Ein Menü dank Übernachtung
09.02.2021 Baselbiet, GesundheitIn Hotels ist auswärts Essen weiterhin möglich
Die landesweite Schliessung der Gastrobetriebe seit Mitte Dezember hinterlässt ihre Spuren. In der Bevölkerung steigt das Bedürfnis, endlich wieder auswärts essen zu gehen. Hotelbetriebe in der Region machen sich dies zunutze und bieten ...
In Hotels ist auswärts Essen weiterhin möglich
Die landesweite Schliessung der Gastrobetriebe seit Mitte Dezember hinterlässt ihre Spuren. In der Bevölkerung steigt das Bedürfnis, endlich wieder auswärts essen zu gehen. Hotelbetriebe in der Region machen sich dies zunutze und bieten kulinarische Highlights bei Übernachtungsbuchungen.
Lisa Zumbrunn
Piekfein gedeckter Tisch, Blumen, Kerzen und ein herrliches Menü dazu. Darfs noch etwas Wein sein? Und die Rechnung für die Dame oder den Herrn? Solche Szenen sind in den vergangenen Wochen zu einer Seltenheit geworden. Seit Mitte Dezember sind die Gastrobetriebe im Kanton geschlossen. Ein Take-away-Gericht am eigenen Küchentisch bleibt seit dann das höchste der Gefühle. So manch eine Person wird sich gewünscht haben, endlich wieder auswärts essen zu können. Dies ist de facto nicht unmöglich. Denn für Hotelbetriebe gilt die Ausnahmeregelung, Gäste mit dem eigenen Kulinarikangebot bedienen zu können. Aus der Not heraus entwickelt sich deshalb das «Dine and Sleep»-Konzept zu einem neuen Branchenzweig in der Hotellerie.
So auch im Baselbiet, wo sich einige Hotels die ausserordentliche Essensregelung zunutze machen. Das Hotel Engel in Liestal bietet am Wochenende spezielle Angebote für die sogenannten «Kulinarikgäste» an, bei dem neben der Übernachtung vor allem das auswärtige Essen im Mittelpunkt steht. Schon seit Ende Dezember bietet Marc Grieder, Betreiber des Hotels, diese Möglichkeit an. «Wir merken, dass die Leute genug haben von den eigenen vier Wänden und davon, selbst zu kochen», meint er. Besonders die Möglichkeit, à la carte zu bestellen, werde sehr geschätzt und Kunden kämen extra deswegen ins Hotel. Das Menüangebot veränderte Grieder unter den neuen Umständen nicht gross. Das «Mad Angel», so der Name des Hotelrestaurants, habe lediglich die Karte ein wenig reduziert, um Essensverschwendung zu vermeiden.
Auszeit in der Region
Weitere Hotels in der Region spüren das Bedürfnis der Bevölkerung, auswärts essen zu gehen. So erzählt Hermann Mazotti, Leiter des Quellhotels Bad Ramsach: «Seit Januar haben wir zunehmend Gäste, die sich ein Wochenende in der Natur mit gutem Essen und Entspannung im hoteleigenen Spa gönnen möchten.» Auffallend sei die grosse Anzahl Familien, die bei ihnen einen Aufenthalt buchten.
In den Gesprächen mit den Besuchern sei ihm aufgefallen, dass die meisten aus der Region kommen. «Dies freut mich natürlich besonders», meint er. Hinter der zunehmenden Nachfrage im Januar vermutet Mazotti, dass in den anstehende Skiferien womöglich Familien weniger verreisen und sich darum ein erholsames Wochenende mit feinem Essen in der Region leisten.
Mehr Wertschätzung fürs Essen
Die Erfahrungen der beiden Hoteliers zeigen, dass in der Bevölkerung ein Bedürfnis nach auswärtigem Dinieren vorhanden ist. Generell sind die Kunden dankbarer für serviertes Essen und die Wertschätzung sei deutlich spürbarer als vor der Krise. Dies zeige sich an den Reaktionen der Besucher, welche die Hotelbetreiber und ihre Angestellten erhalten. «Die Gäste strahlen wie Sterne am Himmel und bedanken sich bei den Servicemitarbeitern», erzählt Marc Grieder.
Unter der Woche seien dies mehrheitlich Personen, die geschäftlich unterwegs sind, an den Wochenenden die kulinarisch versierten Kurzaufenthalter. Nachfragen zum Erleben der Krise, zu immer wieder neuen Anpassungen und Dankbarkeit für servierte Menüs zeigen die Unterstützung der Besuchenden aus der Region. Trotz schwieriger Zeiten im Gastgewerbe zeigt sich: Es gibt nach wie vor positive Erlebnisse.


