Gemeinde will in neuen Dorfladen investieren

| Do, 13. Jun. 2019

Willi Wenger

Es sei zwar nicht Aufgabe der Gemeinde, einen Laden oder ein Café zu betreiben, hat Gemeindepräsident Johannes Sutter an der Infoveranstaltung vom Dienstag zum Dorfladen klargestellt. «Wir wollen der Betreiberin eines Ladens aber gute Rahmenbedingungen zur Verfügung stellen.» Gemeint ist die Dorfladengenossenschaft (DLG), die im neuen Gebäude dereinst das Lokal von der Gemeinde mieten wird.

Das Gebäude, für welches mit einem Kostendach von 2 Millionen Franken gerechnet wird, ist für die DLG also nicht kostenlos zu haben. Es bestehen Rechte und Pflichten, die einzuhalten sind. Der Gemeinderat hat entsprechend klare Vorstellungen. Einerseits zum gemeinsam entwickelten Standort im Zentrum des Dorfs, andererseits zur Wirtschaftlichkeit des Betriebs, die gegeben sein muss. Und: Es muss letztlich nicht nur der Laden, sondern mit diesem gemeinsam auch ein Café mit Alkoholausschank betrieben werden. Die Exekutive macht zudem klare Vorgaben an die Öffnungszeiten des Ladens, als «Zentrum des sozialen Ausgleichs».

Dass der jetzige Laden den Anforderungen in keiner Weise mehr genügt, war den vielen Dutzend Besucherinnen und Besuchern der Informationsveranstaltung klar. DLG-Präsident Urs Ritter sagte unter anderem, dass die Infrastruktur veraltet sei und erneuert werden müsste. Zudem können die Vorgaben des Lebensmittelgesetzes nur dank erheblichen Personaleinsatzes sichergestellt werden. Es werde generell immer schwieriger, das Gleichgewicht zu halten. Die Einnahmen seien eher sinkend, die Kundenzahl mit 21 500 pro Jahr gleichbleibend und die Kosten steigend. Zurzeit lägen der DLG zudem mehrere Steine im Weg, etwa der Standort und die Anlieferung.

Dreimal grösser als bisher
Mit dem Neubau, ist Ritter überzeugt, können am neuen Standort, der «Hofmet-Schüüre», Synergien geschaffen und Kundenwünsche erfüllt werden. Viele gute Gründe würden für die «Hofmet-Schüüre» sprechen. Das Café, die Parkplätze, die Frischwaren, das ofenfrische Brot vom Morgen bis zum Abend und die Einkaufswagen, die es bisher nicht gibt. Und: Die Einkaufsfläche wird mit über 100 Quadratmetern rund dreimal grösser sein als bisher. «Interne» Pluspunkte seien zudem das schwellenlose Lager sowie die notwendigen Kühlzellen. Erheblich grösser wird auch das Warenangebot. Dieses soll von heute 1442 auf gegen 3000 Produkte erweitert werden. Der Vorstand der DLG zeigte sich überzeugt, dass der Neubau der richtige Schritt sei, um die Grundversorgung von Arboldswil weiterhin sicherzustellen. Ausserdem habe dieser Treffpunkt eine soziale Komponente, die man nicht unterschätzen dürfe.

Vizegemeindepräsident Benjamin Schweizer informierte über das Raumkonzept. Die Fläche des Gebäudes wird 19 mal 20 Meter gross sein und wird als Holzbau mit Scheunencharakter erstellt. Integriert werden zudem ein Holzlager, Technikräume, Toiletten, ein Mehrzweckraum sowie Lagerräume. Die Bauarbeiten sollen 2020 starten. Ende Jahr könnte der neuen Laden eröffnet werden. Am 16. September fällt der Souverän mit dem Baukredit den politische Hauptentscheid. Das Ja scheint nach der Informationsveranstaltung so sicher, wie das Amen im Gebet. Gemeindepräsident Sutter zeigte sich überzeugt: «Wir können uns das Vorhaben Dorfladen leisten.»


Ausgabendisziplin beibehalten

en. «Wir haben 2018 einen guten Abschluss gemacht», bilanzierte Gemeindepräsident Johannes Sutter vor 65 Stimmberechtigten, als er die erfreuliche Rechnung des vergangenen Jahres präsentierte. Er informierte, dass statt des budgetierten Gewinns von 50 000 Franken die laufende Rechnung mit einem Überschuss von 141 000 Franken abgeschlossen habe. Und: Die Nettoinvestitionen von rund 209 000 Franken (unter anderem Umbau/ Sanierung altes Schulhaus und Tiefbauprojekte) konnten aus den laufenden Einnahmen finanziert werden. Arboldswil steht finanziell solid da, der Sparkurs seit 2014 habe sich bewährt und werde weiterhin beibehalten. Es bestehe jedenfalls kein Grund für Ausgabenübermut, blickte Sutter in die Zukunft. Die einstimmige Genehmigung der Rechnung war am späten Abend Formsache.
Dass der Mutation Dorfladen des Zonenplans Siedlung mit sehr grossem Mehr zugestimmt wurde, freute die Exekutive sehr. Diese wurde notwendig, da die bisherige Zone für öffentliche Werke und Anlagen rechtlich nicht genügt hätte. Jetzt, in der Wohn-Geschäftszone, ist der Bau des neuen Dorfladens möglich, sofern die Stimmberechtigten Mitte September das Projekt absegnen.
Ohne Diskussion hiessen die gut gelaunten Stimmberechtigten an der von Sutter wie gewohnt professionell geleiteten «Gmäini» im Weitern den Nachtragskredit zum Nationalen Wandertag 2018 in der Höhe von 63 000 Franken gut und hiessen zudem mehrere Jungbürger herzlich willkommen.

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