Beschaffung der Verwaltung für 940 000 Franken
Die Baselbieter Verwaltung produziert übers Jahr so einiges an Papier. Und sie verbraucht auch eine ziemlich grosse Menge: pro Jahr rund 30 Millionen Blatt Recycling-Kopierpapier.
Christian Horisberger
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Beschaffung der Verwaltung für 940 000 Franken
Die Baselbieter Verwaltung produziert übers Jahr so einiges an Papier. Und sie verbraucht auch eine ziemlich grosse Menge: pro Jahr rund 30 Millionen Blatt Recycling-Kopierpapier.
Christian Horisberger
Die kantonale Verwaltung hat gut 6500 Angestellte in mehr als 5000 Vollzeitstellen. Diese bauen und reparieren Strassen, sie messen Schadstoffe in der Luft, unterrichten Schülerinnen und Schüler, jagen Verbrecher oder ermitteln gegen sie, prüfen Steuererklärungen, bewilligen Subventionen oder organisieren den politischen Betrieb. Dabei produzieren sie über das Jahr so einiges an Papier.
Wenn man es genau nimmt, produzieren die Staatsdiener das Papier ja nicht selber, sondern bedrucken es oder sie fertigen Kopien an. Das Kopierpapier, zum grössten Teil im Format A4, wird eingekauft. Kürzlich hat die Beschaffungsstelle des Kantons den Hoflieferanten des Kantons für Kopierpapier für die kommenden fünf Jahre bestimmt. Als eines von vier teilnehmenden Unternehmen hat die St. Galler Fischer Papier AG die Ausschreibung im offenen Verfahren gewonnen. Diese wird in den kommenden fünf Jahren insgesamt rund 1400 Paletten Recycling-Kopierpapier im Format A4 sowie rund 125 Paletten im Format A3 liefern. Gemäss dem im Amtsblatt publizierten Zuschlagsprotokoll hat sie das vorteilhafteste Angebot eingereicht und wird mit 940 672.70 Franken vergütet, 8,1 Prozent Mehrwertsteuer inklusive. Damit kostet ein Blatt etwa 0,7 Rappen.
Der Auftrag versteht sich auf Abruf, jedoch besteht keine Abnahmegarantie durch den Kanton. Spätestens 24 Stunden nach der Bestellung muss das Papier auf Euro-Paletten in der jeweils gewünschten Menge angeliefert werden.
Auf einer Palette befinden sich exakt 100 000 Blatt A4-Papier, verpackt in 40 Kartons mit je fünf Paketen zu 500 Blatt, oder 50 000 Blatt im Format A3. Das wären 140 Millionen Blätter A4 in fünf Jahren oder 28 Millionen Ausdrucke und Kopien pro Jahr. Dagegen ist der durchschnittliche Jahresbedarf an A3-Papier mit 1,25 Millionen Blatt geradezu bescheiden.
Wir rekapitulieren: Im Durchschnitt verbraucht der Kanton rund 30 Millionen Blatt Papier im Jahr. Von wegen Digitalisierung und papierloses Büro. «Trotz der fortschreitenden Digitalisierung spielt Papier aus rechtlichen und praktischen Gründen noch immer eine wichtige Rolle», hält Rebekka Gysel, Sprecherin der für die Kopierpapierbeschaffung zuständigen Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion, fest. Der Verwendungszweck sei vielseitig und reiche von Unterrichtsmaterial für den Schulalltag bis zu Strafverfügungen im Justizbereich: «Es gibt derzeit nicht für jeden Einsatzbereich eine adäquate digitale Alternative.»
Die Mitarbeitenden der kantonalen Verwaltung und an den vom Kanton getragenen Schulen sind zur Sparsamkeit angehalten: Gemäss Gysel gilt die Vorgabe, Kopien und Ausdrucke doppelseitig und in Schwarz-Weiss vorzunehmen. Die Drucker und Kopiergeräte von Verwaltung und Schulen seien standardmässig so eingerichtet.
Diese nicht erst seit gestern geltende Vorgabe hat Wirkung gezeigt. Nach Angaben des Kantons ist das Bestellvolumen von Recycling-Kopierpapier A4/A3 in der gesamten Verwaltung in den vergangenen zehn Jahren von 44,4 auf 27,4 Millionen Blatt pro Jahr zurückgegangen.