Die Migros Basel steht hinter der angekündigten Fusion
Die Spitze der Migros Basel bezeichnet die angekündigte Zusammenlegung der heute elf Genossenschaften als Chance für die Zukunft. Parallelstrukturen sollen damit beseitigt werden. Ein Stellenabbau könne jedoch ...
Die Migros Basel steht hinter der angekündigten Fusion
Die Spitze der Migros Basel bezeichnet die angekündigte Zusammenlegung der heute elf Genossenschaften als Chance für die Zukunft. Parallelstrukturen sollen damit beseitigt werden. Ein Stellenabbau könne jedoch nicht ausgeschlossen werden.
André Frauchiger
Die Migros steht vor einem historischen Umbau: Die zehn Regionalgenossenschaften und der Migros-Genossenschafts-Bund sollen zu einer einzigen Gruppengenossenschaft verschmelzen. Damit will der Detailhändler Doppelspurigkeiten abbauen, Kosten senken, Entscheidungen beschleunigen und seine Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Die bisherigen Regionalstrukturen sollen weitgehend aufgelöst und durch sechs Regionalräte ersetzt werden.
Der Entscheid zur Gruppengenossenschaft diene dazu, die Migros insgesamt langfristig aufzustellen, davon profitierten alle Regionen, heisst es bei der Migros Basel auf Anfrage der «Volksstimme». Wie Sprecherin Mélanie Honegger ausführt, hätten sich alle elf Verwaltungen und Geschäftsleitungen sehr deutlich für die Gruppengenossenschaft ausgesprochen und sie einstimmig gutgeheissen. Also auch die Migros Basel mit Verwaltungsratspräsident Miguel Serrano und Geschäftsleiterin Anita Weckherlin. Die regionale Verankerung bleibe ein zentraler Bestandteil der Migros und ihrer Identität, betont die Migros-Sprecherin.
Verwaltung betroffen
Regionale Produkte, die regionale und lokale Präsenz, Regionalräte und das Label «Aus der Region. Für die Region» würden auch in Zukunft wichtige Bestandteile des Geschäftsmodells bleiben. Auch das bestehende Filialnetz und das regionale Sortiment sollen unangetastet bleiben. Dies gelte ebenso für die bisherigen Geschäftsbeziehungen, unter anderem mit Zulieferbetrieben aus der Landwirtschaft.
«Wir bündeln dort, wo Grösse Vorteile schafft – und entscheiden regional dort, wo Nähe den Unterschied macht», zitiert die Medienstelle Geschäftsführerin Anita Weckherlin. Die Migros Basel betont, dass sich für die meisten Mitarbeitenden der Migros durch den Zusammenschluss nichts verändere, vor allem nicht bei Mitarbeitenden «auf den Verkaufsflächen». Er betreffe vor allem Strukturen in der Verwaltung und im Management, wo nach der Zusammenlegung «Parallelstrukturen» abgebaut werden sollen. Ein Stellenabbau sei zwar nicht das Ziel des Projekts, könne aber auch nicht ausgeschlossen werden.
Bei Kündigungen werde die Migros ihre soziale Verantwortung wahrnehmen, heisst es; wenn möglich, würden Anschlusslösungen in der Gruppe angestrebt. Aber: Bis Mitte 2028 komme es in den regionalen Genossenschaften zu keinen organisationsbedingten Entlassungen, unterstreicht die Migros Basel.
Sollten die Genossenschafterinnen und Genossenschafter der Migros die Fusion befürworten, werden die Genossenschaften neu als Regionen geführt. Dies habe keine Auswirkungen auf die heutigen Anstellungsbedingungen.
Noch keine Auskunft erteilt die Migros Basel über die zukünftige Ausgestaltung von Wirtschaftsregionen, Betriebszentralen oder Logistikstandorten. Dies müsse noch im weiteren Projektverlauf erarbeitet werden, heisst es. Hier könnten Synergien grösseren Ausmasses möglich sein.
Urabstimmung nächstes Jahr
Die Genossenschafterinnen und Genossenschafter werden Mitte 2027 in einer Urabstimmung über die Fusion zur Gruppengenossenschaft zu entscheiden haben.
Die leitenden Gremien der Migros wollen bis dahin die Mitglieder von den Vorteilen der Fusion überzeugen: «Wir sind überzeugt, dass dies gelingen wird», erklärt Mélanie Honegger.