Windräder bringen eine gigantische Materialschlacht
29.08.2025 PolitikAndi Trüssel, Landrat SVP, Frenkendorf
Die rechtliche Lage hat sich geändert, die Physik bleibt dieselbe. Windkraftanlagen im Baselbiet – da wittern die Subventionsjäger Morgenluft. Doch in der Schweiz Windräder zu errichten, ist ...
Andi Trüssel, Landrat SVP, Frenkendorf
Die rechtliche Lage hat sich geändert, die Physik bleibt dieselbe. Windkraftanlagen im Baselbiet – da wittern die Subventionsjäger Morgenluft. Doch in der Schweiz Windräder zu errichten, ist ökologisch und ökonomisch häufig unsinnig.
Die Windgeschwindigkeit ist durchschnittlich nur halb so hoch wie an der Nordsee. Windenergie skaliert mit der dritten Potenz der Geschwindigkeit: Bei 4 statt 8 m/s liefern Schweizer Anlagen nur ein Achtel der möglichen Leistung. Für eine 2-Megawatt-Anlage an der Nordsee bei 8 m/s bräuchte man in der Schweiz bei 4 m/s acht identische Anlagen, um dieselbe Energiemenge zu erzielen.
Insgesamt erzeugen Windanlagen etwa 2000 bis 3000 Stunden Energie pro Jahr; das Jahr hat aber 8760 Stunden. Oft fällt die Energie genau dann an, wenn sie nicht benötigt wird und gefährdet die Netzstabilität. Netzausbau und Speichermöglichkeiten fehlen in fast allen Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit. Ohne Subventionen würde kaum jemand Windkraftanlagen bauen. Die Stromrechnungen weisen Netzdienstleistungen, Abgaben, Gebühren, Mehrwertsteuer und so weiter von 65 Prozent aus, die Kosten für die bezogene Arbeit, also die Kilowattstunden, betragen nur 35 Prozent.
Der EON-CEO, Leonhard Birnbaum, forderte in einem «Welt»-Gastbeitrag eine Wende der Wende: Die Energiewende sei zu teuer, ineffizient und kopflos. So deutlich äusserte sich noch kein Energiemanager in Deutschland. Deutschland erwacht langsam – wann erwachen wir?
Sind die schädlichen Nebenwirkungen der Windkraftanlagen vertretbar? Ist der Flächenverbrauch von Ackerland, Wald und naturbelassenen Flächen für riesige Photovoltaik- und Windkraftanlagen hinnehmbar? Reichen die Bodenschätze aus, um diese Pläne umzusetzen? Kupfer, Lithium, Kobalt und so weiter könnten bald knapp werden. Für eine einzige Windturbine werden 1200 Tonnen Beton, 260 Tonnen Stahl, 4,7 Tonnen Kupfer, 3 Tonnen Aluminium, 2 Tonnen Seltene Erden sowie Verbundstoffe benötigt.
Für die zusätzlichen mehr als 1000 Windräder, die unlängst vom Bundesparlament beschleunigt bewilligt werden sollen, kommen unfassbare Massen zusammen – eine gigantische Materialschlacht. Ist das ressourcenschonend, wie ansonsten von Links-Grün immer verlangt wird? Um 2 Terawattstunden elektrische Energie bereit zu stellen, benötigt Photovoltaik 300-mal und Windkraft 580-mal mehr Fläche sowie Photovoltaik 18-mal und Windkraft 11-mal mehr Material als ein Kernkraftwerk.
Zuwanderung: Die in den Jahren 2023 und 2024 zugewanderten 180 000 Personen benötigen die elektrische Energie von 200 Windanlagen à la Muttenzer Hard oder fünf Quadratkilometer Photovoltaik oder zwei zusätzliche Kraftwerke Birsfelden – und damit haben wir noch keinen Liter Benzin, Diesel, Flugpetrol oder Heizöl ersetzt. Alt-Bundesrätin Simonetta Sommaruga steckte bis 2026 lieber 480 Millionen Franken in die Miete von sechs Gaskombikraftwerken im Birrfeld anstatt ein verzinstes- und rückzahlbares Darlehen von 200 bis 300 Millionen Franken an Mühleberg zu sprechen. Das hätte im Winter 1,5 Terawattstunden CO2-freien Dauer-Strom erzeugt. Das ist die soziale Energiepolitik der SP und Grünen …
Noch ein Wort zur CO2-Emission pro gewandelte Kilowattstunde (diese Werte stammen vom «IPCC» und aus dem Jahr 2018): Kernkraft: 12 g CO2/kWh, Wasserkraft 24 g, Geothermie 38 g, Wind 84 g und Photovoltaik 134 g. Mit Rang 4 und 5 will man CO2-neutral werden?
In der «Carte blanche» äussern sich Oberbaselbieter National- und Landratsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden zu einem selbst gewählten Thema.