verzeichne die Polizei nicht vermehrte Unfälle auf der Eichhöhe, doch: «Gemäss den Schilderungen aus Bretzwil kam es immer wieder zu gefährlichen Situationen und Beinahe-Unfällen.» Die Polizei machte sich vor Ort selbst ein Bild. Gaugler erläutert, dass die Sichtweise über die Kuppe hinweg ungenügend sei, weil die Strasse dort einen sehr geringen Ausrundungsradius aufweise.
Zudem befinden sich auf der Kuppe beidseitig Parkplätze, eine Bushaltestelle, eine Querung einer Veloroute und eine landwirtschaftliche Zufahrt. Das Gefahrenpotenzial ist dementsprechend gross. Auch ist die Eichhöhe erfahrungsgemäss häufig stark frequentiert von Wanderern, welche die Strasse überqueren. Und viele Personen strömen mit dem Bus, dem Auto oder dem Velo dorthin und nutzen den Ort als Ausgangspunkt für Ausflüge.
Gemeindeverwalter Rolf Schweizer ist froh, dass der Kanton das Anliegen aus Bretzwil umgesetzt hat. In der Gemeinde war eine Tempoanpassung wegen Sicherheitsbedenken schon seit geraumer Zeit ein Thema, wie Schweizer sagt. Er selbst ist der Meinung, dass «dort theoretisch schon länger Tempo 60 hingehört hätte». Zwar ist ihm klar, dass auch jetzt immer etwas passieren könne. Doch mit der Temporeduktion sei zumindest das Risiko eines Unfalls viel kleiner.
Unterer Hauenstein als Hotspot
Passstrassen sind im Baselbiet immer wieder Schauplatz von Verkehrsunfällen. Das zeigt ein Antwortschreiben des Regierungsrats auf einen Vorstoss von Landrat Jan Kirchmayr (SP), das vor Jahresfrist erschienen ist. Zwischen 2016 und 2020 kam es etwa auf der Challstrasse in Röschenz, mit welcher der Challpass erreicht wird, zu 9 Unfällen. Auf der Hauptstrasse in Langenbruck wurden 13 Unfälle verzeichnet; die Strasse führt auch über den Oberen Hauenstein. Der jährliche Schnitt im Kanton liegt laut der Regierungsantwort bei null bis zwei Unfällen pro Strasse.
Einen «Unfallschwerpunkt» – wie die Regierung formuliert – gibt es in Läufelfingen auf der Unteren Hauensteinstrasse bei der Abbiegung Richtung Wisen. Auf dieser Strasse wurden im untersuchten Zeitraum 22 Unfälle erfasst. In der Zwischenzeit hat der Kanton reagiert: Im Zuge der Sanierung der Unteren Hauensteinstrasse ab August 2021 wurde dort Tempo 60 eingeführt. Ob die Massnahme am Unteren Hauenstein zu mehr Verkehrssicherheit beiträgt, muss sich erst noch zeigen – ebenso auf der Eichhöhe.