Zusätzlich Prüfung fürs Gymi
19.06.2026 Baselbiet«Starke Schule» erkennt viele Vorteile in ihrem Vorschlag
Nicht nur die Vornoten, sondern eine zusätzliche Prüfung soll künftig darüber entscheiden, ob jemand den Sprung ans Gymnasium schafft. Das schlägt der Verein Starke Schule beider Basel vor. Er ...
«Starke Schule» erkennt viele Vorteile in ihrem Vorschlag
Nicht nur die Vornoten, sondern eine zusätzliche Prüfung soll künftig darüber entscheiden, ob jemand den Sprung ans Gymnasium schafft. Das schlägt der Verein Starke Schule beider Basel vor. Er plant, nach den Sommerferien mit seiner Idee in die Offensive zu gehen.
Jürg Gohl
Als Vorbild dienen die Kantone Zürich und Schwyz: Dort reichen den Schülerinnen und Schülern des Niveaus P die geforderten Vornoten alleine nicht mehr, um sich den Weg ins anschliessende Gymnasium zu ebnen. Sie müssen zusätzlich noch eine Übertrittsprüfung ablegen, die dann, verrechnet mit den Vornoten, über die gewünschte Promotion entscheidet.
Das gleiche Modell schlägt nun die «Starke Schule beider Basel» für seine Kantone vor. Der Verein bringt sich in bildungspolitischen Themen ein, und in seinem Vorstand sitzen neben anderen die ehemaligen Landratsmitglieder Regina Werthmüller und Jürg Wiedemann. Die «Starke Schule» hat im Mai dazu ein Positionspapier mit dem Titel «Gymi-Prüfung an der Sekundarschule» veröffentlicht, mit dem sie ihre Idee in die öffentliche Diskussion einbringen will.
Das eine Vorbild, Zürich, prüft nur in den Fächern Mathematik und Deutsch, das andere, Schwyz, zusätzlich in Französisch und Englisch. Dieses Modell schwebt auch der «Starken Schule» für die beiden Basel vor.
Die Organisation erkennt in ihrem Vorschlag lauter Vorteile: Schülerinnen und Schüler werden sich erstmals dem Prüfungsdruck ausgesetzt sehen, dem sie sich auf ihrem weiteren Bildungsweg noch mehrfach stellen müssen; die Prüfung erlaube, dass alle Absolventen differenziert und individuell eingeschätzt werden können; gemäss Papier soll so «ein ausgewogenes Verhältnis zwischen naturwissenschaftlichen und sprachlichen Kompetenzen» erreicht werden.
Nebenbei würden gemäss Papier die Resultate Quervergleiche zwischen den fünf Gymnasien und intern sogar unter den Lehrpersonen erlauben, da die Prüfung kantonal einheitlich durchgeführt wird. Sie soll aber so gewichtet werden, dass der akademische Weg bei einem Versagen trotz guter Vornoten nicht verhindert wird.
Nach den Ferien in die Offensive
Charlotte Höhmann aus Allschwil gehört seit zwei Jahren dem Vorstand des initiativen Vereins an. Dort vertritt sie den Vorschlag einer Gymi-Prüfung nach aussen. Die Bildungsdirektion von Regierungsrat Markus Eigenmann und das kantonale Amt für Volksschulen hätten gemäss Charlotte Höhmann noch nicht auf das Positionspapier reagiert, da es sich erst um einen Vorschlag handle. Auch lässt sie sich nicht davon einschüchtern, dass die neue Gymi-Prüfung in ersten Reaktionen aus der Bildungspolitik «auf wenig Gegenliebe» stösst, wie kürzlich in der «Basler Zeitung» zu lesen war.
Aber die 18-jährige Gymnasiastin, die selber ein Jahr vor ihrer Matur steht, verspricht: «Nach den Sommerferien werden wir das Thema mit diversen Artikeln auf unserer Webseite hochfahren.» Zudem erwägt sie eine Umfrage unter ihren Mitgliedern und Sympathisanten, um so «ein Stimmungsbild zu erhalten» und um die Diskussion auszuweiten.
Zieht ihr Verein daraus ein positives Fazit, soll die Gymi-Prüfung über Vorstösse in die politische Diskussion eingespeist werden. Das genaue Vorgehen und der Zeitplan werden hinterher festgelegt. Aber die «Starke Schule» ist entschlossen, es nicht mit einem Positionspapier bewenden zu lassen.
