Bauland-Rückzonung in Kilchberg
31.12.2020 RegionBaulandparzelle für Grosskinder bestimmt
Zum Artikel «‹Der Kanton hat uns verschaukelt›» in der «Volksstimme vom 22. Dezember, Seite 3
Wir zählen uns zu jenen Leuten, die in Kilchberg eine unüberbaute Baulandparzelle ...
Baulandparzelle für Grosskinder bestimmt
Zum Artikel «‹Der Kanton hat uns verschaukelt›» in der «Volksstimme vom 22. Dezember, Seite 3
Wir zählen uns zu jenen Leuten, die in Kilchberg eine unüberbaute Baulandparzelle besitzen. Wie ist es dazu gekommen?
Die Schwiegereltern unserer jüngsten Tochter hatten den Wohnteil ihres ehemaligen Bauernhauses neu ausgebaut. Das Parterre blieb ihr Wohnteil, die oberen beiden Stockwerke belegte je ein Sohn. Für eine Familienplanung war ein erweiterter Wohnraum unabdingbar. Der Umbau des Ökonomieteils zu Wohnraum war naheliegend und, soweit sinnvoll, auch schon vorbereitet.
In jener Projektierungsphase mit einigen Varianten haben wir die Problematik mit der Baubewilligungsbehörde hautnah miterlebt. Dass man bei Um- und Ausbauten in der Kernzone Kompromisse eingehen muss, ist klar. Aber man sollte letztlich Freude am entstandenen Lebensraum haben.
In der Zeit der mühsamen Projektierungsphase hörte ich von der Möglichkeit eines Landkaufs in Kilchberg, aus einer Erbengemeinschaft. Da die Auszahlung aus einer Vorsorgeeinrichtung auch noch angesagt war, wurde diese Möglichkeit zur Tatsache. Dass dann die Baudirektion umschwenkte und unsere Variante 1 plötzlich doch akzeptierte, bleibt mir bis heute unerklärlich. So bauten wir den Ökonomieteil zum erweiterten Wohnraum aus.
Ich habe bis und mit 72 Jahren noch aktiv auf meinem Beruf gearbeitet, sechs Tage die Woche. Wir wurden schon öfters von jungen Familien betreffend einen Verkauf des Baulands angefragt. Dann denke ich an den Irrweg zurück, den wir vor mehr als 40 Jahren bis zum Besitz einer eigenen Baulandparzelle gehen mussten. Drei unserer Grosskinder wachsen in Kilchberg heran und wir möchten sicher einem von ihnen die Möglichkeit zu einem Eigenheim in der Gemeinde erleichtern. Aus diesem Wunsch heraus ist dieses Land noch unbebaut.
Etwas kommt im genannten Zeitungsartikel nicht ans Tageslicht: Auch auf Bauland gibt es eine Gewinnsteuer, es gibt eine Handänderungssteuer und schliesslich zahlt der Notar auch noch Steuern.
Noch etwas – als Nicht-Kilchberger, aber mit Ortskenntnissen: Die Kilchberger Bewohner sind sicher zufrieden mit ihrem Dorf. Die angedachte nationale Bedeutung ihres Ortsbilds bringt ihnen aber kein Möckli Speck in die Rösti.
Peter Hertenstein, Hölstein