Anja Gräub ist Gebäudetechnikplanerin – mit mehr als nur gutem Lehrabschluss
In Anja Gräubs Klasse gab es ausser ihr während vier Jahren nur eine andere Frau. Sie lernte nämlich Gebäudetechnikplanerin. In der Unterzahl zu sein, habe sie aber nie ...
Anja Gräub ist Gebäudetechnikplanerin – mit mehr als nur gutem Lehrabschluss
In Anja Gräubs Klasse gab es ausser ihr während vier Jahren nur eine andere Frau. Sie lernte nämlich Gebäudetechnikplanerin. In der Unterzahl zu sein, habe sie aber nie gestört, wie sie selbst sagt. Abgeschlossen hat sie ihre Lehre mit einem Spitzenzeugnis.
Anouk Jordi
Anja Gräub hat diesen Sommer ihre Lehre als Gebäudetechnikplanerin EFZ in der Fachrichtung Heizung mit einer hervorragenden Note 5,5 abgeschlossen. Doch wie kam die 20-jährige Ziefnerin überhaupt darauf, sich diesen Beruf auszusuchen?
Gräub sagt, bereits in der Schule habe sie sehr schnell gewusst, dass sie später unbedingt etwas mit Mathematik machen wolle. Was als Kind ihr Traumberuf war, weiss sie allerdings nicht mehr. Bevor sie sich auf Gebäudetechnikplanerin festgelegt hat, hat Gräub sich auch andere Berufe angeschaut. Eines Tages habe ihr Vater sie dann an seinen Arbeitsplatz mitgenommen und sie seinen Arbeitskollegen vorgestellt, unter denen auch Gebäudetechnikplaner waren. «Danach war ich mir sicher, dass ich diese Lehre machen werde», sagt Gräub.
Nach dem Abschluss ihrer Schulzeit fing sie dann bei der Grether + Schäfer AG in Gelterkinden ihre Lehre an. Dort arbeitet sie auch jetzt noch. Während ihrer Lehrzeit gab es in ihrer Klasse nur zwei Frauen. «Das hat mich aber nie gestört», sagt Gräub dazu, «ich war in einer super tollen Klasse.» Es habe auch nie irgendwelche Probleme deswegen gegeben.
Wieso ihr Beruf eher von Männern dominiert ist, kann sich Gräub auch nicht erklären. Generell werden praktisch alle Berufe im Bauwesen eher von Männern ausgeübt. «Gebäudetechnikplanerin ist halt ein sehr technischer und mathematiklastiger Beruf», sagt Gräub. Das ist die einzige Erklärung, die sie dazu finden kann.
Mit ihrem guten Lehrabschluss qualifizierte sich Gräub für die nationalen Berufsmeisterschaften von «Swiss Skills». Dort schaffte sie es als Drittplatzierte auch prompt auf das Podest. Dabei musste sie sich gegen vier Männer beweisen und war die einzige weibliche Teilnehmende. Bei den anderen Fachrichtungen Lüftung und Sanitär machten mehr mit, aber auch dort waren insgesamt nur zwei Frauen am Start. Eigentlich hätte ihr in der praktischen Note auch nur eine 5,0 gereicht. Mit ihrer 5,5 schaffte sie das also problemlos. «Ich bin sehr zufrieden mit meinem Resultat», sagt Gräub, «es ist immer schön, eine Medaille zu bekommen.»