Moderne Datenautobahn unbestritten
10.12.2021 Baselbiet, Finanzen, Gemeinden, Lausen, Bezirk LiestalWilli Wenger
Im Zentrum der Lausner Einwohnergemeindeversammlung vom Mittwoch stand die Gründung der «Lausen Netz AG». Nach lebendiger Diskussion haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger das Vorhaben mit einem «dreistufigen» Ja bei nur zwei Gegenstimmen klar ...
Willi Wenger
Im Zentrum der Lausner Einwohnergemeindeversammlung vom Mittwoch stand die Gründung der «Lausen Netz AG». Nach lebendiger Diskussion haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger das Vorhaben mit einem «dreistufigen» Ja bei nur zwei Gegenstimmen klar unterstützt: Sie sagten Ja zur Auslagerung der Kabelnetzanlage Lausen an die noch zu gründende «Lausen Netz AG», bewilligten die 43-prozentige Beteiligung der Einwohnergemeinde am Aktienkapital im Umfang von 1,3 Millionen Franken und lösten die Spezialfinanzierung Kabelnetz auf.
Gemeindepräsident Peter Aerni wies darauf hin, dass die jetzige Kabelnetzanlage ihre technischen Grenzen erreicht habe. Im umkämpften Markt sei der Vollausbau auf die Glasfasertechnik zwingend. Die Gemeinde könne dies nicht alleine stemmen. Es fehle ihr unter anderem das Know-how und ein Alleingang mit Investitionskosten von gut 7 Millionen Franken übersteige ihre finanziellen Möglichkeiten.
Das zu realisieren ist jetzt Aufgabe der «Lausen Netz AG». Sie wird in den kommenden zwei bis drei Jahren das notwendige Geld in die Hand nehmen. Am Ende des Tages wird eine konkurrenzsichernde wie umweltschonende Infrastruktur die freie Anbieterwahl bei geringen Nutzungskosten von 20 Franken pro Monat sichern. Die Gesamtkosten pro Monat für die Benutzenden sind letztlich unterschiedlich, je nach den Bedürfnissen der Nutzung. Alle Gebäudeeigentümer erhalten bei der Umstellung auf die Glasfasertechnik kostenlos einen neuen Hausanschluss bis zum hausinternen Verteiler.
Finanzchef Jan Wittlin präsentierte das Budget 2022 mit einem Aufwandüberschuss von 538 000 Franken bei einem Ertrag von 21,55 Millionen Franken. Dieses Defizit könne Lausen tragen, betrage doch das Eigenkapital gut 8 Millionen Franken. Wittlin sagte weiter, dass der Gemeinderat den Voranschlag sorgfältig erstellt habe. Dennoch sei es schwierig, alles punktgenau zu fixieren. «Über 80 Prozent der Ausgaben sind fremdbestimmt.»
Höherer Steuerertrag erwartet
In der Botschaft zuhanden der Stimmberechtigten hat der Gemeinderat auf der anderen Seite positive Signale ausgesandt. So werde der Fiskalertrag 2022 höher ausfallen. Die Steuern von natürlichen Personen sollen zunehmen, um über 500 000 Franken. Präsident Aerni sagte nach der «Gmäini» zur «Volksstimme», dass der Jahrabschluss 2021 voraussichtlich gute schwarze Zahlen ausweisen werde. Budgetiert ist ein Verlust von 994 000 Franken.
Die Kreditgenehmigung in der Höhe von 400 000 Franken für die Sanierung des in die Jahre gekommenen Reservoirs Galms passierte ohne Wortbegehren einstimmig. Für die Überarbeitung der Grundwasserschutzzone haben die Stimmberechtigten 300 000 Franken bewilligt. Wie dieses Projekt zu Ende geführt werden wird, ist offen. Die Gespräche mit den Parzellenbesitzern würden harzig verlaufen, kommentierte der Gemeinderat.
