«Wir müssen uns neu definieren»
16.12.2021 Baselbiet, Bezirk Sissach, Sissach
Sander van Riemsdijk
Die Sissacher Bibliothek ist im Gemeindeleben fest verwurzelt, viele Dorfbewohnerinnen und -bewohner kennen, nutzen und schätzen sie. Aber weiss man auch über die Vergangenheit der heuer jubilierenden, 50 Jahre alten Gemeindebibliothek ...
Sander van Riemsdijk
Die Sissacher Bibliothek ist im Gemeindeleben fest verwurzelt, viele Dorfbewohnerinnen und -bewohner kennen, nutzen und schätzen sie. Aber weiss man auch über die Vergangenheit der heuer jubilierenden, 50 Jahre alten Gemeindebibliothek Bescheid, die weit in die Geschichte von Sissach zurückreicht? Schaut man durch den geschichtlichen Rückspiegel, sieht man, dass sich die Bibliothek in den vergangenen 50 Jahren von einer Bücherei in eine moderne Bibliothek verwandelt hat: Im Jahr 1971 wurde sie im Zimmer Nummer 4 des Bützenenschulhauses als Freihandbibliothek eröffnet. Vier Jahre später erfolgte der Einzug ins alte «Schuelhüsli» gegenüber dem jetzigen Standort an der Kirchgasse.
Das alte «Schuelhüsli» versprühte zwar nostalgische Romantik, entsprach jedoch wegen des kontinuierlichen Wachstums und des Zusammenschlusses mit der Primarschulbibliothek bald nicht mehr dem Bedürfnis der Gemeindebibliothek. Es brauchte mehr Platz. Im Jahr 2006 konnten die Räumlichkeiten an ihrem jetzigen Standort an der Kirchgasse – früher als Fahrzeughalle des ehemaligen Feuerwehrmagazins konzipiert – bezogen werden.
Mit der Integration in die neu geschaffene Kulturkommission ab 1. Januar 2022 wird die Verankerung der Bibliothek innerhalb der Gemeinde gestärkt. Aufgrund ihrer Konzeption und des geplanten Umbaus des Gebäudes wird eine erweiterte Umgestaltung zu einer Institution mit Räumlichkeiten für kulturelle und soziale Aktivitäten angestrebt, wie die Leiterin Jacqueline Eggenschwiler gegenüber der «Volksstimme» sagt. «Wir sind an einen Punkt gekommen, an dem sich die Bibliothek neu definieren muss und der momentane Platz dazu nicht mehr ausreicht.» Dies vor dem Hintergrund, dass sich die Bibliothek generell mit der Digitalisierung drastisch im Wandel befindet: Von einem Medienausleihzentrum zu einem literarischen und kulturellen Treffpunkt mit zusätzlichen Arbeits- und Aufenthaltsräumlichkeiten sowie Platz für kreative Aktivitäten aller Art.
Schlichte Feier
Bedingt durch das Coronavirus musste die Bibliothek bei einem Bestand von 15 500 Medien trotz des ungebrochenen Interesses einen Rückgang von 92 000 Ausleihen vor der Pandemie zu 74 500 im Jahr 2020 verkraften. In dieser schwierigen Zeit ein 50-Jahre-Jubiläum zu feiern, ist eine zusätzliche Herausforderung. Trotzdem konnte das langjährige, fest angestellte Bibliotheksteam mit Jaqueline Eggenschwiler, Silvia Sacker, Rita Horand und Jacqueline Meier der Bevölkerung am vergangenen Dienstag eine schlichte, aber würdige Feier mit kulinarischen Überraschungen bieten und dank des schönen Wetters draussen vor der Bibliothek mithilfe von Feuerschalen für eine stimmige Atmosphäre sorgen.
Dazu wurde eine Aktion für Neukunden lanciert, die an diesem Nachmittag für einen Bibliotheksausweis nur die Hälfte des Abo-Preises bezahlen mussten. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Auftritten der Regionalen Musikschule. Das im Rahmen der Jubiläumsfeier für Sonntag, 12. Dezember, angekündigte Musikund Märlitheater für die Kleinen fiel den steigenden Corona-Fallzahlen unter den Kindern zum Opfer, musste abgesagt und auf den Frühling 2022 verschoben werden.
Freitag, 25. März 2022, 19.30 Uhr:
Lesung «Schreiber versus Schneider»
Sonntag, 27. März 2022, 11 Uhr:
Geisterkickboarder mit Stefan Baiker für Kinder ab 8 Jahren.


