Ein gutes Ende und ein neuer Anfang
30.10.2020 BaselbietDie «Mission B» für mehr Biodiversität zieht eine erfreuliche Bilanz
Vergangene Woche ging die «Mission B» der nationalen TV-Sender zu Ende. Das Projekt, das die Biodiversität in der Schweiz fördert, geht aber weiter – die Leitung konnte an das ...
Die «Mission B» für mehr Biodiversität zieht eine erfreuliche Bilanz
Vergangene Woche ging die «Mission B» der nationalen TV-Sender zu Ende. Das Projekt, das die Biodiversität in der Schweiz fördert, geht aber weiter – die Leitung konnte an das «Festival der Natur» übergeben werden.
Brigitt Buser
Im März 2019 startete die gemeinsame Aktion «Mission B», lanciert von den Fernsehsendern SRF, RSI, RTR und RTS. Dabei wurde der Bevölkerung aufgezeigt, was Vereine oder Einzelpersonen konkret zur Artenvielfalt in der Schweiz beitragen können.
,Es ging nicht darum, neue offiziell ausgewiesene Schutzgebiete zu schaffen, sondern allgemein für mehr Biodiversität zu sorgen. Ziel dabei war, mit der Förderung von einheimischen Pflanzen oder, noch besser, mit dem Schaffen von Kleinstrukturen dem Insektensterben entgegenzuwirken. Beispielsweise indem man in Kästchen und Kistchen auf Balkon und Terrasse vermehrt oder ausschliesslich einheimische Pflanzen kultivierte oder aber im Garten den Rasen durch eine Blumenwiese ersetzte. Auch konnte der ursprünglich mit pflanzenhemmender Folie ausgelegte Steingarten durch einen bepflanzten Steingarten mit Mauern, Holzhaufen und Sandflächen in Wohnraum für Reptilien, Wildbienenarten, Ameisenlöwe oder in einen Unterschlupf für Igel und Kleinsäuger verwandelt werden. Im besten Fall gesellte sich noch ein Weiher für Amphibien wie Frosch, Molch und Kröte sowie Libellenarten dazu.
Und wer noch mehr beitragen wollte, konnte mit dem Setzen einer Vielfalt einheimischer Pflanzen den Lebensraum für Vögel und Schmetterlinge aufwerten. Alle so gewonnenen Quadratmeter konnte jedermann unter missionb.ch eintragen. Auch bestand die Möglichkeit, sich auf der Facebook-Gruppe «Jeder Quadratmeter zählt» mit Gleichgesinnten auszutauschen.
All diese Vorschläge wurden fleissig umgesetzt, und so kamen in den vergangenen eineinhalb Jahren im 518 km2 grossen Kanton Baselland zu bereits 68 036 m2 naturnaher Fläche dank der Aktion «Mission B» weitere 22 795 m2 hinzu. Schweizweit betrug die Zunahme fast 2 Millionen Quadratmeter.
Zwar ist im Rahmen von «Mission B» eine enorme Menge neuer naturnaher Flächen entstanden. Um jedoch die Biodiversität nachhaltig zu fördern, braucht es noch viel mehr. Die Schweiz ist wegen der Alpen auf einem Drittel ihrer Fläche unbesiedelt, in den anderen zwei Dritteln ist die Besiedelung jedoch umso intensiver. Wodurch die Natur leider oft ein Nachsehen hat. Doch auch hier kann die Biodiversität gefördert werden.
Die fast 400 km2 Rasenfläche könnten in Magerwiesen, Ruderalflächen oder Teichlandschaften umgestaltet werden. Auch wäre die Fassaden- und Dachbegrünung zu erwähnen, dank der nicht nur viele Insekten und Vögel neue Lebensräume und Nahrung erhalten, sondern auch das Klima im Wohnraum oder zwischen Gebäuden deutlich verbessert würde.
Es geht weiter
Zwar wurden durch «Mission B» fast 2 km2 naturnahe Fläche geschaffen, allerdings wurde in derselben Zeit auch eine Fläche von schätzungsweise mehr als 33 Millionen m2 verbaut. Schon nur dieser Vergleich zeigt, dass noch viel getan werden muss.
Zwar ging «Mission B» bei der SRG zu Ende, das Projekt wurde aber an den Verein «Festival der Natur» übergeben, der es weiterführt. Es kann also weiterhin Fläche für mehr Biodiversität gesammelt und auf «mission.ch» eingetragen werden, auch die Facebook-Gruppe «Jeder Quadratmeter zählt» bleibt bestehen.