Die Wurst ist hier niemandem wurst
29.07.2022 BaselbietElmar Gächter
Nein, den Wurstsalat haben sie nicht erfunden, die vier Männer aus dem Oberbaselbiet. Aber immerhin haben sie einen Event erschaffen, der selbst einem von Zürichs liebsten TV-Sendern eine Reportage zu bester Ausstrahlungszeit wert war. Und das heisst etwas. ...
Elmar Gächter
Nein, den Wurstsalat haben sie nicht erfunden, die vier Männer aus dem Oberbaselbiet. Aber immerhin haben sie einen Event erschaffen, der selbst einem von Zürichs liebsten TV-Sendern eine Reportage zu bester Ausstrahlungszeit wert war. Und das heisst etwas. Eine Wurstsalat-Weltmeisterschaft, was für eine Bieridee!
Wahrscheinlich beim einen oder andern Bierchen geboren, hat sie ihre Bewährungsprobe schon lange bestanden. Die Wurstsalat-Fangemeinde darf sich am Dienstag auf die achte Austragung des Anlasses freuen, wie stets während der Ferienzeit. «Damit die armen ‹Cheiben›, die nicht in die Ferien fahren können, auch etwas vom Sommer haben», scherzt Beat Buser von der Steinägerten in Eptingen als einer der Gründerväter der Welttitelkämpfe.
Der Bedeutung des typisch schweizerischen Gerichts entsprechend findet die heurige WM auf jenem Gelände statt, das eigentlich dem noch etwas traditionelleren Geschehen vorbehalten ist: dem eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (Esaf) in Pratteln. Während Beat Buser wie seine Mitorganisatoren Michel Bürgin und Stefan Buser von einer halben Hundertschaft von Teilnehmenden ausgehen, soll es aus Sicht des übergeordneten Veranstalters ein Mehrfaches sein.
Wo es um Ruhm und Ehre geht und prächtige Pokale verteilt werden, da kommt man um ein stets aktuelles Reglement nicht herum. «Einen Shitstorm im Blätterwald, wie er vor vier Jahren bei der Kür eines Salats mit Geflügelwurst entstanden ist, wollen wir vermeiden», sagt Buser. So ist es schwarz auf weiss klar, dass nicht nur der klassische Klöpfer zugelassen ist, sondern auch eine Pouletwurst oder Lyoner. Längst etabliert hat sich neben dem reinen Wurstsalat auch der Wurst-Käse-Salat.
Alles muss essbar sein
Im Gegensatz zu anderen Titelkämpfen sind die Teilnahmebedingungen einfach: Wurstsalat aus mindestens vier Cervelats frei nach Rezept und Gusto mitbringen und los gehts! Das Produkt wird in fünf kleine, neutrale, vom Veranstalter vorgegebene Gefässe abgefüllt und vom Publikum probiert und bewertet. Die besten zehn Salate gelangen ins Finale, werden von einer ad hoc zusammengestellten zehnköpfigen Jury getestet und so wird jene Person erkoren, die den Thron besteigt und die Trophäe in die gute Stube stellen darf. Und selbstverständlich fehlt auch heuer der Publikumspreis für den kreativsten Wurstsalat nicht. «Hier sind kaum Grenzen gesetzt, alle verwendeten Materialien müssen jedoch essbar sein», hält Beat Buser fest.
Er und seine beiden Kollegen werden «aller Voraussicht nach» ebenfalls am Wettbewerb teilnehmen, wobei sich Beat auf den Publikumspreis konzentrieren will – «sofern mir noch eine gute Idee kommt». Mit dabei sein wird auch Titelverteidigerin Sabine Scholer aus Tenniken, die sich bereits zwei Mal Wurstsalat-Königin nennen durfte. Sie will wiederum mit ihrem Geflügelsalat punkten, sieht dem kommenden Dienstag jedoch ein bisschen skeptisch entgegen. «Die Konkurrenz ist stark und meine Vorbereitung ein wenig eingeschränkt, da ich beim Retten eines Vogels vor meiner gefrässigen Katze gestürzt bin und ein Bein gebrochen habe.»
Die 8. Wurstsalat-WM findet kommenden Dienstag, 2. August, statt. Die Wurstsalate sind bis spätestens 19 Uhr abzugeben, die Rangverkündigung folgt etwa um 21 Uhr. www.wurstsalat-weltmeisterschaft.ch