Clariant mit mehr Umsatz und besserer Profitabilitä

  28.04.2016 Baselbiet, Gesundheit, Gemeinden, Gesellschaft, Region

In den Monaten Januar bis März stieg der Umsatz von Clariant um 1 Prozent auf 1,48 Milliarden Franken, wie das Baselbieter Unternehmen am Donnerstag mitteilte. In Lokalwährungen wären die Verkäufe um 3 Prozent gewachsen.

Der negative Währungseffekt durch den starken Franken hat aber deutlich nachgelassen, wie Clariant-Finanzchef Patrick Jany der Nachrichtenagentur sda sagte. In den vorangegangenen drei Quartalen lag der Gegenwind jeweils noch bei 8 Prozentpunkten.

Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Wertberichtigungen (EBITDA) lag bei 229 Millionen Franken. Das sind 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Die entsprechende Marge lag mit 15,5 Prozent um 1,4 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Weitere Gewinnzahlen legt Clariant nicht vor.

Auf Kurs trotzt Verspätung
Jany zeigte sich sehr zufrieden und sprach von einem sehr guten Start angesichts des unsicheren Marktumfelds. Er verwahrte sich jedoch dagegen, diesen Margensprung auf das gesamte laufende Geschäftsjahr zu projizieren.

Das Marktumfeld bleibe anspruchsvoll. Zudem seien bei Clariant erfahrungsgemäss das erste und das letzte Quartal jeweils die stärksten des Jahres.

«2016 werden wir aber sich wieder einen Schritt in Richtung der mittelfristig anvisierten 16 bis 19 Prozent machen», sagte der Finanzchef. Bis dieser Wert erreicht sei, dauere es aber ein paar Jahre. 2015 lag die genannte Marge bei 14,7 Prozent.

Bei seinem 2012 angekündigten Ziel an, eine Position in der Spitzengruppe der Spezialchemieunternehmen zu erreichen, ist Clariant allerdings im Rückstand. Demnach hätte der Konzern bereits 2015 seine EBITDA-Marge auf über 17 Prozent steigern sollen.

Breit abgestütztes Wachstum
Das Wachstum in der Region Amerika war positiv, mit einer Umsatzsteigerung in Lokalwährungen um 11 Prozent in Lateinamerika und um 4 Prozent in Nordamerika. Der Anstieg in Europa betrug 1 Prozent, im Nahen Osten und Afrika 5 Prozent. In Asien dagegen sank der Umsatz wegen der schwachen Nachfrage in China um 1 Prozent. Allerdings zeichne sich in China ein klarer Trend zur Besserung ab, sagte Jany.

Der grösste Bereich Plastics & Coatings, in dem Pigmente und Additive für Farben produziert, legte um 4 Prozent zu. Es habe sich ausgezahlt, dass Clariant hier eine Kurskorrektur vorgenommen habe, sagte Jany. Lange versuchte Clariant diese Produkte zu einem hohen Preis zu verkaufen, verlor dabei aber zunehmend Kunden. Neu zielt der Spezialchemiehersteller auf die absolute Höhe des Betriebsgewinns und nicht primär auf die Marge.

Die zweitgrösste Sparte Care Chemicals, dazu gehören beispielsweise Zusatzstoffe für Produkte wie Waschmittel, Hygieneartikel und Kosmetika, wuchs in Lokalwährungen um 7 Prozent.

Der Umsatz in der Sparte Catalysis (Herstellung von Katalysatoren für chemische Reaktionen) sank derweil um 4 Prozent. Um das verkaufte Energiespeichergeschäft bereinigt, hätte er stagniert. In der Sparte Natural Resources, in der Clariant insbesondere Dienstleistungen im Öl- und Bergbaugeschäft anbietet, sanken die Verkäufe um 8 Prozent.

Anleger erfreut
Der Titel des Chemikalienherstellers stieg in einem schwachen Umfeld bis Mittag um 7,5 Prozent auf 17,85 Franken. Der Gesamtmarkt SMI lag derweil 1,25 Prozent im Minus.

Clariant übertraf die Erwartungen vor allem beim operativen Gewinn. Analysten hatten durchschnittlich einen Umsatz von 1,47 Milliarden und vor Einmalkosten einen EBITDA von 208 Millionen Franken veranschlagt.


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