Zwischen Jazz und Pop auf neuen Wegen
13.10.2026 Kultur, Sissach«8 Octopi» präsentieren im «Cheesmeyer» ihr Album «Frail Boat»
vs. Mit ihrem neuen Album «Frail Boat» präsentiert die Basler Formation «8 Octopi» eine vielschichtige Sammlung origineller Songs zwischen Jazz und ...
«8 Octopi» präsentieren im «Cheesmeyer» ihr Album «Frail Boat»
vs. Mit ihrem neuen Album «Frail Boat» präsentiert die Basler Formation «8 Octopi» eine vielschichtige Sammlung origineller Songs zwischen Jazz und Pop. Das Quartett um den Flötisten, Komponisten und Texter Ben Zahler verbindet musikalischen Anspruch mit eingängigen Melodien und einer ungewöhnlichen Instrumentierung.
Im Mittelpunkt von «8 Octopi» steht der Song. «So werden wir meist als Jazzformation wahrgenommen», sagt Bandleader Ben Zahler. Einige Stücke seien jedoch auch nahe am Pop angesiedelt. Charakteristisch für die Band ist ihre Besetzung mit Stimme, Flöte, Klavier und Kontrabass. Obwohl ein Schlagzeug fehlt, entfalten die Kompositionen eine ausgeprägte rhythmische Dynamik. Die Arrangements bieten zugleich Raum für solistische Freiheiten.
Eine wichtige Rolle spielt Sängerin Patricija Skof. Die gebürtige Slowenin stiess erst vor Kurzem zur Gruppe und folgte auf Isabelle Ritter, die aus privaten Gründen ausgestiegen war. Zahler wurde durch ein Video auf Skof aufmerksam. Die Sängerin wiederum kannte «8 Octopi» bereits von Auftritten. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme und ihrer Erfahrung aus eigenen Projekten und Big Bands bereichert sie den Klang des Quartetts.
Die Geschichte der Formation reicht rund zehn Jahre zurück. 2018 erschien unter dem damaligen Namen «Ben Zahler’s Songgoing» das Debüt «Quietly Cold». Eine Veränderung brachte später der Wechsel der Rhythmusgruppe. Mit dem katalanischen Pianisten Iannis Obiols und dem ukrainischen Bassisten Ilya Alabuzhev fand Zahler zwei Musiker, die seine kompositorischen Vorstellungen teilen. Gleichzeitig erhielt die Band ihren heutigen Namen. Dieser geht auf eine Anekdote aus Salman Rushdies Roman «Quichotte» zurück. Alle vier Mitglieder sind eng mit dem Jazzkollektiv Basel verbunden.
Zahler begann als Siebenjähriger mit dem Flötenspiel, bevor er sich als Jugendlicher intensiv dem Klavier und dem Jazz widmete. Heute komponiert er seine Stücke am Klavier, sieht sich aber weniger als Komponist denn als Songwriter. Neben der Musik spielt deshalb auch die Sprache eine zentrale Rolle. Während seines Studiums in Musik und Informatik beschäftigte er sich mit englischer Literatur. Besonders ein Kurs in kreativem Schreiben prägte seine Arbeit. Inhaltlich reicht das Spektrum von gesellschaftskritischen Beobachtungen über romantische Themen bis zu philosophischen Gedanken. «Es darf nicht banal und simpel sein, soll aber gut klingen und Spass machen», beschreibt er seinen Anspruch.
Diese Vielfalt prägt auch das Album «Frail Boat». Das eingängige «Money Maker» übt bissig-ironische Kritik, während «Still Clouds» romantische Töne anschlägt. Das fragile Titelstück steht neben der Chet-Baker-Hommage «Chet Contrails» und dem poetischen «Lost in Arrows». Erstmals erweitern elektronische Klänge das bislang rein akustische Klangbild. Dabei kommen Zahler seine beruflichen Kenntnisse als Informatiker zugute. Das kreative Schaffen bildet für ihn einen wichtigen Ausgleich zum Berufsalltag. Mit «Frail Boat» zeigen «8 Octopi» erneut, wie sich musikalische Raffinesse und unmittelbare Zugänglichkeit verbinden lassen.
Konzert «8 Octopi»,
Samstag, 17. Oktober, 19.30 Uhr,
«Cheesmeyer», Sissach. www.benzahler.ch

