Einsatz für den Ernstfall
Die Schweiz muss aufrüsten. Die Menschen müssen bereit sein, viel mehr Geld für die Armee auszugeben. Die Armee weiss zwar noch nicht wofür (jedes Rüstungsvorhaben landet in einem Debakel), mehr Geld muss es aber ...
Einsatz für den Ernstfall
Die Schweiz muss aufrüsten. Die Menschen müssen bereit sein, viel mehr Geld für die Armee auszugeben. Die Armee weiss zwar noch nicht wofür (jedes Rüstungsvorhaben landet in einem Debakel), mehr Geld muss es aber auf jeden Fall sein, wird uns eingebläut.
Weil das mit der Kriegsbereitschaft der Armee nicht wirklich klappen will, versucht sich die rechte Mehrheit unseres Parlaments auf einem Nebenschauplatz schadlos zu halten: Der Zivildienst als Alternative zum Militär soll eingeschränkt werden, zunächst in einem kleinen Schritt, grössere sollen folgen.
Zwar weiss niemand, welchen praktischen Nutzen das bringen soll: Die Armee selbst hat definiert, wie viel Militärdienstleistende sie braucht – und diese Zahl wird überschritten. Wer Militärdienst geleistet hat und irgendwann einmal aussteigt, weil er gemerkt hat, dass er sich «im Ernstfall» nicht am Töten beteiligen will, oder weil er gemerkt hat, dass er im Militär nichts wirklich Nützliches leisten kann – von dem hat die Armee nichts, wenn er gezwungenermassen noch ein paar WKs absitzt.
Der wirkliche Ernstfall ist jetzt. Er findet im Pflegedienst, in der Begleitung Jugendlicher, gesundheitlich Beeinträchtigter, Demenzbetroffener und im Naturschutz statt, in unserem Alltag. Was die Zivildienstler hier leisten (statt Stacheldraht um die Kaserne auszurollen), das ist Ernstfall. Und dafür müssen wir uns wehren: Damit sie diese Einsätze weiter uneingeschränkt für unsere Gesellschaft leisten können. Also Nein zur Schwächung des Zivildienstes.
Bernhard Bonjour, Liestal