Fusion wirft ihre Schatten voraus
22.03.2022 Baselbiet, Fusion, Hersberg, Gemeinden, Bezirk Liestalssc. Unter Ausschluss der Presse haben sich am vergangenen Samstag Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinden Hersberg und Arisdorf mit den Gemeinderäten zusammengesetzt, um in einem Workshop über die geplante Fusion der beiden Gemeinden zu sprechen.
Die Behörden ...
ssc. Unter Ausschluss der Presse haben sich am vergangenen Samstag Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinden Hersberg und Arisdorf mit den Gemeinderäten zusammengesetzt, um in einem Workshop über die geplante Fusion der beiden Gemeinden zu sprechen.
Die Behörden informierten über den Stand der Dinge und gaben der Bevölkerung die Gelegenheit, sich zum Thema zu äussern. Bereits im September, das bestätigt der Hersberger Gemeinderat Pascal Wiget auf Nachfrage, sollen die Dörfer an ihren Gemeindeversammlungen über den Zusammenschluss befinden, im November soll der obligatorische Urnengang folgen.
Möglicherweise hat die Fusion aber schon beim Urnenentscheid vom vergangenen Sonntag eine Rolle gespielt. Der vom Hersberger Gemeinderat beantragte Kredit von 1,75 Millionen Franken für die Sanierung der Kanalisation und die Erneuerung der Strassenbeläge im Bündtenweg, Gmeinihölzliweg und Stockackerweg wurde mit 76 Neinzu 62 Ja-Stimmen bachab geschickt. Noch im Dezember vergangenen Jahres gab die Gemeindeversammlung mit 15 zu 4 Stimmen grünes Licht für die Kanalsanierung. Gegen den Beschluss hatte ein Komitee um den ehemaligen Gemeinderat Hugo Gross aber das Referendum ergriffen.
Gross ist ein erklärter Gegner der Fusion. Das Referendumskomitee mutmasste in einem Flugblatt vor der Abstimmung unter anderem, der Gemeinderat würde mit der «teuren und unnötigen» Sanierung der Kanalisation absichtlich seine Finanzlage verschlechtern und jener von Arisdorf angleichen. Dies, um dem Zusammenschluss der beiden Gemeinden den Weg zu ebnen (die «Volksstimme» berichtete). Hat dieses Argument tatsächlich zur Ablehnung des Kredits geführt? Das könnte darauf hindeuten, dass der Zusammenschluss der Gemeinden bei den Hersbergerinnen und Hersbergern möglicherweise einen schwereren Stand haben wird, als sich dies bei der Bewilligung des entsprechenden Planungskredits vor zwei Jahren vermuten liess.
«Mit dem Kopf durch die Wand»
Die Gemeindepräsidentin Iris Allenspach glaubt indes nicht daran: «Die Mehrheit der Stimmberechtigten hat sich gegen eine Steuererhöhung gewehrt und leider nicht verstanden, dass die im Finanzplan angekündigte Steuererhöhung nichts mit diesem Projekt zu tun hat», sagt sie. Eben diesen Zusammenhang hatten die Urheber des Flugblatts nämlich hergestellt, der Gemeinderat reagierte mit einer Klarstellung. Auch Gemeinderat Pascal Wiget will nur einen zumindest indirekten Zusammenhang zwischen Fusion und Kreditablehnung erkennen. «Ich glaube, die Einwohner wollen einfach keine so grossen Investitionen tätigen, solange die Frage nach dem Zusammenschluss nicht geklärt ist.»
Für Gross ist hingegen klar: «Der Gemeinderat wollte unser Vermögen noch schnell in das Dorf investieren und dann – mit dem Kopf durch die Wand – fusionieren. Diesem vorschnellen Vorgehen hat die Bevölkerung am Sonntag eine Abfuhr erteilt.»