Integrer Charakter als Erfolgsrezept
27.02.2018 Baselbiet, LausenDominique Müller steht mit SRF-Sternchen auf der Bühne
Dominique Müller geht seinen eigenen Weg. Das hat sich schon gezeigt, als er eine weiterführende Schule schmiss, um aufs Theaterspielen umzusatteln. Das Risiko hat sich ausgezahlt: Er wird mit dem Komiker-Duo Viktor ...
Dominique Müller steht mit SRF-Sternchen auf der Bühne
Dominique Müller geht seinen eigenen Weg. Das hat sich schon gezeigt, als er eine weiterführende Schule schmiss, um aufs Theaterspielen umzusatteln. Das Risiko hat sich ausgezahlt: Er wird mit dem Komiker-Duo Viktor Giacobbo und Mike Müller auf der Bühne stehen.
Caroline Füllemann
Ein gewisses Etwas habe er nicht, meint Dominique Müller. Seinen Erfolg verdanke er vor allem seinem Glück. Doch Glück allein wird dem gebürtigen Lausner wohl kaum die Rolle als Therapeut des schweizweit bekannten Komiker-Duos Viktor Giacobbo und Mike Müller bei deren Bühnenwerk «Giacobbo/Müller in Therapie» eingebracht haben. «Natürlich kann ich etwas», gibt der 42-Jährige dann doch noch zu. Ausschlaggebend für seine neuste Rolle sei aber nicht zuletzt die gute Chemie zwischen den drei Künstlern gewesen. «Würde zwischen uns nicht eine produktive Arbeitsdynamik und eine gewisse Sympathie bestehen, dann wäre ich gar nicht erst auf das Projekt aufgesprungen», so Müller.
Sich selbst treu geblieben sei er schon immer, betont der inzwischen mit seiner Familie in Zürich wohnende Schauspieler. Vielleicht sei das auch das Erfolgsrezept Müllers, denn «das Publikum merkt es sofort, ob du dich auf der Bühne wohlfühlst und authentisch bist oder nicht». Sich einer bestimmten Gruppe zuordnen oder in eine Ecke drängen lassen wollte der Künstler deshalb nie. Als Resultat dieser Mentalität hat er sich mittlerweile nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Regisseur, Dramaturg und Autor einen Namen gemacht. Neben Beruf und Familie bleibt dabei nicht mehr sonderlich viel Zeit für Hobbys übrig. Das scheint den Vollblutkünstler allerdings nicht zu stören: «Hobbys sind etwas für Leute, die ihre Arbeit nicht gerne haben.»
Bereits in jüngeren Jahren zeigte sich dieser Eifer, sich selbst treu zu bleiben und den eigenen Träumen zu folgen. Obwohl Müller nach eigener Aussage am Progymnasium Spitzennoten hatte, widerstrebte es ihm anschliessend, an eine weiterführende Schule zu gehen. Schlussendlich entschied er sich doch für die Diplommittelschule, die heutige Fachmittelschule in Liestal, die ihn auf das Lehrerseminar vorbereiten sollte. «Ich habe mich nur für diese Schule entschieden, weil sie dort einen guten Theaterkurs hatten», räumt Müller ein und lacht. Wahrscheinlich der Grund, wieso er diese Schule kurz darauf schmiss und stattdessen auf die Schauspielschule in Zürich umsattelte.
Nach Abschluss seiner vierjährigen Ausbildung fand sich Müller auf dem harten Arbeitsmarkt der Künstlerszene wieder. Das Klischee des ums finanzielle Überleben kämpfenden Schauspielers erfüllte er in seinen Anfängen jedoch nur teilweise. «Ich bin froh, dass ich nie stempeln gehen musste», sagt er. In Zeiten der Not habe er allerdings finanzielle und emotionale Unterstützung seiner Eltern erhalten. Müller: «War mal Ende Monat kein Geld mehr für die Miete da, sind meine Eltern ab und zu eingesprungen.»
Die Schreibarbeiten am gemeinsamen Werk «Giacobbo/Müller in Therapie» seien bereits in den Endzügen. Müller selbst hat nicht die Hauptarbeit geleistet, allerdings konnte er sich mit seinen eigenen Ideen am grundlegenden Thema sowie am Feinschliff des Textes beteiligen. «Wir führen fast schon eine Art Wettbewerb untereinander, wer das dümmste Wortspiel kreieren kann», beschreibt er die Zusammenarbeit.
Nur wenig Zeit fürs Proben
Der Schauspieler ist bereits in anderen Werken mit Viktor Giacobbo und Mike Müller auf der Bühne gestanden, bei denen der Funke wohl übergesprungen ist. Beim aktuellen Stück fällt dem 42-Jährigen vor allem eines auf: Im Vergleich zu seinen anderen Produktionen arbeiten die beiden Promis um einiges schneller. Dies komme wohl daher, dass beim Fernsehen zügiger gearbeitet werden muss als bei einer herkömmlichen Theaterproduktion.
Rund 90 Prozent aller «Giacobbo/ Müller in Therapie»-Tickets seien bereits ausverkauft, freut sich Müller. «Bei Fernsehbekanntheiten kommen viele Leute ins Theater, die sich sonst nie dort blicken lassen», begründet er den Ansturm. Was die Käufer nicht ahnen: Keine einzige Probe ist bis jetzt über die Bühne gegangen. Erst ab März wollen die Künstler damit beginnen, sich auf ihren gemeinsamen Auftritt vorzubereiten. Am 5. April werden sie dann auch schon im Casinotheater in Winterthur Premiere feiern. Eine Probezeit von nur einem Monat sei laut Müller relativ kurz. «Allerdings», meint er und schmunzelt, «hat keiner von uns Proben wirklich gern.»