Dorf plant eine neue Siedlung
28.06.2019 Bezirk Sissach, Thürnen, GesellschaftGrünfläche soll drei Wohnblöcken weichen
Die Gemeinde Thürnen will ein «unternutztes» Areal mit drei Wohnblöcken überbauen. Das in die Jahre gekommene Asylheim wird zudem durch einen Neubau ersetzt.
Daniel Schaub
Auf der Weide hinter dem Gebäude an der ...
Grünfläche soll drei Wohnblöcken weichen
Die Gemeinde Thürnen will ein «unternutztes» Areal mit drei Wohnblöcken überbauen. Das in die Jahre gekommene Asylheim wird zudem durch einen Neubau ersetzt.
Daniel Schaub
Auf der Weide hinter dem Gebäude an der Hauptstrasse 19 weiden friedlich die Schafe. Ein paar Schrebergärten befinden sich in der Nachbarschaft und eine grosszügige Grünfläche grenzt an den Homburgerbach mitten im Dorf Thürnen – eine Idylle, würden manche sagen. Im Planungsbericht zur Quartierplanung Brückmatt indes steht dieser Satz: «In Anbetracht der zonenrechtlichen Ausgangslage ist das Areal mit der heutigen Bebauung deutlich unternutzt.»
Das Land im entsprechenden Gebiet gehört dem Kanton Baselland. Dieser vermietet der Gemeinde Thürnen derzeit auch die ältere Liegenschaft an der Hauptstrasse, die in den vergangenen Jahren zur kommunalen Unterbringung von Asylbewerbern genutzt wurde. Dieses Gebäude wird abgerissen und macht einem Ersatzbau Platz, der künftig demselben Zweck – aber den heutigen Anforderungen entsprechend – dienen wird. «Im Neubau werden dieselben Platzverhältnisse geschaffen, wie wir sie jetzt haben. Mit diesen sind wir bisher gut zurechtgekommen», sagt der Thürner Gemeindepräsident Alfred Hofer. In Abklärung ist derzeit, wo die Asylbewerber während der Bauzeit, die ab Frühjahr/Sommer 2020 beginnen soll, untergebracht werden können. «Wir sind dazu in Gesprächen und Verhandlungen», sagt Hofer dazu.
Kernstück des Quartierplans Brückmatt, dessen Bebauungsplan das Liestaler Architekturbüro Otto Partner AG erstellt hat, ist indes eine dreiteilige Wohnüberbauung mit insgesamt 36 Wohnungen. Die drei versetzten Gebäudekomplexe umfassen jeweils drei Stockwerke und ein Attika-Geschoss. Eine unterirdische Einstellhalle bietet 39 Stammparkplätze, Besucherparkplätze sind oberirdisch im Umfeld der künftigen Asylunterkunft vorgesehen. Die Zufahrt zur Einstellhalle erfolgt ab der Hauptstrasse über die bereits bestehende Strasse Brückmatt, die gegebenenfalls leicht verbreitert werden muss. Fussgänger und Velofahrer sollen von der Hauptstrasse her auch direkten Zugang zu den Wohnblöcken haben. Aufgrund der Lage an der Hauptstrasse ist eine pflanzliche Abschirmung des Areals zum Sicht- und Lärmschutz geplant. Das Umgebungskonzept mit viel Grün wird von den Sissacher Landschaftsarchitekten pg Landschaften umgesetzt.
Mögliche Nutzung durch Gewerbe
Der Kanton wird das ganze Areal der Turi Bautreuhand in Basel im Baurecht übergeben. Sie wird künftig gegenüber der Gemeinde Thürnen auch als Vermieterin für den zweigeschossigen Gebäudekomplex mit den Asylunterkünften auftreten. Für den Fall, dass sich die Situation oder das Unterbringungskonzept von Flüchtlingen in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten verändern würde und Thürnen keinen Bedarf mehr an diesen Unterkünften hat, wurde im Quartierplan vorgesorgt. Das Gebäude wurde der Wohn- und Geschäftsnutzung zugewiesen und könnte künftig auch leichtes Gewerbe beherbergen, zum Beispiel eine Arztpraxis, einen Verkaufsladen oder ein Fitnessstudio.
Das öffentliche Mitwirkungsverfahren zum Quartierplan – im vergangenen Januar fand bereits eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung statt – läuft in Thürnen noch bis zum 8. Juli. Danach geht der Quartierplan in die Vorprüfung beim Kanton. Läuft alles rund, kann der Gemeinderat den Quartierplan Ende Jahr definitiv verabschieden. Durch das vereinfachte Verfahren, das im Zonenplan Siedlung für den Quartierplan Brückmatt vorgesehen ist, ist kein Gemeindeversammlungsbeschluss notwendig. Mit dem Baubeginn rechnet Hofer im Frühjahr oder Sommer 2020.